Gazenergie

Kostengünstige Vergärungsanlagen mit Gaseinspeisung

Damit die Produktion und Einspeisung von Biogas auch für kleinere landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich interessant ist, braucht es kostengünstige und leicht ans Gasnetz anschliessbare Vergäranlagen. Die Schweizer Gaswirtschaft unterstützt die Entwicklung der entsprechenden Technologie.

Die Gaswirtschaft will bis ins Jahr 2030 den Anteil erneuerbarer Gase im gasversorgten Wärmemarkt auf 30 Prozent steigern. In der Schweiz steht grundsätzlich genügend Biomasse zur Verfügung, dieses Ziel zu erreichen. Das grösste Potenzial findet sich in der Landwirtschaft, denn heute werden nur gerade 6 Prozent des anfallenden Hofdüngers energetisch genutzt. Bauernbetriebe können aber nicht nur dazu beitragen, erneuerbare Energien zu produzieren; mit einer Erhöhung der Biogasproduktion in der Landwirtschaft können auch die Treibhausgasemissionen in der Schweiz markant gesenkt werden, wie eine neue Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL aufzeigt. Die Landwirtschaft verursacht heute rund 80 Prozent der gesamtschweizerischen Methanemissionen, insbesondere durch die Nutztierhaltung. Die landwirtschaftliche Biomasse wie Hofdünger oder Ernterückstände ist dezentral verteilt. Damit es sich auch für kleinere landwirtschaftliche Betriebe lohnt, Biogas herzustellen und ins Netz einzuspeisen, braucht es Vergärungsanlagen, die nicht nur sehr effizient sind, sondern auch kostengünstig erstellt und leicht ans Netz angeschlossen werden können. Die direkte Einspeisung von Biogas wird nicht durch den Bund gefördert (kostendeckende Einspeisevergütung KEV) im Gegensatz zur Verstromung von Biogas.

Die Schweizer Gasindustrie unterstützt ein Projekt (MOSTCH4 – Mini Onsite System To valorize manure in methane), um eine Vergärungsanlage zu entwickeln, der diese Vorgaben erfüllt. Konkret soll die Biogasausbeute gegenüber heutigen Anlagen um 30 Prozent gesteigert werden; zudem soll die Zeit, bis ein Bauernbetrieb eine Biogasanlage amortisiert hat, um 20 bis 25 Prozent verkürzt werden. Das sind ambitiöse Ziele, damit die Biogasproduktion und -einspeisung auch für kleinere Landwirtschaftsbetriebe wirtschaftlich interessant wird. Allein in der Schweiz wird das Marktpotenzial für solche kleine Vergäranlagen auf rund 3000 Betriebe geschätzt.

Entwickelt wird diese neuartige Technologie von der Tessiner Engineering- und Beratungsfirma Laborex, die über Erfahrung im Bau von Biogasanlagen, Erdgasverteilung und LNG verfügt. Wichtige Projektpartner sind die Schweizer Agentur für Innovationsförderung Innosuisse, die Tessiner Fachhochschule Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) sowie die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Geforscht wird vor allem in zwei Bereichen: einerseits, wie der Hofdünger vor der Vergärung optimal vorbehandelt werden kann, anderseits, wie sich das eigentliche Vergärverfahren verbessern lässt.