Gazenergie

Der Iran-Krieg und die Auswirkungen auf die Gasbranche

Zürich, 20.03.2026 - News

Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten sorgt für Unsicherheit an den Energiemärkten.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die Strasse von Hormus, die zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman liegt. Über diese Route wird ein erheblicher Teil des weltweiten Handels mit Flüssigerdgas und Öl abgewickelt. Nach Angriffen auf mehrere Schiffe und der Ankündigung von Versicherern, Schäden vorerst nicht zu decken, meiden Transport-schiffe die Passage bis auf Weiteres. Auch die LNG-Produktion in Katar wurde vorerst gestoppt.

Dauer des Kriegs entscheidend
Wie stark sich die Lage auf die Gas- und Ölpreise auswirkt, hängt wesentlich von der Dauer der Beeinträchtigung des Kriegs ab. Da der grösste Teil der LNG-Lieferungen aus Katar für den asiatisch Markt bestimmt ist, kommt es dort aktuell zu deutlich stärkeren Preisausschlägen als in Europa. Die globale Marktverflechtung führt jedoch dazu, dass die Preisvolatilität aktuell erhöht ist und vorerst bleiben wird.

Gasversorgung in Europa für aktuellen Winter stabil
Trotz der geopolitischen Spannungen ist die Gasversorgung in Europa für den verbleibenden Winter weiterhin als stabil einzuschätzen. Mildes Wetter und geringe Speicherentnahmen der vergangenen Wochen haben zusätzliche Puffer geschaffen, sodass auch bei möglichen Kältephasen ausreichend Flexibilität besteht.

Sollte die Störung der Schifffahrtsroute nur wenige Wochen anhalten, gilt die Belastbarkeit der Märkte als gegeben. Bei länger anhaltenden Einschränkungen könnte es im Sommer jedoch zu Auswirkungen auf die Befüllung der europäischen Gasspeicher kommen. Die neue Speicherfüllsaison beginnt bereits Ende März, weshalb LNG-Importe und Preisrelationen eine wichtige Rolle spielen.