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Zwei Bundesräte und ein Astrophysiker an Berner Bundesfeiern

Zürich, 01.08.2017

 

Zwei Bundesräte und der Wissenschaftschef der US-Weltraumbehörde NASA haben am Dienstag mit der Bevölkerung im Kanton Bern den Geburtstag der Schweiz gefeiert.

Am Morgen nahm Bundesrat Ueli Maurer an einem Bauernbrunch in Moosseedorf teil. Eine offizielle Ansprache hielt er nicht. Der SVP-Bundesrat mischte sich stattdessen unter die Besucherinnen und Besucher.

Maurers Partei- und Amtskollege, Bundesrat Guy Parmelin, nahm ebenfalls am Dienstagmorgen an der Bundesfeier in Wimmis teil. In seiner Rede erinnerte Parmelin daran, dass die Schweiz nicht nur durch einen Schwur entstand, sondern nach und nach geschmiedet und Schritt für Schritt geprägt worden sei.

Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport erinnerte in seiner Festrede auch an den Schweizer Nationalheiligen Niklaus von Flüe, der wichtige Werte wie Mut und Menschlichkeit verkörpere.

Von Flües Worte fänden heute eine "kristallklare Resonanz", betonte Parmelin. "Eine wettbewerbsfähige und daher individualistischere Welt, die sich schwer tut, nicht nur nach dem äusseren Schein zu beurteilen und sich abseits der gängigen Pfade zu bewegen. Eine Welt, die Gewalt und brutalen Machtverhältnissen ausgesetzt ist und sich der Verantwortung entzieht. Auf solchem Boden trägt das Wort von Niklaus von Flüe die besten Früchte."

Der Bundesrat wünschte dem Schweizer Volk zum Geburtstag der Eidgenossenschaft, "mit Weitsicht, Gelassenheit und Zuversicht" in die Zukunft zu blicken.

Den Sternen nahe

Das Dorf Heiligenschwendi hat am Dienstagabend einen prominenten Festredner zu Gast: Den Wissenschaftschef der US-Weltraumbehörde NASA, Thomas Zurbuchen. Der Astrophysiker absolvierte ein "Heimspiel", stammt er doch aus dem Ort.

In seiner launigen Festansprache machte er deutlich, dass das hoch über dem Thunersee gelegene Dorf den Sternen etwas näher ist. Im Weiler Eichholz, wo er aufgewachsen sei, habe er als Kind schon gelernt, dass der Nordstern über dem Nachbardorf Goldiwil stehe und im Winter über der Stockhornkette der Orion erscheine, schwelgte Zurbuchen in alten Erinnerungen.

Naturbeobachtungen brauchten Zeit, Geduld und den Willen, Fragen zu stellen und zu lernen, betonte Zurbuchen. Wenn man bei Naturbeobachtungen an einem Faden zu ziehen beginne, hänge bald einmal die ganze Welt daran.

Die Ausbildung, die er in der Schweiz genossen habe, sei für seine Zukunft sehr wichtig gewesen, betonte der NASA-Wissenschaftschef. "Die Schweiz ist meine Heimat, die mir all diese Möglichkeiten gegeben hat." Von aussen werde die Schweiz als eines der besten Länder der Welt gesehen. Den Grund für alles Gute in er Schweiz ortete Zurbuchen in der Freiheit und der Vielfältigkeit der Bürgerinnen und Bürger.

Geduld zum Beobachten, Mut fragen zu stellen und den Willen etwas zu tun, das brauche das Land, um seine Freiheit zu behalten und noch besser zu werden.

"Heimat braucht Engagement"

In zahlreichen Gemeinden, landauf, landab, feierte die Bevölkerung den Nationalfeiertag. An den Rednerpulten standen Politiker aller Ebenen, aber auch Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Sport und Kultur.

In der Stadt Bern fällt die Festrede traditionsgemäss dem Präsidenten oder der Präsidentin des Stadtrats zu, dieses Jahr Christoph Zimmerli (FDP).

Der 1. August sei auch ein Tag des Danks und der Anerkennung an all jene, die einen aktiven Beitrag leisteten, zum positiven Geist der Stadt Bern, sagte Zimmerli laut Redetext. Denn: "Heimat ist nicht einfach ein Zustand, Heimat braucht Engagement".

In der Bundesstadt hatten am Bundesfeiertag diverse wichtige Institutionen wie das Bundeshaus oder der Erlacherhof ihre Tore für die Bevölkerung geöffnet.

In Münsingen kam es am Nationalfeiertag zu einem Zwischenfall. Ein trockenes Feld fing Feuer, wie ein Leserfoto auf dem Onlineportal von "20 Minuten" zeigte. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen.

Nach den heissen Temperaturen tagsüber setzte es gegen 17 Uhr im Kanton Bern eine heftige, kalte Dusche ab. Ein kurzes, aber intensives Gewitter brachte starke Niederschläge, zum Teil auch Hagel und Böen. Im Gürbetal war die Bahnlinie wegen eines Blitzschlags unterbrochen.

Im Versorgungsgebiet der BKW führte die Gewitterfront, die über die Schweiz zog, am späten Nachmittag zu verschiedenen Stromausfällen. Besonders betroffen waren das Gebiet Gantrisch, Teile des Berner Oberlandes sowie Teile des Emmentals. Zeitweise seien etwa 10'000 Kunden ohne Strom gewesen, teilte die BKW am Abend mit.