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Wie Mikroben lange Weltraumreisen überleben

Zürich, 04.11.2020

 

Mikroben haben ein ganzes Jahr ausserhalb der Internationalen Raumstation (ISS) überlebt. Dazu dienten den Bakterien diverse Reparaturmechanismen, wie Forschende im Fachmagazin "Microbiome" berichten.

Ein Team um Tetyana Milojevic vom Institut für Biophysikalische Chemie der Universität Wien inspizierte "Deinococcus radiodurans" Bakterien. Diese bewohnten im Rahmen der japanischen Tanpopo-Mission von Mai 2015 an ein Jahr lang die Aussenseite des japanischen Moduls "Kibo" an der Internationalen Raumstation (ISS) als ein Millimeter dünne Bakterienschicht.

Sie waren bei ihrer steten Rundreise in 400 Kilometern Höhe massiver UV- und kosmischer Strahlung ausgesetzt und mussten Temperaturschwankungen, extrem niedrigen Druck und Null Prozent Luftfeuchtigkeit ertragen. Im August 2016 kamen sie mit einer Weltraumkapsel der Privatfirma SpaceX zurück.

Hartgesottene Bakterien

Auf der Erde zählen diese Bakterien zu den besonders hartgesottenen Mikroben. Auch die Weltraumreise überstanden die Winzlinge ohne bleibende Schäden. Und dies, obwohl sie nicht einmal Sporen bilden, wie die Forscher berichten.

Allerdings hatten sie wohl grossen Stress und einige Reparaturen zu erledigen: So waren etwa ein Mechanismus aktiv, der Erbgutschäden ausbessert, sowie zwei Verteidigungsmechanismen gegen reaktive Sauerstoffradikale. Ausserdem hatten sie ihren Energiehaushalt verändert, wohl um die ganzen Reparaturen zu bewerkstelligen.

Mit der Tanpopo-Mission wollen Wissenschaftler herausfinden, ob Lebewesen durch den Weltraum reisen können, ohne gröberen Schaden zu nehmen. Dann wäre es nämlich möglich, dass einfache Lebensformen einst von irgendwo aus dem Universum kommend die Erde besiedelten.

doi.org/10.1186/s40168-020-00927-5