Gazenergie

VW verschiebt Investitionen Richtung Digitalisierung

Zürich, 13.11.2020

 

Volkswagen erhöht inmitten der Corona-Krise und der konjunkturellen Unsicherheit das Tempo beim Wechsel in die Elektromobilität. In den kommenden fünf Jahren (2021-2025) will der weltgrösste Autobauer 73 Milliarden Euro in klimaschonende Antriebe und die Digitalisierung stecken und damit fast jeden zweiten Euro seines gesamten Investitionsbudgets in diesem Zeitraum.

Das beschloss der Aufsichtsrat am Freitag. Für den letzten Fünf-Jahres-Zeitraum bis 2024 hatte der Konzern Investitionen von knapp 60 Milliarden Euro für diese Zukunftsthemen angesetzt. Allein 35 Milliarden Euro fliessen in die Elektromobilität. Elf Milliarden gehen in die Hybridisierung des Modellportfolios. Ein weiterer grosser Brocken ist die Digitalisierung, hier verdoppelt Volkswagen die Ausgaben auf rund 27 Milliarden Euro.

Das Geld für die Investitionen will VW weiter sowohl durch den Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft, zunächst also vor allem durch den Verkauf von Verbrennern, als auch durch Einsparungen selbst erarbeiten. Ausserdem werden wenig gefragte Fahrzeugvarianten aus dem Angebot gestrichen. Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sagte, der Konzern sei gut aufgestellt, um dieses Riesenpaket zu stemmen: "Die finanzielle Ausgangsbasis ist vor dem Hintergrund der grossen Herausforderungen in den nächsten Jahren grundsolide", erklärte er.

Volkswagen plant so viel Geld ein, weil wegen des "Green Deal" der EU erneut schärfere Klimavorgaben und damit auch strengere CO2-Grenzwerte für die Autobranche erwartet werden. Für Volkswagen bedeutet das, dass in zehn Jahren die Hälfte der neu zugelassenen Autos elektrisch angetrieben sein muss. Bisher hatte man in Wolfsburg für 2025 einen Elektroanteil von 20 bis 25 Prozent prognostiziert.

Die Niedersachsen setzen seit dem Dieselskandal vor fünf Jahren voll auf E-Mobilität und haben mit dem ID.3 vor Kurzem ihr erstes rein elektrisches Auto auf den Markt gebracht. In den nächsten Jahren will Volkswagen zum grössten Anbieter auf diesem Gebiet aufsteigen und an dem US-Elektroautopionier Tesla vorbeiziehen.