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Umweltgipfel in Kenia: Mehr Massnahmen gegen Verschmutzung nötig

Zürich, 06.12.2017

 

Die Delegierten des Uno-Umweltgipfels in Kenia haben stärkere Massnahmen gegen Umweltverschmutzung versprochen.

Man werde Verschmutzung gezielt etwa durch Umwelt-Vereinbarung bekämpfen sowie die Einführung von Strategien zum besseren Umgang mit Chemikalien und Abfall fördern, hiess es in einer Erklärung der Versammlung, die am Mittwoch, am letzten Tag des Uno-Umweltgipfels in Nairobi, von den Delegierten angenommen wurde. Allerdings würden die Erklärung und Resolutionen des Gipfels wenig konkrete Handlungen beinhalten, kritisierte Qian Cheng von Greenpeace.

Die Verschmutzung der Meere durch Plastik war bei dem Gipfel ein grosses Thema. Jährlich landen der Uno zufolge rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen. Meerestiere verheddern sich darin oder verschlucken den Müll. Zudem zerfällt das Material und bildet Mikroplastik - kleine Kunststoff-Teilchen, die sich später auch in Trinkwasser und Nahrungsmitteln wiederfinden.

Eine der Resolutionen des Gipfels spreche die Meeresverschmutzung und Mikroplastik zwar an, erklärte Cheng. Allerdings beinhalte sie eher Pläne für die weitere Bearbeitung des Problems - etwa die Erstellung einer Expertengruppe und den Auftrag an das Uno-Umweltprogramm, weitere Forschung in dem Bereich zu betreiben.

Plastikproduktion dringend reduzieren

Die weltweite Plastikproduktion müsse dringend reduziert werden, sagte der Leiter des Uno-Umweltprogramms, Erik Solheim. Es werde zu viel nutzloses Kunststoff produziert, etwa Strohhalme und Verpackungen in Supermärkten. Es müssten verstärkt Alternativen genutzt und Recycling ausgebaut werden, forderte er. Rund 40 Länder haben bereits eine Beschränkung oder ein Verbot von Plastiktüten eingeführt, jüngst hat Kenia die Tüten verboten.

Der Gipfel habe mehr Aufmerksamkeit für das Problem der Umweltverschmutzung erzeugt, sagte Cheng. Aber: "Jetzt liegt es an den Regierungen, die Resolutionen in Handlungen zu übersetzten", forderte sie. Am Mittwoch nahmen die Delegierten 13 nicht bindende Resolutionen an. Alle 193 Uno-Mitgliedstaaten sind auch Mitglieder der Uno-Umweltversammlung.

Neben Plastikmüll besprachen die mehr als 100 Umweltminister sowie einige Staats- und Regierungschefs, Aktivisten, Wissenschaftler und Vertreter des Privatsektors bei dem Gipfel in Nairobi auch etwa Luftverschmutzung und die Reduzierung von Blei etwa in Brennstoffen und Batterien. Umweltverschmutzung ist der Uno zufolge für den Tod von jährlich ungefähr 12,6 Millionen Menschen verantwortlich, etwa ein Viertel aller Tode jährlich.