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Tagesüberblick - Montag, 9. November 2020

Zürich, 09.11.2020

 

POLITIK

CORONAVIRUS - SCHWEIZ I: (Bern) In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) für Freitag bis Sonntag 17'309 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG 169 neue Todesfälle und 536 Spitaleintritte. Am vergangenen Montag waren es für das Wochenende 21'926 neue Ansteckungen gewesen. Laut Gesundheitsminister Alain Berset sind die Zahlen der Coronavirus-Ansteckungen im Vergleich mit vergangener Woche ein wenig ermutigend. Es sei aber zu früh für das Feststellen einer Tendenz. Die Lage bleibe ernst, sagte Berset vor den Medien in Delsberg.

CORONAVIRUS - SCHWEIZII : (Bern) Die Gewerkschaft Unia sorgt sich wegen des Coronavirus um die Gesundheit der Arbeitskräfte auf Baustellen. So fehle teilweise fliessendes Wasser, das zum regelmässigen Händewaschen nötig wäre, wie die Unia in einer Mitteilung schreibt. Zudem fehle es teilweise an Schutzmaterial. Die Suva und die Bauunternehmen sehen keinen Handlungsbedarf. Bei über 10'000 Kontrollen seit März seien nur in 60 Fällen gröbere Mängel festgestellt worden, sagte ein Suva-Sprecher gegenüber Keystone-SDA. Auch der Baumeisterverband und der Verband der Maler- und Gipserunternehmen können die Kritik der Unia "nicht nachvollziehen", wie je ein Vertreter sagte.

MEDIEN: (Genf/Lausanne/Paris) Der ehemalige Westschweizer Fernseh-Star Darius Rochebin hat nach Angaben seiner Anwälte am Montag eine Verleumdungsklage gegen "Le Temps" eingereicht. Die Zeitung hatte berichtet, dass frühere Mitarbeiter dem Ex-RTS-Moderator sexuelle Belästigung vorwerfen. Ihr Mandant habe weder versucht, einvernehmliche oder illegale Beziehungen einzugehen, noch habe er Gefälligkeiten irgendwelcher Art ausgetauscht, schreiben die Anwälte von Rochebin, Francis Szpiner und Vincent Solari, in einem Brief an die französische Nachrichtenagentur AFP. Obwohl er die Pressefreiheit als sehr wichtig erachte, könne ihr Mandant nicht akzeptieren, dass seine Ehre auf diese Weise verletzt werde, fügten sie hinzu.

KLIMATEST: (Bern) Der Schweizer Finanzmarkt investiert weiterhin zu stark in die Erdöl- und Kohleförderung. Insgesamt investiert dieser viermal mehr Mittel in Firmen, die Strom aus fossilen Quellen wie Kohle und Gas erzeugen, als in Produzenten von erneuerbarem Strom. Das zeigt eine freiwillige Überprüfung des Schweizer Finanzmarktes auf Initiative des Bundesamtes für Umwelt (Bafu). Für Greenpeace zeigt der Test, dass Banken und Versicherungen die Erderwärmung "weiter massiv" anfeuern. Gesetzliche Hebel seien unumgänglich, heisst es in einer Mitteilung. Positiv hervorgehoben werden im Test die Pensionskassen. Diese planten bei 30 Prozent ihrer Gebäude eine Umstellung von fossilen auf erneuerbare Heizsysteme.

VERTEIDIGUNG: (Bern) Zwar steigt der effektive Personalbestand der Armee in den nächsten Jahren. Gleichzeitig geht aber die Zahl der noch auszubildenden Wehrleute zurück. So waren die Wiederholungskurse bei knapp über der Hälfte der Truppen 2018 und 2019 nur zu 80 Prozent besetzt. Zu diesem Schluss kommt die Armeeauszählung 2020. Gemäss den per 1. März erhobenen Daten betrug der effektive Personalbestand der Armee 143'373 Frauen und Männer. Die Bemühungen zur Rekrutierung von Frauen zeigten erste Wirkung. Klar ist gemäss Mitteilung, dass längerfristig weitere Massnahmen zur Bestandssicherung nötig sind.

BAHN: (Montreux/Interlaken) Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die Eröffnung des Goldenpass Express, die umsteigefreie Zugverbindung zwischen Montreux VD und Interlaken BE, auf Dezember 2022 verschoben. Die Verbindung hätte eigentlich im nächsten Sommer eröffnet werden sollen. Während der Pandemie sei die industrielle Produktion ins Stocken geraten, teilte die Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB) mit. Dies habe zu erheblichen Lieferverspätungen geführt.

ANTISEMITISMUS: (Zürich) Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (Gra) mit Sitz in Zürich hat das Internetportal stopantisemitismus.ch lanciert. Damit will sie dem Antisemitismus, der während Krisen Hochkonjunktur habe, entgegentreten. Die Website listet reale Beispiele antisemitischer Aussagen aus dem Schweizer Alltag sowie Argumentationshilfen dagegen, wie die Gra mitteilte. Laut Gra sind Personen aus Bildung, Wissenschaft, den Behörden sowie dem religiösen Bereich am Projekt beteiligt.

VERMISCHTES

LEICHENFUND: (Riggisberg BE) In Riggisberg BE ist am vergangenen Mittwoch ein älteres Ehepaar tot aufgefunden worden. Das teilte die Kantonspolizei Bern mit. Sie geht davon aus, "dass eine vorsätzliche Handlung des Mannes zum Tod der beiden Personen geführt hat". Das Ehepaar sei am Mittwochmorgen in einer Wohnung aufgefunden worden. Weitere Angaben machten die Polizei und die Staatsanwaltschaft nicht. In Riggisberg leben etwa 2500 Menschen. Die kleine Gemeinde liegt rund 15 Kilometer südlich von Bern.

KRIMINALITÄT: (Interlaken BE) Drei Wochen nach dem Tötungsdelikt in Interlaken hat die Kantonspolizei Bern eine Frau festgenommen. Was die Frau mit dem Fall zu tun hat, ist noch unklar. Die Untersuchungen seien im Gang, teilte die Polizei mit. Die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland werde beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft beantragen. Ein 61-jähriger Schweizer war am Montagmorgen, 19. Oktober, leblos in einer Liegenschaft beim Des Alpes-Areal gefunden worden. Laut den Rechtsmedizinern erlitt er massive Verletzungen, die ihm mit einem stumpfen Gegenstand zugefügt worden waren.

TIERSCHUTZ: (Oftrigen AG) Im Tierschutzfall in Oftringen AG soll der angeklagte Tierhalter zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm hat den 58-jährigen Schweizer unter anderem wegen Tierquälerei angeklagt. Der wegen Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz Vorbestrafte soll zudem eine Busse von 3000 Franken bezahlen, wie die Oberstaatsanwaltschaft Aargau mitteilte. Anfang Februar waren auf dem Grundstück des Mannes in Oftringen etliche tote Tiere sowie Tiere, die sich in sehr schlechtem Zustand befanden, aufgefunden worden.

TIERRETTUNG: (Schinznach-Bad AG) Die Feuerwehr Brugg hat am Sonntagmittag in einem Mehrfamilienhaus in Schinznach-Bad zwei Waldkauze aus einem Cheminée befreit, wie die Feuerwehr Brugg AG auf Twitter mitteilte. Demnach steckte ein Waldkauz in einem Cheminée fest. Da die Autodrehleiter wegen zu wenig Traglast nicht eingesetzt werden konnte, blieb nur, das Cheminée auszubauen. Danach ging es schnell: Der Waldkauz flog direkt in die Wohnung und von dort durch das geöffnete Fenster ins Freie. Als die Feuerwehrleute versuchten, das Einschub-Cheminée wieder zurückzuschieben, hörten sie erneut Geräusche. Ein weiterer Waldkauz hatte sich ebenfalls im Cheminée verfangen. Den Einsatzkräften gelang es, auch diesen Kauz zu befreien.

ERDBEBEN: (Arolla VS) Ein Erdbeben der Stärke 3,4 hat am frühen Montagmorgen gegen 00.50 Uhr die Region Arolla im Kanton Wallis erschüttert. Das Beben dürfte nach Angaben des Schweizerischen Erdbebendienstes der ETH Zürich in der Region verspürt worden sein. Schäden sind bei Beben dieser Stärke in der Regel nicht zu erwarten. Das Epizentrum des Bebens lag rund 7 Kilometer südlich von Arolla. Der Kanton Wallis ist jener Kanton, der am häufigsten von Erdbeben erschüttert wird. Alle 100 Jahre kommt es im Wallis zu einem Erdbeben der Stärke 6 bis 6,5. Das letzte grössere Beben ereignete sich 1946 einige Kilometer nördlich von Siders.