Gazenergie

Tagesüberblick - Montag, 3. Juli 2017

Zürich, 03.07.2017

 

POLITIK

ARMEE (Bern): Die Armee erwartet rund 7800 Rekruten, die am Montag in die zweite Rekrutenschule dieses Jahres einrücken. Darunter befinden sich 1560 Durchdiener und 145 Frauen. Bei 67 Wehrpflichtigen wurde ein Sicherheitsrisiko festgestellt. Sie dürfen die Sommer-RS nicht antreten. Die 67 Wehrpflichtigen wurden trotz bestandener Rekrutierung von der Sommer-RS ausgeschlossen, wie das Verteidigungsdepartement (VBS) am Montag mitteilte. Grund seien Vorkommnisse, welche nach bereits bestandener Rekrutierung erfolgt seien.

CARLOS I (Zürich): Der unter dem Namen "Carlos" bekannt gewordene junge Mann hat erneut zugeschlagen: Er hat kürzlich in der Justizvollzuganstalt Pöschwies in Regensdorf ZH mehrere Aufseher angegriffen. Einer hat sich dabei verletzt. "Carlos" wurde in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen. Insgesamt waren sieben Aufseher involviert. "Ein Mitarbeiter musste für eine Kontrolle ins Universitätsspital Zürich. Er konnte das Spital nach der Untersuchung gleich wieder verlassen", sagte die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) am Montag.

CARLOS II (Zürich): Keine Matratze, kein Hofgang, nur mit einem Poncho bekleidet: Zwar wurde der als "Carlos" bekannt gewordene 21-Jährige in der Untersuchungshaft in Pfäffikon ZH teilweise "objektiv diskriminierend und erniedrigend" behandelt, nicht aber konventions- und verfassungswidrig. So lautet das Resultat der Administrativuntersuchung. Dennoch gibt es personelle Konsequenzen. Nachdem der Anwalt von "Carlos" Vorwürfe erhoben hatte, sein Mandant sei in der Untersuchungshaft in Pfäffikon schlecht behandelt worden, untersuchte der pensionierte Staatsanwalt Ulrich Weder im Auftrag der Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) die Haftbedingungen des 21-jährigen Schweizers.

SOZIALHILFE (Bern): Die Berner Kantonsregierung beharrt auf drastischen Kürzungen in der Sozialhilfe. Sie will die SKOS-Richtlinien beim Grundbedarf um 10 Prozent unterschreiten, in manchen Fällen sogar um 30 Prozent. Die Linke und Mitte-Parteien kündigen Widerstand an. Im Kantonsparlament wollen sie sich gegen die am Montag präsentierte Teilrevision des Sozialhilfegesetzes wehren. Gelingt das nicht, wird wohl das Referendum ergriffen. Damit könnte Fürsorgedirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) gut leben.

BAHNHOF (Bern): In Bern haben in diesen Tagen die Bauarbeiten am Ausbau des Hauptbahnhofs Bern begonnen. Bund, Kanton und Stadt Bern wenden über eine Milliarde Franken auf, um den zweitgrössten Bahnhof der Schweiz fit für die Zukunft zu machen. Das Bundesamt für Verkehr hatte Mitte Mai die Baubewilligung für den Ausbau erteilt. Weil diese nicht angefochten worden sei, hätten die ersten Arbeiten gestartet werden können, sagte die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer am Montag vor den Medien in Bern.

ATOMABFÄLLE (Wettingen AG): Für ein Atommüll-Tiefenlager sollen die Gebiete Jura Ost, Zürich Nordost und auch Nördlich Lägern weiter untersucht werden. Das empfiehlt die Eidgenössische Kommission für nukleare Sicherheit (KNS). Sie schliesst sich damit dem ENSI an. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hatte vorgeschlagen, Nördlich Lägern zusammen mit den Gebieten Jura-Südfuss, Südranden und Wellenberg zurückstellen und nur die Gebiete Jura Ost und Zürich Nordost weiter zu untersuchen.

ÜBERTRAGBARE KRANKHEITEN (Bern): Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind seit Jahresbeginn zweieinhalb Mal mehr Hepatitis-A-Fälle als im Vorjahr registriert worden. Die Zunahme steht vermutlich im Zusammenhang mit einem europaweiten Ausbruch von Hepatitis A unter Männern, die Sex mit Männern haben. Seit Jahresbeginn wurden dem BAG 41 Hepatitis-A-Fälle gemeldet, mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 2016 waren es 17 Fälle gewesen, 2015 13 Fälle. Ähnlich hohe Zahlen wurden zuletzt 2011 mit 44 Fällen verzeichnet, wie das BAG am Montag mitteilte.

BUNDESSTRAFGERICHT (Zürich): Im Flughafengefängnis Zürich sitzt derzeit ein Mann im vorzeitigen Strafvollzug, der im September 2002 mit einer Splitterhandgranate einen Anschlag auf die Redaktion der kosovo-albanischen Zeitung "Bota Sot" in Zürich geplant haben soll. Die erste Anklageschrift wurde gemäss entsprechendem Beschluss an die Bundesanwaltschaft zurückgewiesen. Der Entscheid der Strafkammer des Bundesstrafgerichts datiert vom 22. Mai. Darin wird ausgeführt, dass dem Angeklagten versuchter mehrfacher Mord, Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz vorgeworfen wird.

VERMISCHTES

TÖTUNGSDELIKT ADELINE (Genf): Der Mörder der Genfer Sozialtherapeutin Adeline akzeptiert das Urteil mit einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe und einer ordentlichen Verwahrung. Auch von anderer Seite wird das erstinstanzliche Urteil nicht angefochten. Das Urteil ist rechtskräftig, wie am Montag der Mediensprecher der Genfer Justizbehörden, Henri Della Casa, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Nach der Urteilseröffnung Ende Mai hatte die Verteidigung zunächst offen gelassen, ob sie Rekurs einreichen werde.

VERKEHRSUNFALL (Wallisellen ZH): Ein 12-jähriges Mädchen ist am Montag in Wallisellen ZH mit seinem Velo in ein Tram geprallt. Dabei zog es sich schwere Verletzungen zu und starb noch auf der Unfallstelle, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilte. Das Mädchen fuhr kurz vor 12.30 Uhr mit dem Velo auf der Überlandstrasse und überquerte die Seidenstrasse. Daraufhin wollte es nach links über das Tramtrassee abbiegen. Dabei kam es zur Kollision mit einer in gleicher Richtung fahrenden Tramkomposition der Linie 12.

TÖDLICHER KLETTERUNFALL (Saillon VS): Auf dem Klettersteig "La Farinetta" bei Saillon im Unterwallis ist am Sonntag aus ungeklärten Gründen ein 37-jähriger Mann abgestürzt. Der in der Waadt wohnhafte Österreicher konnte nur noch tot geborgen werden. Er war mit einer Gruppe von sechs Personen im dritten Teilstück des Klettersteigs unterwegs, bevor er um 17.30 Uhr in das Bachbett der Salentze stürzte, wie die Kantonspolizei Wallis am Montag mitteilte. Zum Unfall kam es im anspruchsvollsten Teil des Klettersteigs.

BETÄUBUNGSMITTEL (Rüti GL/Geroldswil ZH): In Rüti im Glarnerland und in Geroldswil im Kanton Zürich hat die Polizei insgesamt 28 Kilogramm abgepacktes Marihuana sichergestellt. Dazu wurden 470 Hanfpflanzen beschlagnahmt. Ein 31-jähriger Schweizer wurde verhaftet. Die Glarner Polizei nahm am Sonntagmittag in Schwanden einen Fahrzeuglenker fest, der in Verdacht stand, in einem Fabrikgebäude in Rüti eine Hanf-Indooranlage zu betreiben. Den Verdacht bestätigte eine anschliessende Kontrolle.

BRANDSTIFTUNG (Zürich): Auf die Baustelle des Polizei- und Justizzentrums (PJZ) im Stadtzürcher Kreis 4 ist in der Nacht auf Montag ein Brandanschlag verübt worden. Wegen des Feuers waren mehrere hundert Haushalte für zwei Stunden ohne Strom. Kurz nach 02.30 Uhr meldeten SBB-Angestellte, dass auf der PJZ-Baustelle mehrere Container brennen würden, wie die Stadtpolizei Zürich am Montag mitteilte. Durch das Feuer geriet auch eine Mittelspannungstrafoanlage (22'000 Volt) des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) in Brand.