Gazenergie

Tagesüberblick - Mittwoch, 3. Januar 2018

Zürich, 03.01.2018

 

RÜCKENWIND FÜR 2018: (Zürich) Schweizer Unternehmen produzieren auf Hochtouren: Der Frühindikator Einkaufsmanagerindex (PMI) sieht die Industrie zum Jahresstart weiterhin im Boom-Bereich. Auch beim Personal stocken die Firmen auf - doch der Aufbau läuft weiterhin nur schleppend. Der Einkaufsmanagerindex kletterte im Dezember nochmals um 0,1 Punkte auf 65,2 Zähler, wie die Credit Suisse mitteilte. Die Grossbank erhebt den Indikator gemeinsam mit dem Einkäuferverband Procure.ch. Ab 50 Punkten zeigt der Index Wachstum an. Über das ganze Jahr 2017 lag der PMI mit durchschnittlich 60 Punkten weit über dieser Schwelle. Ein höherer Jahresdurchschnitt wurde laut Mitteilung nur in den Jahren 2010, 2006 und 2000 verzeichnet - allesamt Boomjahre.

ALLRADANTRIEB AUF DER ÜBERHOLSPUR: (Bern) Schweizerinnen und Schweizer fahren immer lieber Allrad. Im vergangenen Jahr hatte zwar noch knapp weniger die Hälfte aller verkauften Neuwagen einen 4x4-Antrieb. Doch bereits 2018 könnte die 50-Prozent-Marke geknackt werden. Im vergangenen Dezember seien mit einem Anteil von 53,2 Prozent erstmals in einem Monat mehr Personenwagen mit Allradantrieb verkauft worden als ohne, teilte der Verband Auto Schweiz am Mittwoch mit. Während des Gesamtjahrs erreichte der Allradantrieb einen Marktanteil von 47,5 Prozent. Es ist bereits der achte Rekord in Folge. Noch vor zwei Jahren hatte der 4x4-Anteil bei 40 Prozent gelegen. Insgesamt rollten im vergangenen Jahr 314'028 neue Autos auf die Strassen der Schweiz und Liechtensteins. Das ist ein Prozent weniger als im Vorjahr.

MEHR FIRMENGRÜNDUNGEN: (Winterthur) 2017 wurden in der Schweiz 43'416 Unternehmen neu ins Handelsregister eingetragen. Das sind über 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Startups.ch führt das Plus auf den Boom um Kryptowährungen und Blockchain sowie um legalen Hanf zurück. Im Kanton Zug, der sich als "Crypto Valley" als Standort für Blockchain-Unternehmen positioniert, sei die Zahl der Neueintragungen um knapp ein Fünftel angestiegen, schreibt die auf Online-Gründungen spezialisierte Plattform. Damit kommen 5,1 Prozent aller neu gegründeten Firmen in der Schweiz aus Zug. Auch im Wallis, Aargau und in Zürich wuchs die Zahl der Jungunternehmen zwischen 5,7 und 10,3 Prozent. Viele der dortigen Firmengründungen erfolgten laut Startups.ch im Bereich der Tabakersatzstoffe. Über Startups.ch seien pro Woche zwei bis drei Firmen im Bereich legaler Hanfprodukte gegründet worden.

ERFOLG FÜR NOVARTIS: (Zürich) Novartis hat von der US-Gesundheitsbehörde den Status "Breakthrough Therapy designation" für Kisqali (ribociclib) bei einer bestimmten Form von Brustkrebs zur Behandlung von Frauen vor oder während der Menopause erhalten. Der Status "Breakthrough Therapy designation" soll die Entwicklung und Zulassung potenzieller neuer Arzneimittel zur Behandlung schwerwiegender oder lebensbedrohlicher Erkrankungen beschleunigen. Zugelassen ist Kisqali seit August 2017 in Europa und laut der ZKB seit April in den USA sowie in 45 weiteren Ländern.

SCHAFFNER-WERK BESCHÄDIGT: (Luterbach SO) Der Elektronikkomponenten-Hersteller Schaffner sieht sich nach einem Brand in seinem Werk im Norden von Thailand mit einer Beeinträchtigung der Produktion konfrontiert. Eines der beiden Gebäude in Lamphun ist durch einen Brand am 30. Dezember beschädigt worden. Betroffen sei hauptsächlich ein Teil der Antennenproduktion für schlüssellose Zugangssysteme der Division Automotive, teilte das Unternehmen mit. Zu beklagen seien auch zwei leicht verletzte Personen. Derzeit würden das Ausmass des Schadens und die Ursachen des Brandes ermittelt. Die Produktionskapazitäten im thailändischen Lamphun sollen vollumfänglich wiederhergestellt werden. Ob der Vorfall relevante Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung 2017/18 hat, war vorerst unklar.

WENIGER SICHTGUTHABEN: (Bern) Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind in der vergangenen Woche gesunken. Die Einlagen von Bund und Banken lagen am 29. Dezember bei 573,2 Milliarden Franken nach 574,6 Milliarden in der Woche davor, wie die SNB mitteilte. Das ist ein Rückgang um rund 1,4 Milliarden Franken. Auf die Giroguthaben inländischer Banken entfielen Ende letzter Woche 473,4 Milliarden Franken. Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

VERKAUF AUF DER KIPPE: (Berlin) Der Verkauf der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki an die British-Airways-Mutter IAG könnte doch noch platzen: Das deutsche Fluggastrechte-Portal Fairplane zweifelt die Zuständigkeit des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg beim Insolvenzverfahren für Niki an und hat beim Gericht eine entsprechende Beschwerde eingelegt. Statt in Deutschland soll das Verfahren in Österreich durchgeführt werden. Dort rechnet sich Fairplane bessere Chancen aus, Forderungen seiner Kunden aus ganz Europa für ausgefallene Niki-Flüge über mehr als eine Million Euro einzutreiben. Das Amtsgericht will am Donnerstag über die Beschwerde entscheiden. Ein Sprecher des vorläufigen Niki-Insolvenzverwalters warnte, sollte die Beschwerde Erfolg haben, könnte der Verkauf von Niki an die British-Airways-Mutter IAG hinfällig werden.

GUTE ARBEITSMARKTZAHLEN: (Nürnberg) Der Dauer-Aufschwung drückt die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. 2017 waren bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) durchschnittlich 2,53 Millionen Frauen und Männer ohne Job registriert. Trotz starker Zuwanderung aus den EU-Ländern und der Flüchtlingsmigration waren dies 158'000 weniger als 2016, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Die Quote sank um 0,4 Punkte auf 5,7 Prozent. Im Dezember hielt der positive Trend am Arbeitsmarkt insgesamt an. Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen nahm die Erwerbslosenzahl um 29'000 ab - mehr als doppelt so stark wie von Ökonomen erwartet. Am Jahresende waren 761'000 offene Stellen gemeldet, 103'000 mehr als vor einem Jahr.

MEHR ARBEIT IN SPANIEN: (Madrid) In Spanien ist die Arbeitslosigkeit Ende vorigen Jahres auf das für einen Dezember niedrigste Niveau seit acht Jahren gefallen. Die Zahl der Erwerbslosen sank zum Vormonat um 61'500 auf 3,41 Millionen, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Insgesamt waren 18,4 Millionen Spanier sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Damit kamen binnen eines Jahres mehr als 611'000 Arbeitsplätze hinzu - der grösste Zuwachs für einen Dezember seit 2005. Ministerpräsident Mariano Rajoy sprach von "grossartigen Daten", die auch Grund zum Optimismus für 2018 gäben.

ANLEIHENKÄUFE GEDROSSELT: (Frankfurt) Die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken haben zum Jahresende hin ihre Anleihenkäufe etwas gedrosselt. Insgesamt kauften sie im Dezember Titel im Volumen von 50,2 Milliarden Euro, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Im November waren es noch 62,6 Milliarden Euro gewesen. Die EZB hatte die Transaktionen über die Weihnachtszeit ausgesetzt. Wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs soll ab diesem Januar der durchschnittliche monatliche Kaufumfang auf 30 Milliarden Euro sinken. Die Euro-Wächter wollen den Anleiheerwerb noch bis mindestens Ende September fortsetzen.

FLÜSSIGGAS-RIESE ENTSTANDEN: (Doha) Das Golfemirat Katar hat die Fusion seiner beiden führenden Gasunternehmen zum weltweit grössten Produzenten von Flüssiggas abgeschlossen. Qatargas operiere seit Beginn dieses Jahres, erklärte der Vorstandsvorsitzende von Qatar Petroleum, Saad al-Kaabi, am Mittwoch in der Hauptstadt Doha laut Mitteilung. Das neue Unternehmen ist aus den beiden Firmen Qatargas und Rasgas entstanden, die bislang die beiden grössten Flüssiggas-Produzenten der Welt waren. Durch den Zusammenschluss spare Katar im Jahr umgerechnet rund 500 Millionen Franken an Produktionskosten, erklärte Al-Kaabi. Katar ist der weltweit grösste Produzent von Flüssiggas (Liquefied Natural Gas/LNG). Das Emirat liefert dem Weltmarkt rund 30 Prozent der Gesamtmenge. Bis 2024 will es die Produktion nach eigenen Angaben um rund ein Drittel steigern.

US-LABEL VERKLAGT SPOTIFY: (Stockholm) Der Musik-Streamingdienst Spotify ist von einem US-Label auf Schadenersatz über 1,6 Milliarden Dollar verklagt worden. Der Verlag mit Lizenzen für Songs von Tom Petty und The Doors wirft Spotify vor, Tausende Lieder unerlaubt verwendet zu haben. Der Verlag Wixen Music Publishing, der Lizenzen an Songs wie "Free Fallin" von Tom Petty und "Light My Fire" von The Doors besitzt, wirft dem schwedischen Unternehmen in der Klage vor einem Bundesgericht in Kalifornien vor, Spotify habe die Lizenzrechte nicht erhalten. Der Verlag strebt nun eine Unterlassungsverfügung an. Spotify wollte sich nicht dazu äussern.

KEIN VERKAUF NACH CHINA: (New York) Die USA haben erneut Übernahme-Pläne eines chinesischen Unternehmens blockiert. Die Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS) verbot den Verkauf des US-Zahlungsabwicklers MoneyGram an den chinesischen Online-Händler Alibaba wegen Sorgen um die nationale Sicherheit, wie beide Konzerne mitteilten. Laut mit den geheimen Beratungen vertrauten Personen hatte die Behörde Zweifel an der Sicherheit der Daten von US-Bürgern. Der Alibaba-Ableger Ant Financial und MoneyGram hoben daraufhin ihre 1,2 Milliarden Dollar schwere Kaufvereinbarung vom vergangenen April auf. Das US-Finanzministerium wollte sich nicht dazu äussern. Die USA hatten zuletzt mehrfach Übernahmen durch Chinesen verboten.