Gazenergie

Tagesüberblick - Freitag, 29. Dezember 2017

Zürich, 29.12.2017

 

SCHADENERSATZKLAGE: (Zürich) Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat am Handelsgericht Zürich für rund 6000 Autobesitzer Schadenersatzklage eingereicht. Autobesitzer sollen durch den Abgas-Skandal bei VW finanziell geschädigt worden sein. Die beim Verkauf als umweltfreundlich gepriesenen Autos waren von vornherein überteuert, begründet die SKS die Schadenersatzklage in einer Mitteilung. Wegen der Manipulationen der Abgasvorrichtungen hätten die Wagen auf dem Occasionsmarkt zusätzlich an Wert verloren. Der Konsumentenschutz geht von einem durchschnittlichen Schaden von 15 Prozent des Neuwerts der betroffenen Wagen aus. Beklagte sind der Volkswagen-Konzern und der Generalimporteur Amag. Weder der Konzern VW noch Amag seien bereit gewesen, mit dem Konsumentenschutz über den Ersatz der finanziellen Schäden der Kunden zu verhandeln.

UNGEBROCHENER HYPE: (Zürich) Der Hype um Kryptowährungen scheint trotz Blasengefahr und hoher Kursvolatilität ungebrochen. So geben 11 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer an, 2018 in Bitcoins oder andere Kryptowährungen investieren zu wollen. 9 Prozent der Befragten haben bereits Kryptowährungen gekauft, wie eine Umfrage des Internetvergleichsdiensts Comparis ergab. Nur gerade 8 Prozent der Kaufwilligen rechneten mit Kursgewinnen. 92 Prozent wollten das Investment in Kryptogeld im kommenden Jahr einfach einmal ausprobieren. Vor allem jüngere Leute wollten Kryptogeld kaufen. Bei den Geschlechtern zeigten sich die Männer mit einem Kaufabsichtanteil von 15 Prozent wesentlich Bitcoin-affiner als die Frauen (8 Prozent).

UNTERNEHMENSWERT: (Zürich) Der Nahrungsmittelmulti Nestlé ist das teuerste schweizerische Unternehmen. Er landet in den internationalen Top-100 auf Platz 18, einen Rang hinter dem niederländischen Ölkonzern Royal Dutch Shell. Shell ist das teuerste Unternehmen Europas. Die vorderen Plätze teilen sich US-Unternehmen und zunehmend Firmen aus China, wie das Beratungsunternehmen EY in seiner jährlichen Rangliste ausweist. Nummer eins ist weiterhin unbestritten der US-Computerriese Apple mit einem Marktwert von 876 Milliarden Dollar (Stand Mittwoch). Ebenfalls unverändert gehen Platz zwei an die Google-Mutter Alphabet und Platz drei an Microsoft.

MEHR KREDITE: (Frankfurt) Die Geldflut der EZB zeigt Wirkung. Die Banken der Euro-Zone steigerten im November ihre Kreditvergabe an Unternehmen so kräftig wie seit achteinhalb Jahren nicht mehr. Sie reichten 3,1 Prozent mehr Darlehen aus als vor Jahresfrist, wie die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt mitteilte. An die Privathaushalte vergaben die Geldhäuser 2,8 Prozent mehr Kredite als ein Jahr zuvor. Auch das ist das kräftigste Plus seit Mitte 2009. Seit März 2016 halten die Euro-Wächter ihren Leitzins auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Damit wollen sie für günstige Finanzierungsbedingungen sorgen. Zudem schleusen die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken seit März 2015 über den Erwerb von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Finanzsystem.

AIRBUS HEBT AB: (Toulouse) Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat den grössten Auftrag seiner Konzerngeschichte noch vor Jahresende unter Dach und Fach gebracht. Die Vereinbarung über den Verkauf von 430 Mittelstreckenflugzeugen der Familie A320neo an die US-Investmentgesellschaft Indigo Partners sei abgeschlossen, teilte Airbus am Donnerstagabend mit. Der Auftrag hat einen Wert von knapp 50 Milliarden Dollar, allerdings zum Listenpreis. Bei grossen Bestellungen erhält der Käufer in der Regel Rabatt. Indigo Partners ist eine US-Investmentgesellschaft, die an Billigfluggesellschaften Maschinen vermietet. Am Freitag teilte zudem das chinesische Leasing-Unternehmen CALC in Hongkong mit, es habe 50 Airbus-Mittelstreckenflugzeuge bestellt. Der Listenpreis beträgt 4,5 Milliarden Euro. Geliefert werden sollen die Maschinen vom Typ A320neo in den Jahren bis 2023.

HÖHERE PREISE: (Berlin) Die deutschen Konsumentenpreise sind 2017 so kräftig gestiegen wie seit Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 1,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit 2012 mit damals 2,0 Prozent. Grund waren vor allem teurere Energie und Nahrungsmittel. 2016 betrug die Inflationsrate lediglich 0,5 Prozent, 2015 sogar nur bei 0,3 Prozent. Die Inflation 2017 liegt aber weiter unter der Zielmarke von knapp zwei Prozent, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) als ideal für die Wirtschaft erachtet wird. Experten gehen davon aus, dass die Preise angesichts des anhaltenden Aufschwungs in den kommenden Jahren weiter anziehen.

BOOM IN HELLAS: (Athen) Die griechische Tourismusbranche rechnet mit einem Gästerekord im Jahr 2017. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres sind 25,9 Millionen Touristen nach Griechenland gereist. Das berichteten griechische Medien unter Berufung auf den Verband der Tourismusunternehmen (SETE). Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum 2016 hatten 23,5 Millionen Menschen ihre Ferien in Griechenland verbracht. Die meisten Touristen kamen demnach aus Deutschland (knapp 3,6 Millionen), gefolgt von den Briten mit 2,9 Millionen Besuchern. Regierungschef Alexis Tsipras hatte im Sommer mit 30 Millionen Touristen gerechnet. Diese Marke könnte nach ersten Schätzungen übertroffen werden, hiess es vom Athener Hotelierverband.

HOHE BELASTUNG: (New York) Die Steuerreform in den Vereinigten Staaten kommt die US-Investmentbank Goldman Sachs teuer zu stehen. Die Reform werde den Gewinn im vierten Quartal 2017 wohl um fünf Milliarden Dollar drücken, teilte Goldman Sachs mit. Es handle sich um eine Schätzung, die Summe könne sich unter Umständen deutlich ändern. Zwei Drittel der Belastung stammten aus der Besteuerung von Einkünften ausländischer Goldman-Töchter, die in die USA überwiesen werden. US-Präsident Donald Trump hatte die grösste US-Steuerreform seit mehr als 30 Jahren am 22. Dezember durch seine Unterschrift in Kraft gesetzt. Unter anderem sinkt die Körperschaftssteuer auf 21 von bisher 35 Prozent.

KONTROLLE NICHT ABGEBEN: (Brasilia) In den Fusionsgesprächen der Flugzeugbauer Boeing (USA) und Embraer (Brasilien) pocht das brasilianische Verteidigungsministerium darauf, seine Kontrolle über den Spezialisten für Mittelstrecken- und Militärflugzeuge zu behalten. "Kein Land der Welt gibt die Kontrolle über ein solches Unternehmen auf", sagte Verteidigungsminister Raul Jungmann. "Es gibt Dinge, die nicht verhandelbar sind, sie betreffen die nationale Souveränität", zitierte das Portal G1 den Ressortchef. Jungmann sagte, er sei nicht grundsätzlich gegen einen Zusammenschluss von Embraer mit einem anderen Unternehmen. Allerdings müsse die brasilianische Regierung weiterhin Einfluss auf den Flugzeugbauer haben. Eine Aufspaltung von Embraer in einen kommerziellen und einen militärischen Teil sei nicht möglich.

HUAWEI WÄCHST LANGSAMER: (Hongkong) Der weltweit drittgrösste Smartphone-Hersteller Huawei erwartet im zu Ende gehenden Jahr das langsamste Wachstum der vergangenen vier Jahre. Er rechnet für 2017 mit einem Umsatzplus von 15 Prozent auf 600 Milliarden Yuan (90 Milliarden Franken). Mit der Auslieferung von 153 Millionen Smartphones sei der Marktanteil auf mehr als zehn Prozent gestiegen, sagte Konzernchef Ken Hu in einer im Internet veröffentlichten Neujahrsansprache an seine Mitarbeiter. Der chinesische Konzern liegt damit deutlich hinter den beiden Marktführern Samsung Electronics und Apple und wird dazu vom heimischen Konkurrenten Oppo herausgefordert.