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Tagesüberblick - Freitag, 13. November 2020

Zürich, 13.11.2020

 

Politik

USA: (Washington) Im Streit über das US-Wahlergebnis steigt der Druck auf den amtierenden Präsidenten Donald Trump. Am Donnerstag (Ortszeit) bezeichneten mehrere US-Behörden die Wahlen am 3. November als sicherste Abstimmung in der amerikanischen Geschichte. Dies kommt angesichts von Trumps Betrugsbehauptungen einer offenen Zurechtweisung gleich. In einer Mitteilung, die unter anderen von Vertretern der Cybersicherheitsagentur des Heimatschutzministeriums sowie der Vereinigungen der Wahlleiter der Bundesstaaten herausgegeben wurde, hiess es: "Es gibt keine Belege dafür, dass ein Abstimmungssystem Stimmen gelöscht oder verändert hätte - oder auf irgendwelche Weise kompromittiert worden wäre." Trump weigert sich nach wie vor, den Wahlsieg Bidens anzuerkennen, und inszeniert sich als Opfer massiven Wahlbetrugs. Trumps Anwälte haben Klagen in mehreren Bundesstaaten angestrengt, darin jedoch keine Belege für grossangelegte Wahlfälschungen oder Fehler geliefert.

CHINA: (Peking) China hat dem Demokraten Joe Biden und seiner künftigen Stellvertreterin Kamala Harris zum Sieg bei der Präsidentschaftswahl in den USA gratuliert. "Wir respektieren die Wahl der Menschen in Amerika und übermitteln Herrn Biden und Frau Harris unsere Glückwünsche", erklärte ein Sprecher des Pekinger Aussenministeriums am Freitag. Anders als viele andere Nationen hatte sich China mit offiziellen Glückwünschen Zeit gelassen. Das Verhältnis beider Staaten hatte sich in der Präsidentschaft von Donald Trump stark verschlechtert. Chinesische Medien hatten sich bereits unmittelbar nach dem Wahltag leicht optimistisch zu Biden geäussert. Zwar wurde kaum eine Chance gesehen, die Uhr zurückzudrehen und das Auseinanderdriften der beiden Supermächte umzukehren. Zumindest aber könnte mehr Rationalität unter Biden dazu führen, dass eine weitere rasante Erosion der Beziehungen oder sogar eine unkontrollierbare Eskalation unwahrscheinlicher werden.

EUROPA: (Stockholm) Die Anzahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in der EU und ihren wichtigsten europäischen Partnerstaaten hat sich innerhalb von nur dreieinhalb Wochen auf mehr als zehn Millionen verdoppelt. Bis zum Freitag wurden im Europäischen Wirtschaftsraum einschliesslich Grossbritannien insgesamt 10'124'110 Fälle gemeldet, wie aus einer täglich aktualisierten Übersicht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervorgeht. Das sind knapp 242'000 mehr als am Vortag. Erst am 20. Oktober war die Marke von fünf Millionen nachgewiesenen Infektionen überschritten worden. Die meisten Infektionen sind der Übersicht zufolge mittlerweile in Frankreich (1'898'710) registriert worden. Auch Spanien (1'437'220), Grossbritannien (1'290'195) und Italien (1'066'401) kommen auf siebenstellige Werte. In der gesamten Region hat es bislang rund 258'000 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19-Erkrankungen gegeben.

SÜDAFRIKA: (Bloemfontein) Im Kampf gegen die Korruption im Lande hat am Freitag gegen einen der ranghöchsten Vertreter von Südafrikas Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) der Prozess begonnen. Begleitet von tumultartigen Szenen vor dem Gerichtsgebäude in Bloemfoentein äusserte sich der ANC-Generalsekretär Ace Magashule zu Korruptionsvorwürfen gegen ihn. Ihm wird in 21 Anklagepunkten die Veruntreuung von Staatsgeldern in Millionenhöhe bei einem Wohnungsbauprojekt zu einer Zeit vorgeworfen, als er noch Ministerpräsident der Provinz Free State war. Magashule gilt im ANC als stärkster Gegenspieler von Präsident Cyril Ramaphosa, der sein Amt Ende Februar 2018 mit dem Versprechen angetreten hatte, Korruption zu bekämpfen. Dem Prozess gegen den nach dem Präsidenten zweitstärksten ANC-Mann Magashule wird von Beobachtern daher hohe Symbolkraft beigemessen.

ÖSTERREICH: (Wien) Der 20-jährige Österreicher mit nordmazedonischem Zweitpass, der Anfang November in Wien vier Menschen erschoss, hatte möglicherweise 21 Mitwisser. Das berichteten die österreichischen Ermittler am Freitag in Wien. Zehn von ihnen seien in Haft. Die Jugendlichen und Männer zwischen 16 und 28 Jahren hätten im Vorfeld zu der Tat beigetragen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, ohne nähere Einzelheiten zu nennen. Sie stünden im Verdacht, Mitglieder einer Terrorgruppe zu sein. Für eine Verhaftung habe es aber nicht in jedem Fall ausreichende Gründe gegeben. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren. Fest stehe, dass der Täter keine "unmittelbaren Mittäter" hatte, sagte der Leiter der Ermittlungsgruppe. Die Tat sei definitiv von einer Person begangen worden.

Vermischtes

PHILIPPINEN: (Manila) Die Zahl der Toten durch Taifun "Vamco" auf den Philippinen ist auf 14 gestiegen. Mehr als ein Dutzend Menschen werden nach den schweren Regenfällen und heftigen Winden noch vermisst, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Der Tropensturm hatte zwischen Mittwoch und Donnerstag zu den schwersten Überschwemmungen rund um die Hauptstadt Manila seit Jahren geführt. Mehr als eine Million Menschen auf der Hauptinsel Luzon waren ohne Strom, 400 000 mussten ihre Häuser verlassen. Mittlerweile ist der Taifun abgeschwächt und hat die Philippinen verlassen. "Vamco" war der 21. Tropensturm, der den Inselstaat in diesem Jahr getroffen hat und der fünfte innerhalb eines Monats.

ITALIEN: (Rom) Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat einem Jungen per Brief versichert, dass der Weihnachtsmann trotz Pandemie-Sperren frei reisen und Geschenke verteilen darf. "Babbo Natale hat mir versichert, dass er bereits eine internationale Selbsterklärung besitzt: Er kann überall hin reisen und Geschenke an alle Kinder der Welt verteilen", schrieb der 56-Jährige auf Facebook. Conte erzählte, dass er vor einigen Tagen eine E-Mail des fünfjährigen Tommaso aus Cesano Maderno in der Lombardei bekommen habe. Der Junge sorge sich um den Gabenbringer zum Fest. In Tommasos Mail ist zu lesen, dass der Absender - der recht erwachsen klingt - Conte um eine besondere Selbsterklärung für den Babbo Natale genannten Weihnachtsmann bittet. Conte hatte die Lombardei zur Roten Zone erklärt.

BIKINI: (Los Angeles) Der berühmte Bikini, den Ursula Andress als Bond-Girl trug, hat bei einer Versteigerung in den USA am Donnerstag keinen Käufer gefunden. Auch der Inhaber des deutschen BikiniArtMuseum aus Bad Rappenau (Baden-Württemberg) hatte im Vorfeld Interesse gezeigt - verzichtete dann aber auf ein Gebot. "Wir hatten uns gesagt: Niemals als Erstbieter!", sagte Museumsinhaber Alexander Ruscheinsky am Freitagmorgen. Der weisse Zweiteiler, der die Schweizer Schauspielerin damals zum Sexsymbol machte, war vorab als besonders gefragtes Stück bei der Auktion von Hollywood-Memorabilien eingestuft worden. Das Startgebot für den Bikini lag zwar bei satten 300'000 Dollar. Marktexperten hatten aber geschätzt, dass er für eine halbe Million Dollar den Besitzer wechseln könnte.