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Tagesüberblick - Donnerstag, 5. November 2020

Zürich, 05.11.2020

 

LUFTVERKEHR: Die Swiss ist wegen der Corona-Pandemie in den ersten neun Monaten tief in den roten Zahlen gelandet. Operativ flog die Lufthansa-Tochter einen Verlust von 414,7 Millionen Franken ein nach einem Gewinn von 489,6 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stürzte um 62 Prozent auf 1,54 Milliarden Franken ab, wie die Swiss am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab. Schuld ist die Coronapandemie, wegen der zeitweise 95 Prozent der Flotte am Boden stand. Zwar konnte die Swiss ihr Angebot in den Sommermonaten sukzessive und stärker wiederaufbauen als erwartet. Zunehmende Reiserestriktionen haben die sich anbahnende Erholung jedoch ab Mitte August wieder ausgebremst.

LUFTVERKEHR: Nach dem Rücktritt von Thomas Klühr als Swiss-Chef soll sein Nachfolger in zwei Wochen bekannt gegeben werden. Die nächste Verwaltungsratssitzung finde am 18. November statt, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag in einer Telefonkonferenz: "Da wir Vorstellungen haben, wie es da weitergeht, können Sie davon ausgehen, dass dann ein Nachfolger bekannt gegeben wird." Klühr hatte Ende September überraschend angekündigt, aus privaten Gründen auf eigenen Wunsch von Bord zu gehen. Er sass rund fünf Jahre im Cockpit der Schweizer Fluggesellschaft, die zum Lufthansa-Konzern gehört. 2018 flog die Swiss unter Klührs Leitung das beste Ergebnis ihrer Geschichte ein. Nun steckt sie wegen der Coronapandemie in der schwersten Krise seit vielen Jahren. In den ersten neun Monaten 2020 brach die Passagierzahl um 70 Prozent ein.

LUFTVERKEHR: Unmittelbar vor dem geplanten Luftverkehrsgipfel der deutschen Bundesregierung hat die Branche weitere Milliardenhilfen vom Bund gefordert. Nach den Fluggesellschaften müssten nun die Flughäfen und die bundeseigene Deutsche Flugsicherung mit Steuergeldern saniert werden, verlangen Vertreter von Branchenverbänden, die an der für Freitag in Berlin geplanten Sitzung teilnehmen.

TELEKOM: Der Telekomkonzern Sunrise, der unmittelbar vor der Übernahme durch die UPC-Muttergesellschaft Liberty steht, hat im dritten Quartal neue Kunden gewonnen und den Umsatz damit in etwa gehalten. Der Umsatz sank ganz leicht um 0,5 Prozent auf 471 Millionen Franken, wie Sunrise am Donnerstag bekannt gab. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) stieg indes dank einer vorteilhafteren Umsatzzusammensetzung um 2,0 Prozent auf 176 Millionen.

TELEKOM: Die Talfahrt bei UPC ist auch im Sommer weitergegangen. Die grösste Kabelnetzbetreiberin der Schweiz, die unmittelbar vor dem Zusammenschluss mit Sunrise steht, erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 289,6 Millionen Franken. Das sind 5,8 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum, wie UPC am Donnerstag mitteilte. Begründet wurde dies mit dem harten Wettbewerb, der Pandemie sowie dem Fehlen von Live-Sport-Inhalten.

TIERFUTTER: Nestlé will Hunden und Katzen künftig ein ganz besonderes Futter in den Fressnapf legen. Im Oktober bringt der Konzern in der Schweiz Tierfutter auf den Markt, für das Insekten verarbeitet wurden, wie Nestlé am Donnerstag mitteilte. Der Nahrungsmittelriese hofft, dass die Haustiere an dem aus Huhn, Favabohnen und Soldatenfliegenlarven bestehendem Futter Geschmack finden. Wegen der begrenzten Ressourcen auf dem Planeten und dem abnehmenden Fleischkonsum der Menschen in Europa seien Herrchen und Frauchen bereit, auch für ihre Haustiere nach neuen Eiweissquellen zu greifen, so das Unternehmen.

BANKEN: Die Bank Valiant hat den Gewinn in den ersten neun Monaten des Jahres leicht erhöhen können. Das Institut treibt seine Expansionsstrategie voran und eröffnet wie angekündigt Mitte November eine neue Filiale in Rapperswil. Unter dem Strich konnte Valiant den Konzerngewinn für die ersten neun Monate um 1,3 Prozent auf 87,6 Millionen Franken steigern, wie die überregional tätige Bank am Donnerstag mitteilte. Das operative Ergebnis stieg um 2,8 Prozent auf 108,1 Millionen Franken.

FLUGHAFEN: Der Flughafen Zürich hat am Donnerstagmorgen das neue Dienstleistungszentrum der Superlative The Circle eröffnet. Als eigenständiges Quartier bietet The Circle hunderte Arbeitsplätze, Läden, Restaurants, und Hotels. Auf der Gesamtfläche von 180'000 Quadratmetern entstand zudem auch ein Kongress- und ein Gesundheitszentrum mit Universitätsspital. Der Circle und der angrenzende Park sind direkt mit den Flughafen-Terminals verbunden. Sie würden eine Aussenraumqualität bieten, die es so an Flughäfen weltweit kaum gebe, teilte der Flughafen anlässlich der Eröffnung mit.

IT: Das zum Internetgiganten Amazon gehörende Amazon Web Services (AWS) plant die Eröffnung von Rechenzentren in der Schweiz. Die neue Infrastrukturregion mit drei "Verfügbarkeitszonen" soll in der zweiten Jahreshälfte 2022 in Betrieb genommen werden. Mit der AWS-Europe-Region "Zurich" seien mehr Nutzer in der Lage, ihre Anwendungen in Rechenzentren in der Schweiz zu betreiben, heisst es in einer Mitteilung der Amazon-Tochter vom Montag.

CORONAVIRUS - TOURISMUS: In den Schweizer Hotels sind im September aufgrund der Coronakrise erneut wieder deutlich mehr Betten leer geblieben als in anderen Jahren. Gefehlt haben den Hotelleriebetrieben insbesondere Geschäftsreisende und Touristen aus dem Ausland. Schweizer übernachteten dagegen mehr in hiesigen Hotels als letztes Jahr. Insgesamt ging die Zahl der Hotelübernachtungen im September im Vergleich zum Vorjahr um 28,1 Prozent auf 2,66 Millionen zurück, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. In den Sommermonaten Juli und August hatte der Rückgang bei 26 respektive 28 Prozent gelegen, in der ersten Jahreshälfte bei nicht ganz 50 Prozent.

KONJUNKTUR: Die Auftragsbücher der deutschen Industrie haben sich im September wegen der robusten Binnennachfrage den fünften Monat in Folge gefüllt. Die Bestellungen wuchsen um 0,5 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings mit einem grösseres Plus von 2,0 Prozent gerechnet. Im August hatte es einen Zuwachs von revidiert 4,9 (bisher: 4,5) Prozent gegeben. "Nach der ersten kräftigen Erholung nach dem Lockdown im April kämpft sich die Industrie weiter aus der Krise", erklärte das Ministerium.

BANKEN: Die niederländische Grossbank ING will nach einem schwachen Ergebnis im dritten Quartal die Kosten weiter drücken. Aus diesem Grund will die Bank bis Ende 2021 rund 1000 Stellen streichen. Gespart werden soll unter anderem bei der Entwicklung von Produkten und der digitalen Integration sowie durch die Schliessung von Filialen, wie die im EuroStoxx 50 notierte Bank am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Die ING beschäftigte zuletzt rund 53 000 Mitarbeiter.

GELDPOLITIK: Die britische Notenbank hat ihre Geldpolitik inmitten der Corona-Krise weiter gelockert. Zur Konjunkturstützung will sie zusätzliche Staatsanleihen im Wert von 150 Milliarden Pfund (rund 166 Mrd Euro) erwerben, wie die Bank of England am Donnerstag in London mitteilte. Ihren Leitzins beliess die Zentralbank dagegen knapp über der Nulllinie bei 0,1 Prozent. Vor dem Zinsentscheid gab es Spekulationen und Presseberichte, wonach der Zins in den negativen Bereich abgesenkt werden könnte.

SPIELKONSOLEN: Die wegen der Corona-Pandemie zu Hause sitzenden Kunden reissen Nintendo die Spielkonsole Switch aus den Händen. Der japanische Unterhaltungskonzern schraubte am Donnerstag seine Prognose für die Verkaufszahlen des Geräts deutlich nach oben. Im aktuellen Geschäftsjahr (per Ende März) sei mit einem Absatz von 24 Millionen Stück zu rechnen, fünf Millionen mehr als bislang angenommen. Der für das Spiel "Super Mario" bekannte Konzern hob zudem die Prognose für das Jahresergebnis um die Hälfte auf 450 Milliarden Yen (3,9 Milliarden Franken) an.

TRANSPORT: Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca arbeitet an einem der aussichtsreichsten Kandidaten für einen Corona-Impfstoff. Zugleich wirkt sich aber gerade die Pandemie negativ auf das Geschäft des Konzerns aus. Nach klaren Zuwächsen im ersten Halbjahr hat die Corona-Krise im dritten Quartal die Geschäfte ins Stocken gebracht. So schlug sich negativ nieder, dass in diesem Zeitraum generell weniger Patienten behandelt wurden. Gleichzeitig waren Kosten etwa für die Vermarktung von Medikamenten sowie für Hygienemassnahmen, Forschung und Entwicklung gestiegen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) ging um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 0,94 US-Dollar zurück, wie der Konzern am Donnerstag in Cambridge mitteilte.

ENERGIE: Im hart umkämpften Markt für Erneuerbare Energien will der führende spanische Windenenergiekonzern Iberdrola tief in Tasche greifen. Bis 2025 plant der Versorger, 75 Milliarden Euro unter anderem in den Ausbau der Netze und den Handel mit Erneuerbaren Energien zu investieren, wie Iberdrola am Donnerstag ankündigte. Ziel sei es, die Chancen der Energiewende zu nutzen und so 2025 einen Nettogewinn von fünf Milliarden Euro zu erreichen. 2019 erzielte der Konzern unter dem Strich einen Gewinn von 3,4 Milliarden Euro.

ONLINE-HANDEL: Durch starke Geschäfte auf dem heimischen Markt hat sich der chinesische Internet-Handelskonzern Alibaba von den zeitweisen Folgen der Corona-Krise erholt und seine Ergebnisse deutlich ausbauen können. Der Umsatz lag im dritten Quartal mit gut 155 Milliarden chinesische Yuan (20 Mrd Euro) 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 47,5 Milliarden chinesische Yuan - 28 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hangzhou mitteilte.

AUTOINDUSTRIE: Der grösste US-Autobauer General Motors (GM) erholt sich dank boomender SUV- und Pick-up-Verkäufe schneller als erwartet vom Corona-Schock und hat im dritten Quartal schon wieder glänzend verdient. Unterm Strich gab es einen im Jahresvergleich um 74 Prozent höheren Gewinn von 4,0 Milliarden Dollar (3,4 Mrd Euro). Der Umsatz lag minimal verbessert bei 35,5 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Im Vorquartal hatten Absatzprobleme und Produktionsausfälle durch die Pandemie für tiefrote Zahlen gesorgt.

KRYPTOWÄHRUNG: Der Bitcoin befindet sich weiter im Höhenflug. Am Donnerstag stieg die älteste und bekannteste Kryptowährung auf der Handelsplattform Bitstamp bis auf rund 15 000 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Januar 2018. Wenige Wochen zuvor, im Dezember 2017, hatte der Bitcoin sein Rekordhoch von etwa 20 000 Dollar erreicht. Danach stürzte er drastisch ab.