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Tagesüberblick - Donnerstag, 28. Dezember 2017

Zürich, 28.12.2017

 

WENIGER GEFÄLSCHTE UHREN: (Biel) Seit Anfang des Jahres ist die Zahl der beschlagnahmten gefälschten Uhren laut der Uhrenindustrie um rund 80 Prozent zurückgegangen. Der Grund sind demnach Sparmassnahmen beim Bund. Die Uhrenindustrie ist darob nicht erfreut. Die Eidgenössische Zollverwaltung habe wegen Einsparungen im Rahmen des Stabilisierungsprogramms ihre Aktivitäten gegen Uhrenfälschungen deutlich zurückgefahren, sagte Jean-Daniel Pasche, Präsident des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

GRAU AM BELIEBTESTEN: (Wohlen AG) In diesem Jahr sind in der Schweiz knapp 316'000 neue Autos auf die Strassen gekommen. Die meisten davon waren VW, Mercedes oder BMW. Bei der Farbe ist Grau am beliebtesten. Dies zeigt eine Auswertung des Verbands Freier Autohandel Schweiz (VFAS). Bis Ende November wurden 282'000 neue Autos zugelassen. Das sind etwa gleich viele wie im Vorjahreszeitraum. Der VFAS, der die Interessen der unabhängigen Händler vertritt, rechnet diese Zahl hoch mit 34'000 Zulassungen im Dezember.

RÜCKSCHLAG IN PATENTSTREIT: (Basel/München) Der Pharmakonzern Novartis hat vor einem Münchner Berufungsgericht einen Rückschlag im Patentstreit mit dem chinesischen Pharmaunternehmen Luye Pharma Group erlitten. Das Gericht wies laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters einen Einspruch von Novartis zurück. Im Streit geht es um ein 24-Stunden-Pflaster mit einem Wirkstoff, der bei einer milden Alzheimer-Erkrankung verabreicht wird. Das Gericht sieht im Pflaster von Luye Pharma keine Patentverletzung des Novartis-Produkts.

ZWEIFEL AN FINANZKRAFT: (Frankfurt) Die Ratingagentur Moody's hegt zunehmend Zweifel an der Finanzkraft der Conforama-Mutter Steinhoff. Die Bonitätswächter haben das Rating des deutsch-südafrikanischen Möbelkonzerns um drei Stufen auf "Caa1" gesenkt und prüfen eine weitere Herabstufung. Damit sehen sie ein hohes Ausfallrisiko bei den Krediten von Steinhoff. Die Liquidität könnte schon bald nicht mehr ausreichen, um das Europageschäft am Laufen zu halten, warnte Moody's. Für den von einem Bilanzskandal erschütterten Konzern könne es angesichts der laufenden Untersuchungen schwierig werden, fällig werdende Schulden zu refinanzieren oder zurückzuzahlen. Nach Konzernangaben zogen Gläubiger in den vergangenen Wochen zunehmend Kreditlinien zurück oder setzten sie aus.

AUS DEM RENNEN: (Wien/Berlin) Niki Lauda bekommt nun doch nicht die von ihm gegründete und mittlerweile insolvente Air-Berlin-Tochter Niki zurück. "Ich bin nicht mehr im Rennen", sagte Lauda der österreichischen Zeitung "Die Presse". Gegenüber der Nachrichtenagentur APA äusserte Lauda ausserdem die Befürchtung, dass ein Konkurs der Airline nun wohl nicht mehr abwendbar ist. "Ich wollte Niki und die Jobs in Österreich erhalten", bedauerte Lauda. Wenn nun ans Ausland verkauft werde, seiner Vermutung nach in Richtung Vueling, dann bedeute dies die komplette Zerschlagung der Niki. Derweil teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther in Berlin mit, um die Übernahme der österreichischen Airline werde exklusiv mit einem Bieter weiterverhandelt. In den nächsten Tagen solle der endgültige Kaufvertrag stehen.

MEDIA-MARKT-MITGRÜNDER TOT: (Ingolstadt) Der streitbare Media-Markt-Mitbegründer Erich Kellerhals ist tot. Der 78-jährige Handelsunternehmer starb am ersten Weihnachtsfeiertag im Kreis seiner Familie in Salzburg, wie ein Sprecher der Kellerhals-Investmentgesellschaft Convergenta sagte. Der Milliardär war mit gut 21 Prozent an Media-Saturn beteiligt, die mit 65'000 Beschäftigten und rund 22 Milliarden Euro Umsatz grösste Elektronik-Handelskette Europas ist. Mit dem Hauptgesellschafter Metro und später mit deren Abspaltung Ceconomy lag Kellerhals seit 2011 im Clinch über die Geschäftspolitik.

MEHR ARBEITSPLÄTZE: (Berlin) Der wirtschaftliche Aufschwung schafft einer Studie zufolge im kommenden Jahr Hunderttausende Jobs in der Euro-Zone. In den 19 Ländern der Währungsunion soll die Beschäftigung insgesamt um 1,8 Millionen zulegen. "Die Trendwende ist geschafft", kommentierte Experte Bernhard Lorentz eine Prognose des Beratungsunternehmens EY. Bereits im zu Ende gehenden Jahr habe die Zahl der Beschäftigten erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau von 2007 gelegen. Danach hatte die Finanzkrise für einen Wirtschaftseinbruch gesorgt. Auch die Arbeitslosigkeit dürfte weiter zurückgehen. EY rechnet im kommenden Jahr mit einer Quote von 8,6 Prozent, nachdem es bereits 2017 einen Rückgang von 10,0 auf 9,2 Prozent gegeben habe.

WENIGER ARBEITSLOSE: (Paris) Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist im November auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gesunken. Nach Angaben der Agentur Pôle emploi vom Mittwochabend waren 3,45 Millionen Menschen arbeitssuchend gemeldet. Das waren 2,4 Prozent weniger als drei Monate zuvor, aber nur 0,1 Prozent weniger als im November 2016. Besonders deutlich war der Rückgang mit minus 2 Prozent bei jungen Leuten. Einen Anstieg gibt es allerdings bei den Langzeit-Arbeitslosen: Ihre Zahl stieg im November um 4,3 Prozent im Vorjahresvergleich. Insgesamt waren im November 2,52 Millionen Menschen länger als ein Jahr arbeitslos.

IM VISIER DER JUSTIZ: (Nanterre) Wegen möglicher Täuschung der Konsumenten muss sich der Druckerhersteller Epson in Frankreich verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Nanterre westlich von Paris eröffnete nach Angaben vorläufige Ermittlungen wegen eines "eingebauten Verfallsdatums" in Druckerpatronen. Kunden würden offenbar gezwungen, früher Tintenpatronen nachzukaufen als es eigentlich nötig wäre. Damit kommt die Staatsanwaltschaft einer Beschwerde französischer Konsumentenschützer nach. Der Verein Halte à l'obsolescence programmée (Stopp der programmierten Obsoleszenz) wirft Epson, HP, Canon und Brother vor, ihre Druckerpatronen technisch so einzurichten, dass nach einer gewissen Zeit der Druck blockiert wird, obwohl eigentlich noch Tinte darin ist. Es ist das erste Mal, dass in Frankreich in einer solchen Sache ermittelt wird.

ANKLAGE BEI PERSONALDIENSTLEISTER: (Koblenz) Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat fünf Angeschuldigte wegen mutmasslicher Verstrickung in ein mögliches System scheinselbstständiger Ryanair-Piloten angeklagt. Sie sollen als Verantwortliche zweier britischer Personaldienstleister in 920 Fällen keine Sozialversicherungsbeiträge für Piloten abgeführt haben. Die von 2007 bis 2016 nicht bezahlten Beiträge für Ryanair-Piloten mit deutschen Heimatflughäfen sollen sich auf rund sechs Millionen Euro belaufen.

HÖHERE TICKETPREISE: (Berlin) Nach der Air-Berlin-Pleite bleibt das deutsche Kartellamt dem Lufthansa-Konzern auf den Fersen. Im Zuge ihrer Überprüfung erhöhter Ticketpreise äusserte die Behörde ihre Skepsis über die Argumentation des deutschen Branchenprimus. Kartellamtschef Andreas Mundt sagte der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag, das Luftfahrt-Unternehmen könne sich nicht hinter seinem computerbasierten Preissystem verstecken. Die Lufthansa hat nach eigenem Bekunden nicht an der Preisschraube gedreht. Sie verweist vielmehr auf eine Software, die abhängig von der Nachfrage automatisch die Preise für bis zu 26 Buchungsklassen ermittelt. Im Zuge der Insolvenz von Air Berlin sind die Ticketpreise für manche Inlandsflüge nach Experteneinschätzung um bis zu 30 Prozent gestiegen.

HÖHERER BONUS: (Cupertino) Die wieder gestiegenen iPhone-Verkäufe schlagen sich in einem deutlich höheren Bonus für Apple-Chef Tim Cook nieder. Der Konzernlenker bekam für das Ende September abgeschlossene Geschäftsjahr eine Prämie von rund 9,33 Millionen Dollar, wie aus Unterlagen für die Generalversammlung im Februar hervorgeht. Im Vorjahr war der Bonus nach einem Rückgang beim iPhone-Absatz auf 5,4 Millionen Dollar gekappt worden. Insgesamt verbuchte Apple für Cook bei einem Grundgehalt von 3,05 Millionen Dollar eine Vergütung von 12,8 Millionen Dollar. Cook bekommt bei Apple nicht die höchste Vergütung. Top-Manager wie Finanzchef Luca Maestri, die für Apple Stores zuständige Angela Ahrendts oder die Hardware-Spitzen Johny Srouji und Dan Riccio kamen im vergangenen Geschäftsjahr auf jeweils gut 24 Millionen Dollar.

ÖLRESERVEN FÜR KRYPTOWÄHRUNG: (Caracas) Die venezolanische Regierung will die neue Kryptowährung Petro mit den riesigen Erdölreserven des südamerikanischen Landes absichern. Präsident Nicolás Maduro unterzeichnete am Mittwoch ein Dekret, das zu Beginn fünf Milliarden Barrel Öl (je 159 Liter) als Sicherheit für den Petro ausweist. Insgesamt verfügt das erdölreichste Land der Welt nach eigenen Angaben über Reserven von 267 Milliarden Barrel. Künftig sollen auch Gold- und Diamantenvorkommen als Sicherheit für die Kryptowährung zertifiziert werden. Angesichts einer galoppierenden Inflation und einer drohenden Staatspleite hatte Maduro Anfang Dezember die Einführung des Petro angekündigt.

SCHRANKEN FÜR KRYPTOWÄHRUNGEN: (Seoul) Die südkoreanischen Pläne zur Beschränkung des Handels mit Kryptowährungen hat Bitcoin-Anleger in Unruhe versetzt. Der Kurs der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise fiel um zehn Prozent auf 13'600 Dollar. Am Mittwoch hatte sie zeitweise 16'500 Dollar gekostet. In ihrem Sog fielen die Aktien der Bitcoin Group um 2,4 Prozent. Südkorea, eines der weltweit wichtigsten Länder für den Handel mit virtuellen Währungen, will unter anderem die Öffnung anonymer Konten für Cyber-Devisen verbieten. Ausserdem soll ein neues Gesetz Aufsichtsbehörden unter bestimmten Umständen die Schliessung von Börsen erlauben, an denen Bitcoin & Co. gehandelt werden.

AUSLÄNDISCHE INVESTITION: (Peking) Chinas Regierung reagiert auf die US-Steuerreform sowie die Abschwächung der Auslandsinvestitionen. Das Finanzministerium in Peking kündigte an, dass ausländische Unternehmen ihre Gewinne vorerst nicht mehr versteuern müssten, wenn sie diese wieder im Land investierten. Der Schritt solle ausländische Investitionen wieder ankurbeln. Die Regelung, die auf der Webseite des Ministeriums veröffentlicht wurde, gilt sogar rückwirkend zum 1. Januar 2017. Nach der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump wird in China befürchtet, dass amerikanische Unternehmen ihre Gewinne in die USA zurückführen oder sich ganz zurückziehen könnten.

FEHLERHAFTE GELDSCHEINE: (Manila) Die philippinische Zentralbank (BSP) hat die Ausgabe fehlerhafter 100-Peso-Scheine eingeräumt, auf denen das Gesicht eines früheren Präsidenten fehlt. Der Fehler sei auf eine "Panne" der Druckmaschinen zurückzuführen, sagte BSP-Vertreterin Carlyn Pangilinan vor Journalisten, nachdem eine Frau ein Foto des fehlerhaften Scheins bei Facebook veröffentlicht hatte. Am auffälligsten auf dem fehlerhaften Schein war das nicht vorhandene Bild von Ex-Präsident Manuel Roxas, der in den 40er Jahren regierte. Statt seines Porträts war lediglich eine leere Stelle zu sehen. Überdies fehlten auf dem Schein zwei Worte des offiziellen Landesnamens. Der Bangko Sentral ng Pilipinas zufolge wurden bislang 33 der fehlerhaften Banknoten entdeckt.