Gazenergie

Tagesüberblick - Donnerstag, 20. Juli 2017

Zürich, 20.07.2017

 

POLITIK

FORSTWIRTSCHAFT (Bern): Sinkende Preise und ausländische Konkurrenz machen der heimischen Forstwirtschaft zu schaffen. 2016 erreichte die Holzernte den tiefsten Stand seit fast 20 Jahren. Die meisten Schweizer Forstbetriebe sind in den roten Zahlen. Letztes Jahr wurden in den Schweizer Wäldern insgesamt 4,46 Millionen Kubikmeter Holz geschlagen. Das sind 2 Prozent weniger als 2015, wie aus der Forststatistik des Bundes hervorgeht. Geringer war die Holzernte letztmals 1997. Ohne den Wald zu übernutzen, könnten pro Jahr bis zu 8 Millionen Kubikmeter geerntet werden.

TROCKENHEIT (Sissach BL): Nach Monaten ohne nennenswerte Niederschläge sind manche Bäche im Kanton Baselland am Austrocknen. Als erster ist nun der Homburgerbach bei Sissach abgefischt worden; weitere könnten folgen. Insgesamt wurden gegen 450 Bachforellen und diverse Groppen aus dem Bach geholt und umgesiedelt. In der Nordwestschweiz ist es heuer am trockensten. Seit Jahresbeginn 2017 hat es im Raum Basel kaum geregnet. Im Juni mass MeteoSchweiz in der Stadt 32 Millimeter Niederschlag; das ist nur gut ein Drittel des Monatsdurchschnitts seit 1981.

MEDIEN (Bern): Neun von zehn Personen in der Schweiz hören täglich Radio. Die Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer nutzen das Medium im Schnitt 114 Minuten pro Tag. Dies zeigen die Radionutzungszahlen des ersten Halbjahres 2017 von Mediapulse. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum hörten Schweizerinnen und Schweizer in allen Sprachregionen etwa 4 Minuten weniger lang Radio. Auch die Reichweite ging in allen Landesteilen leicht zurück. So kamen an einem durchschnittlichen Tag im ersten Halbjahr 86 Prozent der Deutschschweizer in Kontakt mit einem oder mehreren Radiosendern.

BUNDESGERICHT (Lausanne): Das Bezirksgericht Laufenburg AG hat vier Tage nach seinem Urteil zum Anlagebetrug der ASE Investment einen internen Bericht einer involvierten Bank entsiegeln lassen, obwohl im Prozess explizit auf dieses Dokument verzichtet worden war. Damit sei das Bezirksgericht übers Ziel hinausgeschossen, lautet der Schluss des Bundesgerichts. Die ASE Investment mit Büroräumlichkeiten in Frick war eine externe Vermögensverwalterin und bot ihren Kunden Devisenhandel in unterschiedlichen Produkten an. Anleger wurden mit Renditeversprechen von bis zu 18 Prozent angelockt. Der Ex-Geschäftsführer und der Ex-Verwaltungsratspräsident waren im Dezember vergangenen Jahres unter anderem wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und ungetreuer Geschäftsführung verurteilt worden. Die Deliktsumme beträgt 170 Millionen Franken. Es gibt 2500 Geschädigte.

URTEIL (Luzern): Auf dem Lozärner Bier muss künftig gekennzeichnet sein, dass das Bier in Schaffhausen gebraut wird und nicht - wie der Name vermuten lassen könnte - in Luzern. Das Luzerner Kantonsgericht hat eine entsprechende Beschwerde der Lozärner Bier AG abgewiesen. Das Unternehmen habe die Produktbezeichnung Bier mit dem geografischen Hinweis "Lozärner" verknüpft, schreibt das Luzerner Kantonsgericht. Der durchschnittliche Konsument gehe davon aus, dass der eigentliche Brauprozess in der Gemeinde Luzern oder mindestens im Kanton Luzern stattfinde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

VERMISCHTES

ARMEEUNFALL (Knonau ZH): In einem Kreisel bei Knonau im Kanton Zürich sind am Donnerstagmittag zwei Radschützenpanzer Piranha der Schweizer Armee ineinander geprallt. Zwei Armeeangehörige wurden verletzt, wie das Verteidigungsdepartement (VBS) mitteilte. Eine der Personen erlitt eine leichte Hirnerschütterung, eine weitere Person zog sich Prellungen am Arm zu, wie Armeesprecher Daniel Reist gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Zum Unfall kam es im Rahmen einer Verschiebung, wie Daniela Cueni, Pressesprecherin der Militärjustiz, ausführte. Insgesamt seien vier Radschützenpanzer unterwegs gewesen. Zwischen zwei Panzern sei es in einem Kreisel zu einem Auffahrunfall gekommen. Gemäss Reist befanden sich zu diesem Zeitpunkt rund 20 Personen in den beiden Panzern. Die Unfallursache war vorerst unklar. Die Militärjustiz hat eine Untersuchung eröffnet.

FLUGZEUGABSTURZ (Pfäffikon ZH): Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs im Auenfeld bei Pfäffikon ZH am Mittwochabend sind noch viele Fragen offen. Die beiden schwer verletzten Insassen, ein 35-jähriger Fluglehrer und sein 40-jähriger Schüler, konnten bisher nicht einvernommen werden. Dies teilte die Kantonspolizei Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit. Daher sind die Gründe für den Absturz noch immer genauso unklar wie die Frage, ob sich das Flugzeug zu diesem Zeitpunkt im An- oder Abflug befand. Das Kleinflugzeug stürzte am Mittwoch gegen 18.30 Uhr in der Nähe des kleinen Regionalflugplatzes Speck-Fehraltorf ab.

BADEUNFALL (Hünenberg ZG): Eine 32-jährige Frau ist am Mittwoch beim Schwimmen im Strandbad Hünenberg im Zugersee ertrunken. Kurz nach 17 Uhr geriet die Frau aus unbekannten Gründen unter Wasser und tauchte nicht mehr auf, wie die Zuger Polizei mitteilte. Die sofort eingeleitete Suchaktion blieb erfolglos. Polizeitaucher der Kantonspolizei Schwyz konnten die Frau schliesslich am Donnerstag in einer Tiefe von rund vier Metern orten und nur noch tot bergen. Der genaue Unfallhergang wird derzeit ermittelt.

TIERE (Servion VD): Der Zoo im waadtländischen Servion ist von der Geburt zweier Waschbärenbabys überrascht worden. Der Nachwuchs wurde erst nach rund zwei Monaten entdeckt. Der Zoo von Servion hat zwar seit 35 Jahren Waschbären. Trotz der grossen Erfahrung wurden die Tierpfleger aber überrascht: "Nichts liess auf eine baldige Geburt schliessen", teilte der Zoo mit. Der Waschbären-Nachwuchs muss bereits im April zur Welt gekommen sein. Die nachtaktiven Tiere halten sich während des Tages oft in einem ausgehöhlten Baumstamm im Gehege auf.

KRIMINALITÄT (Wädenswil ZH): Auf dem Pannenstreifen oder einfach in der Mitte durch: Ein 33-Jähriger fiel mit seinem BMW am Sonntagabend auf der A3 durch wilde Überholmanöver auf. Die Kantonspolizei Zürich konnte ihn schliesslich bei Wädenswil stoppen. Er roch stark nach Alkohol und wurde verhaftet. Eine Blut- und Urinprobe wurde angeordnet.

RASER (Sitten): Ein 22-jähriger Autolenker ist am vergangenen Samstag in Sitten innerorts mit 111 km/h anstatt der erlaubten 50 km/h geblitzt worden. Die Polizei nahm ihm den Führerausweis auf der Stelle ab. Der im Kanton Wallis wohnhafte Italiener wurde zudem bei der Staatsanwaltschaft sowie der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt (DSUS) angezeigt, wie die Walliser Kantonspolizei mitteilte. Bei den 111 km/h war die Toleranz von 6 km/h bereits abgezogen, womit er die signalisierte Geschwindigkeit um 61 km/h übertraf. Er muss mit dem Entzug des Führerausweises während zwei Jahren sowie einer Haftstrafe von einem bis vier Jahre rechnen.

UNWETTER (Luzern): Am Mittwochabend hat sich unter anderem über Luzern und Teilen des Kantons Schwyz ein heftiges Gewitter entladen. In Luzern gerieten mehrere Menschen in Seenot, und beim Lido wurden drei Kinder von einem umstürzenden Baum leicht verletzt. In Steinerberg im Kanton Schwyz musste die Feuerwehr einen Brand löschen, weil ein Blitz in einen Dachstock eingeschlagen hatte. Die Feuerwehren Tuggen und Vorderthal waren damit beschäftigt, umgestürzte Bäume zu beseitigen, in Altendorf stand eine Energiezentrale unter Wasser. Die Kantonspolizei rückte zudem nach Wangen aus, weil dort eine Baustellenabschrankung auf ein Auto gestürzt war und sich zwei Schiffsanhänger selbständig gemacht hatten.