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Tagesüberblick - Donnerstag, 11. Januar 2018

Zürich, 11.01.2018

 

OPTIMISTISCHE BANKEN: (Zürich) Die Schweizer Banken zeigen sich so zuversichtlich wie schon lange nicht mehr. In der Schweizer Finanzbranche herrscht Zuversicht. In einer Studie des Beratungsunternehmens EY gaben 82 Prozent der insgesamt 100 befragten Banken an, dass sie im laufenden Geschäftsjahr ein besseres Ergebnis erwarten als im abgelaufenen bereits erfolgreichen Jahr. In der letzten Umfrage betrug der Anteil der Optimisten lediglich 68 Prozent. Die gehobene Stimmung zeigt sich auch darin, dass die Schweizer Banken den Fokus wieder verstärkt auf Wachstum legen. So ist der Anteil der Banken, die Innovation und Ertragswachstum die grösste Bedeutung zumessen, von 27 Prozent im Vorjahr auf 43 Prozent angestiegen. Die Themen Kostensenkung und Effizienzsteigerung dagegen sind in Erwartung sprudelnder Gewinne wieder etwas in den Hintergrund gerückt und besetzen nicht mehr den Spitzenplatz.

GUTES JAHR: (Zürich) Vor dem Hintergrund der guten Stimmung an den Finanzmärkten hat die Schweiz ein leicht überdurchschnittliches Jahr bei Fusionen und Akquisitionen erlebt. Gleichzeitig waren die Börsengänge so gross wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Insgesamt fanden in der Schweiz im vergangenen Jahr 383 Fusionen und Übernahmen mit einem Gesamtvolumen von 47 Milliarden Franken statt. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Jahr 2016, als Transaktionen im Wert von 63 Milliarden Franken über die Bühne gegangen waren. Allerdings war 2016 volumenmässig das beste Jahr seit langem gewesen. Damals hatte alleine der Kauf des Agrochemiekonzerns Syngenta durch den chinesischen Staatskonzern Chemchina für gut 43 Milliarden Franken das Volumen in die Höhe getrieben. Mit 47 Milliarden Franken liegt 2017 immer noch über dem langjährigen Schnitt von 38 Milliarden Franken.

"HIRE & FIRE": (Zürich) Bei Konzernsitzen wird auch in der Schweiz immer die angelsächsische "Hire & Fire"-Kultur Mode. Das schnelllebige Einstellen und Rauswerfen von Mitarbeitern erhöht laut einer Studie die Personalfluktuation merklich. So waren im vergangenen Jahr bei 26 Prozent der Kündigungen eine Reduktion des Personalbestandes die Ursache. Dies ist deutlich mehr als noch im Jahr davor (15 Prozent). Hinzu kommt, dass ein Drittel aller Kündigungen in Stabsstellen und Management-Unterstützungsfunktionen betrafen. Das ist ebenfalls mehr als in den Vorjahren. 2016 wurden 31 Prozent aller Kündigungen in diesen Funktionen ausgesprochen, 2015 waren es erst 24 Prozent gewesen. "Diese zwei Entwicklungen können dadurch begründet werden, dass 2017 bei vielen Hauptsitzen von in der Schweiz ansässigen globalen Unternehmen Personal abgebaut wurde", stellte die Studie fest.

ABSICHERUNG GEFORDERT: (Zürich) Nach den vielen Airlinepleiten der letzten Monate haben die Reiseveranstalter die Nase voll: Die europäischen Reiseverbände fordern erneut eine Kundengeldabsicherung der Fluggesellschaften. Eine Million geschädigte Passagiere innerhalb von drei Monaten sind sind nach Ansicht der Reiseveranstalter genug. Alle Mitglieder des europäischen Dachverbands der Reisebranche ECTAA fordern vom EU-Verkehrsministerium, dass die Airlines endlich eine Kundengeldabsicherung haben müssen. Der Schweizer Reise-Verband SRV schloss sich der Forderung an. Denn in den letzten Monaten waren gleich mehrere Fluggesellschaften wie Air Berlin, ihre Tochter Niki oder die britische Monarch am Boden geblieben. Dabei blieben jeweils hunderttausende Passagiere stecken. Bei Pauschalreisen mussten die Reiseveranstalter für ihre Kunden Ersatzflüge organisieren, was teuer wurde.

HARZIGE UHRENVERKÄUFE: (Genf) Der Luxusgüterkonzern Richemont ist zuletzt etwas langsamer gewachsen: Im dritten Quartal legte der Umsatz um 1 Prozent auf 3,119 Milliarden Euro zu. In Lokalwährungen waren es 7 Prozent, nach 12 Prozent im ersten Halbjahr. Das teilte der Mutterkonzern von Marken wie Cartier, Montblanc oder IWC mit. Richemont hatte seine Investoren bereits vorgewarnt, dass sich das Wachstum abschwächen dürfte. Vor allem bei den Luxusuhren lief es harzig. Die Schmuckhäuser des Konzerns steigerten die Umsätze in Lokalwährungen um 11 Prozent, während die Uhrenhersteller nur um 1 Prozent wachsen konnten.

UMSATZPLUS FÜR BOSSARD: (Zug) Das Zuger Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard hat 2017 dank des Ausbaus von Kapazitäten und Zukäufen einen Wachstumsschub erlebt. Der Umsatz erhöhte sich im letzten Geschäftsjahr um 13,1 Prozent auf rund 786 Millionen Franken. Zulegen konnte Bossard laut Mitteilung in allen drei Marktregionen Europa, Amerika und Asien mit zweistelligen Zuwachsraten. Im letzten Quartal brummte vor allem das Geschäft in Europa ausserordentlich stark, wo Bossard mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Weitere Fortschritte verzeichnete Bossard auch im US-Geschäft - nicht zuletzt wegen Übernahmen wie von Arnold Industries und der Zusammenarbeit mit dem US-Elektrofahrzeughersteller Tesla.

CLARIANT IM SIX-VISIER: (Muttenz BL) Die geplatzte Fusion mit dem US-Konzern Huntsman hat für Clariant ein Nachspiel. Die Börsenaufsicht Six Exchange Regulation hat im Zusammenhang mit der Fusionsankündigung eine Untersuchung gegen den Baselbieter Chemiekonzern eröffnet. Es geht um eine mögliche Verletzung der Vorschriften zur Ad hoc-Publizität, wie die Six mitteilte. Bereits nach der Fusionsankündigung gab es Kritik, weil Clariant Journalisten des Wirtschaftsmagazins "Eco" des Schweizer Fernsehens SRF vorab eingeweiht hatte. Die Six selbst erteilt zwar keine Auskünfte zum Verfahren. Clariant verweist aber in ihrer Stellungnahme auf die Sendung. Es seien rechtlich bindende Vertraulichkeitserklärungen unterschrieben worden. Aus der Sicht von Clariant seien die Ad Hoc-Publizitätsvorschriften eingehalten worden.

NESTLÉ VERKAUFT SCHOKORIEGELMARKE: (Vevey VD) Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle verkauft die australische Schokoriegelmarke Violet Crumble an das dortige Familienunternehmen Robern Menz. Über den Kaufpreis macht die Unternehmen keine Angaben Eine entsprechende Vereinbarung hätten die beiden Firmen bereits unterzeichnet, bestätigte Nestlé entsprechende Medienberichte. Violet Crumble ist ein Schokoriegel, der seit 1913 in Australien produziert wird. Nestlé erwarb 1989 die Traditionsmarke mit der Übernahme des britischen Nahrungsmittelsunternehmens Rowntree Company.

NEUE KREBS-CHEFIN: (Basel) Elizabeth Barrett wird neue Onkologie-Chefin von Novartis. Die US-Amerikanerin tritt per 1. Februar die Nachfolge von Bruno Strigini an, der den Basler Pharmakonzern aus persönlichen verlässt. Novartis beschreibt das neue Geschäftsleitungsmitglied in einer Mitteilung als "erfahrene Pharma-Führungskraft mit starken Marketingfähigkeiten". Elizabeth Barrett leitet derzeit noch das Onkologiegeschäft des Novartis-Konkurrenten Pfizer. Bei Novartis werde sie in Basel stationiert sein, heisst es im Communiqué.

KRÄFTIGER AUFSCHWUNG: (Berlin) Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo 2017 gesteigert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte um 2,2 Prozent zu, nach 1,9 Prozent 2016. Dies teilte das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mit.Damit legte Deutschland das stärkste Wachstum seit 2011 hin. Damals musste sich Europas grösste Volkswirtschaft allerdings von der tiefen Rezession 2009 infolge der globalen Finanzkrise erholen.

KONJUNKTUR BESCHEUNIGT: (Peking) Die chinesische Wirtschaft ist nach den Worten von Ministerpräsident Li Keqiang im vergangenen Jahr schneller gewachsen. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) habe um rund 6,9 Prozent zugelegt, zitiert ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Das wäre mehr als 2016, als mit 6,7 Prozent das kleinste Plus seit 26 Jahren heraussprang. Das Statistikamt will am 18. Januar eine erste Schätzung veröffentlichen.

BETRUG AM STAAT: (Hamburg) Banken haben in Deutschland in grösserem Umfang mit einem Steuertrick den Staat hintergangen als bisher angenommen. Wie das deutsche Finanzministerium am Donnerstag mitteilte, geht es mittlerweile um 417 Verdachtsfälle mit einem möglichen Gesamtschaden von 5,3 Milliarden Euro. Demnach war im Herbst noch von rund 260 Verdachtsfällen die Rede. Beim Steuertrick geht es um sogenannte Cum-Ex-Geschäfte. Dabei kaufen und verkaufen Banken unmittelbar um einen Dividendenstichtag herum in Leerverkäufen Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch und lassen sich eine nur einmal gezahlte Kapitalertragssteuer von den Finanzämtern mehrmals erstatten.

VERBOT VON KRYPTO-HANDEL: (Seoul) Südkoreas Justizminister hat am Donnerstag ein Verbot des Börsenhandels von Kryptowährungen angekündigt. Ein entsprechendes Gesetz sei in Vorbereitung, sagte Park Sang Ki vor Journalisten. Es gebe grosse Bedenken hinsichtlich der virtuellen Währungen und daher bereite das Ministerium ein Verbot des Handels über entsprechende Börsen vor. Details zu den Planungen nannte der Minister nicht.

MILLIARDENSCHADEN DURCH "BURGLIND": (Frankfurt) Der Wintersturm "Burglind" kostet die Versicherer Schätzungen zufolge mehr als eine Milliarde Euro. Die versicherten Schäden in Europa lägen insgesamt zwischen 1,1 und 1,6 Milliarden Euro, teilten die Experten vom Fachdienst AIR Worldwide mit. Der Grossteil der Summe entfalle auf Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Belgien, die Schweiz und die Niederlande. Das Orkantief, das im nicht deutschsprachigen Raum unter dem Namen "Eleanor" bekannt war, war Anfang Januar über Europa hinweggezogen. Für die Schweiz hatten die Gebäudeversicherungen und mehrere private Versicherungen am Tag nach "Burglind" Schäden von insgesamt 60 bis 90 Millionen Franken in Aussicht gestellt.

ZWEITES KONKURSVERFAHREN: (Wien) Das Ringen um die Air-Berlin-Tochter Niki wird zum Kampf gegen die Zeit. Mit einem zweiten Konkursverfahren in Österreich soll der Verkauf der insolventen Fluglinie Niki an den britisch-spanischen IAG-Konzern noch vor Ablauf einer Rücktrittsfrist abgesichert werden. Beim Landgericht Korneuburg habe Niki am Donnerstag einen Antrag auf ein Sekundär-Insolvenzverfahren eingereicht, bestätigte ein Gerichtssprecher. Darin mache sich der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther dafür stark, dass die spanische Vueling auch in Österreich als Bestbieterin für Niki-Teile akzeptiert werde, heisst es im Insolvenzantrag. Der Richter werde frühestens am Freitag darüber entscheiden, ob der Antrag zugelassen werde.

DELTA MIT GEWINNRÜCKGANG: (Atlanta) Die US-Fluggesellschaft Delta hat 2017 trotz guter Geschäfte im Schlussquartal einen Gewinnrückgang erlitten. Der Überschuss sank im Gesamtjahr um 18 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Zum Jahresende bremsten zudem ein totaler Stromausfall am internationalen Flughafen Hartsfield-Jackson am Delta-Sitz Atlanta sowie der Wintersturm Benji und die dadurch verursachten Flugausfälle das ansonsten besser laufende Geschäft. Im abgelaufenen Jahr steigerte Delta den Umsatz auch dank des Schlussspurts im vierten Quartal um vier Prozent auf 41,2 Milliarden Dollar.

SPANIEN ÜBERHOLT USA: Trotz der Katalonienkrise ist Spanien 2017 nach Frankreich das Land mit den meisten Touristen gewesen. Mit 82 Millionen Touristen überholte es die USA, wie der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy am Mittwoch in Rom sagte. Demnach verzeichnete Spanien einen Anstieg der Besucherzahlen von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt seien durch ausländische Touristen 87 Milliarden Dollar eingenommen worden. Nach Schätzungen des französischen Aussenministeriums dürften Frankreich im vergangenen Jahr 88 bis 89 Millionen Menschen besucht haben. Die USA hatten 2016 nach Angaben der Welttourismusorganisation UNWTO 75,6 Millionen Besucher.

CHEF NIMMT DEN HUT: (London) Rund fünf Monate nach der Übernahme von Opel durch die französische PSA-Gruppe geht der Chef der Schwestermarke Vauxhall in Grossbritannien. Rory Harvey räume den Posten, teilte Vauxhall am Donnerstag ohne Angabe von Gründen mit. Neuer Chef von Vauxhall wird ab Februar der PSA-Manager Stephen Norman. PSA hatte Opel und Vauxhall Anfang August übernommen. Der französische Konzern verlangt, dass beide ab 2020 wieder schwarze Zahlen schreiben. Bei Vauxhall sollen 650 Stellen im Werk Ellesmere Port im Nordwesten Englands gestrichen werden. Das ist ein Drittel der dortigen Beschäftigten.

HÖHERE LÖHNE: (Bentonville) Der grösste US-Arbeitgeber Walmart will im Zuge der Steuerreform die Gehälter für Stundenlohnempfänger anheben. Das Einstiegsgehalt steige ab Februar auf 11 Dollar pro Stunde, teilte der Shopping-Riese am Donnerstag mit. Walmart zahlte seit Februar 2016 einen Mindestlohn von zehn Dollar pro Stunde. Zusätzlich sollen bestimmte Mitarbeiter bis zu 1000 Dollar an einmaligen Boni erhalten. Die Kosten für die Massnahmen bezifferte der Konzern auf insgesamt rund 700 Millionen Dollar. Darüber hinaus soll künftig mehr Elternzeit gewährt werden. Der Konzern begründete dies mit der Steuerreform, von der der Detailhandel stark profitiert.

CARSHARING-ANBIETER IN FAHRT: (Stuttgart) Der grösste deutsche Carsharing-Anbieter Car2go aus dem Daimler-Konzern hat im vergangenen Jahr bei den Kundenzahlen kräftig zugelegt. Mit 2,97 Millionen Kunden seien 30 Prozent mehr Nutzer beim Unternehmen registriert gewesen als im Jahr zuvor. Damit sei das Unternehmen weiter weltweiter Spitzenreiter bei den nicht-stationsgebundenen Carsharing-Unternehmen, teilte Car2g in Stuttgart mit. "Wir sind in allen Bereichen gewachsen - Kundenzahl, Mietdauer und Fahrzeugauslastung - und das in allen Regionen, in denen wir aktiv sind.", sagte Car2go-Chef Olivier Reppert.

ARBEITSPLÄTZE IN GEFAHR: (London/München) Ein Scheitern der Brexit-Gespräche könnte laut einer Studie allein bei Deutschlands Autozulieferern 14'000 Jobs in Gefahr bringen. Demnach müsste die Branche im Falle eines ungeregelten EU-Austritts Grossbritanniens im Jahr des Ausscheidens mit Einbussen von bis zu 3,8 Milliarden Euro rechnen. Grund dafür sei die starke Verflechtung deutscher Zulieferer mit deutschen, britischen und anderen europäischen Automobilproduzenten, heisst es in einem Bericht der Unternehmensberatung Deloitte.