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Tagesüberblick - Dienstag, 12. Dezember 2017

Zürich, 12.12.2017

 

CYBERRISIKO: (Zürich) Jedes dritte kleine und mittlere Schweizer Unternehmen (KMU) hat bereits eine Cyberattacke erlebt. Dennoch sehen sich mehr als die Hälfte der KMU-Geschäftsführer gut geschützt vor Cyberrisiken. Die Sorglosigkeit der KMU ist laut dem der Dachverband der ICT-Wirtschaft beunruhigend. Nur vier Prozent der KMU-Chefs sähen es als grosse oder sehr grosse Gefahr, durch einen Cyberangriff in der Existenz gefährdet zu sein. Laut der Umfrage bei 300 KMU-Chefs, die ICT Switzerland durchführen liess, führten die Cyberangriffe bei 6 Prozent der Firmen zu Datenverlust. Bei 3 Prozent kam es zu einer absichtlich herbeigeführten Überlastung des Netzes oder Zugangsverweigerung. Weitere 2 Prozent beklagten Datendiebstahl und 4 Prozent der Firmen wurden Opfer einer Erpressung.

NAHRUNGSMITTEL: (Bern) Die Menge der importierten Nahrungsmittel in die Schweiz ist seit 1990 von rund 2 auf etwa 4 Millionen Tonnen gewachsen. Pro Kopf bedeutet das eine Zunahme von 344 auf 499 Kilo. Die Steigerung der Nahrungsmittelimporte um fast 80 Prozent sei damit dreimal stärker als das Bevölkerungswachstum, heisst es in einem Bericht der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV). Die Bevölkerung ist im Zeitraum von 1990 bis 2016 um 25 Prozent gewachsen. Den höchsten Wachstumsbeitrag lieferten die Getränke mit 40 Prozent. Diese haben sich seit 1990 mengenmässig verdreifacht, was einer Zunahme von 73 Liter pro Kopf entspricht. Insbesondere der Import von Mineralwasser fiel ins Gewicht. Mineralwasser machte alleine 22 Prozent der Importsteigerung von Nahrungs- und Genussmitteln aus.

ZWEI WEITERE FLUGZEUGE: (Basel) Easyjet steht am Flughafen Basel-Mülhausen vor einem weiteren Ausbauschritt: Nächstes Jahr will der britische Billigflieger am EuroAirport (EAP) zwei zusätzliche Maschinen in Betrieb nehmen. Mit den zwei zusätzlichen Airbus A320 erhöht sich die Zahl der am EAP stationierten Easyjet-Flugzeuge auf elf. Weitere 14 Maschinen werden von Genf aus betrieben. Damit verfügt die Airline in der Schweiz über insgesamt 25 Flieger. Aktuell stehen bei Easyjet 279 Flugzeuge im Einsatz. Die zwei neuen Maschinen in Basel seien "ein riesiger Schritt nach vorne", sagte der Easyjet-Manager Thomas Haagensen vor den Medien. Durch die beiden Maschinen, die im Verlauf des kommenden Sommers in Basel-Mülhausen stationiert werden, entstehen bei Easyjet 72 neue Arbeitsplätze. Weitere 750 werden indirekt im Raum Basel geschaffen, wie Haagensen sagte.

AUFSCHWUNG HÄLT AN: (Zürich) Die Schweizer Arbeitgeber zeigen sich in Bezug auf den Arbeitsmarkt so optimistisch wie schon lange nicht mehr. Sie erwarten in den ersten drei Monate 2018 eine deutliche Zunahme der Neueinstellungen. Die saisonbereinigte Netto-Arbeitsmarktprognose für das erste Quartal 2018 liegt bei drei Prozent. Das sei die zuversichtlichste Prognose seit dem ersten Quartal 2011, schreibt der Arbeitsvermittler Manpower in einer Mitteilung. Besonders zuversichtlich sind die Arbeitgeber in der Region Zürich (+7 Prozent), im Espace Mittelland (+6 Prozent) und in der Nordwestschweiz (+5 Prozent). In der Zentralschweiz dagegen erwarten die Arbeitgeber einen Abbau von Stellen (-4 Prozent). In der Genferseeregion wird keine Veränderungen des Arbeitsmarktes erwartet.

LOHNRUNDE 2018: (Basel) Roche erhöht die Lohnsumme für seine 14'000 Mitarbeitenden in der Schweiz auch im kommenden Jahr. Mit 0,75 Prozent liegt die Anpassung für 2018 allerdings unter den 0,9 Prozent, die für die beiden Vorjahre gewährt worden waren. Über das Ausmass der Erhöhung haben sich die Sozialpartner dieses Mal nicht einigen können, wie Roche mitteilte. Die Verhandlungen mit den Angestelltenverbänden Roche (AVR) und der Arbeiterkommission Roche Basel (AKR) seien jedoch von beiden Seiten in einer engagierten, fairen und konstruktiven Atmosphäre geführt worden, hielt der Basler Konzern fest. Die nun vorgesehene Erhöhung erfolge in Anerkennung des hohen Einsatzes der Mitarbeitenden. Zudem seien die Löhne im Marktvergleich sowie die Entwicklung der Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Die Erhöhung bildet den Rahmen für individuelle, leistungsabhängige Gehaltsanpassungen ab dem 1. April 2018.

KONKURS: (Zug) Das Zuger Blockchain-Start-up Monetas ist am Ende. Das Zuger Kantonsgericht hat am 5. Dezember den Konkurs über Monetas eröffnet. Die im Jahr 2013 vom gebürtigen Südafrikaner Johann Gevers gegründete Monetas galt als Vorzeigeunternehmen des Crypto Valley in Zug. Die Firma wollte die Abwicklung von alltäglichen Finanzgeschäften auf einer Blockchain-basierten Lösung ohne Bankkonto ermöglichen. Die Finanzprobleme waren schon länger bekannt. Gemäss dem Konkursamt Zug läuft die Beschwerdefrist bis am 15. Dezember.

ROHSTOFFINDUSTRIE: (Baar ZG) Der Rohstoffhändler und Bergbaukonzern Glencore rechnet mit Blick nach vorne mit einer robusten Nachfrage nach Rohstoffen wie Kupfer, Kobalt oder Zink. Der Konzern rechnet nach wie vor mit einer fixen Basisausschüttung an die Aktionäre im kommenden Jahr von 1 Milliarden Dollar. Zusätzlich seien variable Zahlungen von mindestens 25 Prozent des operativen Free Cash Flow vorgesehen, bekräftigt Glencore im Vorfeld des Investoren-Updates früher gemachte Versprechungen. Bereits im laufenden Jahr hatte die Gruppe Dividendenzahlungen von 1 Milliarden vorgenommen, nachdem zuletzt auf die Ausschüttung von Dividenden verzichtet worden war.

NEUER CEO I: Die japanische Roche-Tochter Chugai hat Tatsuro Kosaka zum neuen CEO ernannt. Der Verwaltungsrat habe entschieden, dass Kosaka den Chefposten von Osamu Nagayama übernehmen soll, heisst es in einer Medienmitteilung. Derzeit habe Kosaka noch den Posten des COO inne. Der Chefwechsel soll an der nächsten Generalversammlung im März 2018 formalisiert werden. Als Grund für diese Entscheidung verweist Chugai in der Mitteilung auf den mittelfristigen Geschäftsplan, den Chugai und Roche beschlossen hatten. 2018 stelle das Abschlussjahr dieses Plans dar. Dies sei also auch die Zeit, in der ein neuer Plan erstellt werden müsse, der dann im Jahr 2019 beginne.

NEUER CEO II: (Lyss) Wechsel an der Spitze des Technologieunternehmens Feintool: Ab Januar 2018 ersetzt Knut Zimmer Bruno Malinek als CEO, wie Feintool mitteilte. Zimmer stiess 2012 mit der Akquisition von Herzing & Schroth zu Feintool. Der 54-jährige Zimmer werde wie sein Vorgänger das Segment der Teilefertigung System Parts in Personalunion mit der CEO-Funktion führen. Seit 2017 war Zimmer für das gesamte europäische Teilegeschäft der Feintool-Gruppe zuständig. Bruno Malinek, der erst seit Herbst 2016 Unternehmenschef (CEO) war, übernehme eine beratende Funktion bei Mubea. Bei Mubea handelt es sich um eine Firmengruppe des 2017 ausgeschiedenen ehemaligen Grossaktionärs Thomas Muhr.

BETEILIGUNGSKAUF: (Baden) Der Energieversorger Axpo baut das Privatkundengeschäft in Italien aus. Zur Vergrösserung der Kundenbasis kauft Axpo Italia einen Minderheitsanteil von 5 Prozent an Alleanza 3.0 Luce e Gas SpA, wie der Energiekonzern mitteilte. Zum Kaufpreis wurde keine Angabe gemacht. Alleanza 3.0 Luce e Gas SpA sei Teil der grössten italienischen Detailhandelskette Coop (Cooperativa di Consumatori) und im Strom- und Gashandel für Privatkunden tätig. Das Filialnetz von Coop Alleanza 3.0 erstreckt sich laut Mitteilung über zwölf Regionen des Landes und umfasst mehr als 400 Filialen. Seit 2014 arbeitet Axpo eng mit Coop Alleanza 3.0 zusammen. Um die bereits bestehende Geschäftsbeziehung zu vertiefen und das Privatkundengeschäft noch weiter auszubauen, komme es nun zu der Beteiligung. Damit sichere man sich den Zugang zu den 2,5 Millionen Kunden, schreibt Axpo.

VERSICHERUNGEN: (Lausanne) Bei der Versicherung Vaudoise nimmt einer der obersten Chefs den Hut. Renato Morelli, Stellvertreter des Generaldirektors (COO) und Leiter des Sektors Versicherungen, wird das Unternehmen verlassen. Die Zusammenarbeit werde beendet aufgrund von unterschiedlichen Ansichten in Bezug auf die strategische Vision und die Organisation des Unternehmens, heisst es in einer Mitteilung. Morellis Aufgaben werden von Kollegen des Direktionsausschusses übernommen, heisst es weiter. Der 51-jährige Morelli kam 2004 zur Vaudoise.

ÜBERNAHMEPLÄNE: (Sydney/Melbourne) Der auf Einkaufszentren spezialisierte französische Immobilienkonzern Unibail-Rodamco will für 24,7 Milliarden Dollar den australischen Konkurrenten Westfield schlucken. Das Gebot von 7,55 Dollar pro Aktie enthalte einen Aufschlag von 18 Prozent auf den Kurs der Westfield-Papiere, teilte das Unternehmen mit. Westfield empfahl seinen Anteilseignern die Offerte als "sehr überzeugend". Die Australier betreiben 35 Einkaufszentren in den USA und Grossbritannien. Die Übernahme würde nach Angaben von Unibail-Rodamco einen global aufgestellten Immobilienriesen mit einem Bruttomarktwert von 72 Milliarden Dollar und Standorten in 27 attraktiven Einzelhandelsmärkten schaffen.