Gazenergie

Swiss Steel mit tieferem Umsatz und Verlust im dritten Quartal

Zürich, 11.11.2020

 

Der Stahlhersteller Swiss Steel (vormals Schmolz+Bickenbach) hat auch im dritten Quartal unter der schwachen Nachfrage von Seiten der Autobauer und der Industrie gelitten. Im Vergleich zum zweiten Quartal legte der Umsatz jedoch klar zu. Unter dem Strich resultierte gleichwohl ein weiterer Verlust. Der Konzern zieht die Sparschraube weiter an.

Der Umsatz des in Luzern ansässigen Konzerns ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 24 Prozent auf 509,4 Millionen Euro zurück. Der Absatz sank dabei um 18 Prozent auf 332 Kilotonnen, wie Swiss Steel am Mittwoch mitteilte. Gegenüber dem zweiten Quartal ist der Absatz jedoch um rund 10 Prozent gesteigert worden und lag in der zweiten Hälfte des Quartals auf Vorjahresniveau.

Insbesondere die Nachfrage nach Qualitäts- und Edelbaustahl sei mit -20 Prozent schwächer gewesen, teilte Swiss Steel mit. Aber auch Werkzeugstahl (-14 Prozent) und RSH-Stahl (-13 Prozent) hätten geringere Absatzmengen verbucht.

Die geringere Nachfrage führte zu Preisdruck. Der durchschnittliche Verkaufspreis je Tonne Stahl lag mit 1534,30 Euro 7,3 Prozent tiefer als im Vorjahr.

Beim bereinigten operativen Ergebnis wies das Unternehmen einen Verlust von 21,1 Millionen Euro aus, verglichen mit einem Minus von 32,9 Millionen im Vorjahr. Unter dem Strich resultierte ein Fehlbetrag von 66,3 Millionen. Im Vorjahr hatte der Stahlhersteller durch hohe Wertberichtigungen im Volumen von fast 300 Millionen einen Reinverlust von 419,9 Millionen eingefahren.

Finanzierung bis 2025 gesichert

Der geringere Betriebsverlust sei dank erhöhter Kostenvariabilität erreicht worden, schreibt das Unternehmen weiter. Und durch striktes Liquiditätsmanagement sei der Free Cash Flow mit 9,3 Millionen positiv ausgefallen. Der Turnaround der Gruppe schreite voran und das Transformationsprogramm sei ausgebaut worden.

Die Nettoverschuldung lag dank der Kapitalerhöhung im Frühjahr mit 610,4 Millionen Euro unter dem Wert per Jahresende 2019 von 797,6 Millionen. "In der Schweiz und in Frankreich konnten wir uns staatlich garantierte Kredite im Volumen von 69 Millionen Euro sichern", sagte Swiss-Steel-Direktor Clemens Iller den Medien. Zusammen mit einem Darlehen von 130 Millionen Euro von der Bigpoint Holding des Ankeraktionärs Martin Haefner sei damit die Durchfinanzierung der Gruppe bis 2025 gesichert.

"Wir haben noch weiteres Sparpotenzial identifiziert", sagte Iller. Neu will Swiss Steel die Kosten bis 2025 um 298 Millionen Euro senken und damit um 25 Millionen mehr als bisher geplant. Seit Jahresbeginn seien die Kosten um rund 68 Millionen gesenkt worden.

Stellenabbau

Die Zahl der Mitarbeitenden per Ende Quartal lag im Jahresvergleich um rund 280 tiefer auf nun 10'041 Personen. Der laufende Stellenabbau betreffe vor allem die USA, Deutschland und Frankreich und eher weniger die Schweiz, erklärte Finanzchef Markus Böning.

Mit Blick nach vorne erwartet das Management eine weitere Erholung im Bereich Automobil. Demgegenüber wird für die Sektoren Maschinen- und Anlagenbau sowie Energie mit einer verzögerten Erholung gerechnet. Die Nachfrage bewege sich aber immer noch auf tiefem Niveau und die Bestellungen seien weiter sehr kurzfristig, erklärte Illner.