Gazenergie

Stickstoff: Lufthygienekommission will Bauern in die Pflicht nehmen

Zürich, 20.11.2020

 

Der Stickstoffausstoss des Verkehrs hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Die Bauern stossen aber immer noch so viel Ammoniak aus, dass die gesamte Stickstoffmenge nur wenig abnahm. Nun will die Lufthygienekommission die Landwirte in die Pflicht nehmen.

Der Stickstoff entfaltet wegen des nur geringen Rückgangs weiterhin seine negativen Auswirkungen auf naturnahe Ökosysteme und die Artenvielfalt, wie die Eidgenössische Kommission für Lufthygiene (EKL) am Freitag mitteilte.

Bereits 2005 hatte die EKL eine Halbierung der Stickoxid- und Ammoniak-Emissionen gegenüber dem Jahr 2000 gefordert. Bei Abgasen und Verbrennungsprozessen nahm der Ausstoss seit 2000 um rund einen Drittel ab.

Der Ausstoss in der Landwirtschaft stagnierte dagegen auf hohem Niveau. Der Bundesrat zeigte den Handlungsbedarf im Luftreinhalte-Konzept und in den Umweltzielen für die Landwirtschaft vor Jahren auf.

Ab 2022 treten verbindliche Auflagen für die Abdeckung von Güllenkästen und eine emissionsarme Jauche-Ausbringung in Kraft, was die Kommission begrüsst. Ebenso begrüsst die Kommission die weitere Ökologisierung der Landwirtschaft und die Verminderung der Nährstoffverluste, wie sie der Bundesrat in der Agrarpolitik 22+ vorsieht.

Die Kommission erwartet indessen, dass mit der Agrarvorlage auch Fortschritte bei emissionsarmen Ställen und einer angepassten Nutztierhaltung erzielt werden. Mit Massnahmen zur Verhinderung von Ammoniak liessen sich auch Treibhausgase wie Lachgas und Methan verringern, teilte sie mit.

Der Luftschadstoff Ammoniak entsteht vor allem bei der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. Er ist massgeblich für zu hohe Stickstoffeinträge in naturnahe Ökosysteme verantwortlich. Das führt zu einer Überdüngung und Übersäuerung der Habitate. Besonders anfällig sind Wälder, Naturwiesen und Moore.