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Sonntag, 15. November 2020

Zürich, 15.11.2020

 

Die Optionen der Schweiz bei einer möglichen Verschärfung der Corona-Massnahmen aus Sicht der Task-Force, die Impfkampagne des Bundes und Details zu den Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen. Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:

Themen rund um das Coronavirus

"SonntagsZeitung":

Die Corona-Task-Force des Bundes bereitet sich für den Fall vor, dass die jüngsten Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nicht ausreichen und die Fallzahlen in den nächsten zwei Wochen nicht deutlich sinken sollten. Die Expertengruppe fände es laut Informationen der "SonntagsZeitung" in diesem Fall sinnvoll, ab sofort und für die nächsten acht Wochen, alle Restaurants, Bars und Museen zu schliessen sowie Konzerte abzusagen. Zudem sollten private Treffen auf Personen aus zwei Haushalten beschränkt werden. Die Schweiz befände sich dann faktisch in einem kleinen Lockdown. Die Meinungen in der Task Force gingen jedoch weit auseinander. Für Task-Force-Präsident Martin Ackermann bleiben solche Schliessungen eine Option. Die Schweiz sollte darauf vorbereitet sein.

"SonntagsZeitung/"SonntagsBlick":

Der Bund bereitet derzeit eine Impfkampagne vor, um die Bereitschaft der Schweizerinnen und Schweizer zu erhöhen, sich impfen zu lassen. Es gehe darum, die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren, zitiert die "SonntagsZeitung" eine Sprecherin des Bundesamtes für Gesundheit. Andreas Widmer von der Vereinigung der Fachleute für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene hält dagegen wenig von Aufklärungskampagnen. Er schlägt vor, Auslandreisen per Flugzeug, Reisebus oder Kreuzfahrten nur noch geimpften oder negativ getesteten Personen zu erlauben. Der oberste Gesundheitsdirektor der Schweiz, Lukas Engelberger, hält einen schweizweiten Impfzwang für nicht angebracht, wie er gegenüber dem "SonntagsBlick" sagte. In Einzelfällen könnte es jedoch nötig sein, wenn sich die Situation in den Heimen oder Spitälern nochmals dramatisch zuspitzen sollte.

"NZZ am Sonntag":

Rund 70 Büroangestellte des Grossverteilers Coop haben eine Petition unterschrieben. Darin fordern sie, ihre Arbeit wegen der Corona-Pandemie von daheim aus erledigen zu dürfen. Konzernchef Joos Sutter wurde daraufhin laut "NZZ am Sonntag" aktiv und zitierte die Gruppe inklusive Vorgesetzten zum Hauptsitz nach Basel. Sutter habe den Mitarbeitenden eine Standpauke gehalten. Das Gespräch sei von Misstrauen geprägt gewesen. Es sei unterschwellig der Vorwurf im Raum gestanden, die Mitarbeitenden wollten es sich daheim nur gemütlich machen. Coop lässt verlauten, dass rund 90 Prozent der Mitarbeitenden im Verkauf, in der Logistik und in der Produktion tätig seien. Dort sei Home-Office grundsätzlich nicht möglich.

"SonntagsBlick":

Kinder leiden besonders unter den Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie. Kinderärzte beobachten laut "SonntagsBlick", dass Eltern Spitäler und Kinderarztpraxen meiden. Dies aus Angst, mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Auch Vorsorge-Untersuchungen und Impftermine würden häufig abgesagt. Wenn aber Krankheiten nicht früh genug erkannt würden, könne das für die Kinder lebensbedrohlich sein. Ein mindestens so gravierendes Problem im Lockdown betrifft Übergriffe auf Kindern im Haushalt. Wie es in einer Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften heisst, gaben 3,3 Prozent der befragten Eltern an, dass sie ihre Kinder während des Lockdowns im März und April häufiger härter angepackt hätten. Die Präsenz der Kinder in den Haushalten erhöhe dieses Risiko.

"NZZ am Sonntag":

Trotz schwacher Konjunktur wegen der Corona-Krise plant die UBS derzeit keinen Stellenabbau. Wie Verwaltungsratspräsident Axel Weber in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" sagte, wolle die Grossbank die unsichere Zeit mit gedämpftem Wirtschaftsausblick nicht auf dem Rücken der Mitarbeitenden bewältigen. Die UBS beschäftigt weltweit 70'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 21'000 in der Schweiz. Der UBS-Präsident widersetzt sich damit dem Druck von Investoren und Analysten, die die Kosten der Grossbank als zu hoch kritisieren. Weber nahm auch zu den Gerüchten über eine Fusion mit der Credit Suisse Stellung. Die UBS sei nicht auf Partnersuche. Sie sei stark genug, ihre Zukunft allein zu gestalten.

"SonntagsZeitung":

Wer sich Werbespots anschaut, sieht oft eine Welt ohne Maskenpflicht und soziale Distanz. Das soll sich nun ändern, wie die "SonntagsZeitung" schreibt. Sie kenne kein Unternehmen, dass nicht darüber diskutiere, wie man die neue Realität in der Werbung zeigen solle, zitiert das Blatt die Werberin Regula Bührer. Die Werbewirtschaft sei daran, die Werbepläne und aktuellen Kampagnen anzupassen. Viele Kampagnen seien noch im Sommer geplant worden, als die Aussichten besser gewesen seien. Wer jetzt Werbespots mit feiernden und singenden Menschen sehe, frage sich womöglich, ob die Werber keine Nachrichten lesen oder das Verbot missachten würden.

Sonstige Themen:

"SonntagsBlick":

Der Bundesrat hat am Mittwoch seine Strategie für die Gespräche über ein Rahmenabkommen mit der EU festgelegt. Details gab der Bundesrat aus verhandlungstaktischen Gründen nicht bekannt. Bekannt ist, dass die Landesregierung in den drei Dossiers Lohnschutz, Unionsbürgerrichtlinie und staatliche Beihilfen nachverhandeln möchte. Die flankierenden Massnahmen sollten von der EU garantiert und dem Einfluss des Europäischen Gerichtshofes entzogen werden, wie der "SonntagsBlick" berichtet und sich dabei auf mehrere Quellen beruft. Ferner wolle der Bundesrat die Unionsbürgerrichtlinie explizit aus dem Rahmenabkommen heraushalten. Die Staatssekretärin Livia Leu solle hart und geschickt verhandeln, um substanzielle Verbesserungen in den drei Dossiers zu erreichen. Die Landesregierung habe Leu keine roten Linie mitgegeben.

"SonntagsZeitung":

Jährlich gelangen Zehntausende Altfahrzeuge von der Schweiz ins Ausland. Laut Zahlen der Eidg. Zollverwaltung, die die "SonntagsZeitung" veröffentlicht hat, ist Libyen die Top-Adresse für solche Ausfuhren. Allein im letzten Jahr seien über 32'000 Personenwagen in das von einem Bürgerkrieg zerrissene Land geliefert worden. Der Durchschnittspreis pro exportiertem Fahrzeug lag demnach bei 614 Franken. Generell habe der Export von Altautos in den letzten Jahren massiv zugenommen. Wurden vor zehn Jahren noch knapp 92'000 Autos ausgeführt, so waren es im letzten Jahr total 165'000 Fahrzeuge. Das entspreche einer Zunahme von 80 Prozent. Ein Ende des Booms sei nicht absehbar, schreibt das Blatt weiter.

"NZZ am Sonntag":

Islamisten in Europa sind untereinander eng vernetzt - in Europa wie auch in der Schweiz. In Wien trafen sich Ende Juli zwei Männer aus Winterthur mit dem späteren Attentäter des Anschlags in Wien. Nun zeigt sich laut der "NZZ am Sonntag", dass bei diesem Treffen auch mutmassliche Dschihadisten aus Deutschland und dem Kosovo dabei waren. Vor allem deutsche Dschihadisten pflegten seit Jahren Beziehungen zu Muslimen in der Schweiz. Um das grenzüberschreitende Terrornetzwerk besser bekämpfen zu können, kündigte der Rat der EU-Justizminister am Freitag ein gemeinsames Vorgehen an. Diesem Rat gehört auch die Schweiz an. Die Schweizer Islamistenszene reiche weit über Winterthur hinaus. Sie sei vor allem in Biel und in der Ostschweiz aktiv, hiesst es in dem Bericht weiter.

"SonntagsZeitung":

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihr Engagement im US-Aktienmarkt im dritten Quartal des laufenden Jahres um 10 Milliarden auf knapp 128 Milliarden Dollar erhöht. Der schwerste Titel im Portefeuille ist nach wie vor Apple mit 7,8 Milliarden Dollar. Das ist fast ein Viertel mehr als im Vorquartal. Der Zuwachs ist vor allem dem starken Kursanstieg zu verdanken, denn die SNB hat 2,6 Prozent ihrer Apple-Aktien verkauft. Vor ihren grossen Positionen bei Rüstungsunternehmen hat die Nationalbank im dritten Quartal Aktien verkauft, jedoch nur zwischen 1,4 und 2,9 Prozent, wie die "SonntagsZeitung" berichtet.

"NZZ am Sonntag":

Die Gasbranche will bei der Versorgung des Marktes am Teilmonopol festhalten. Die kleinen und mittelgrossen Gasversorger begründen diese Forderung damit, dass die Versorgung grüner werden müsse. Erneuerbare und klimaneutrale Gase hätten in der Tiefpreisstrategie keine Chance, zitiert die "NZZ am Sonntag" den Sprecher des Branchenverbandes. Die Wettbewerbskommission hatte den Gasmarkt im Sommer auf einen Schlag für alle geöffnet. Nach dem Willen der unabhängigen Gaslieferanten soll es dabei bleiben. Ein Monopol bei kleinen und mittleren Kunden wäre ein Rückschritt, lässt der Energiekonzern BKW verlauten. Auch die Konkurrentin Axpo hat sich wie die Wettbewerbskommission (Weko) und der Preisüberwacher für einen Markt ohne Zugangsschranken ausgesprochen.

"Le Matin Dimanche":

Die Kandidatur der Schweiz für die Mitgliedschaft im Uno-Sicherheitsrat ist ein wichtiges Ziel des Bundesrates. Die Landesregierung lässt ihren Worten Taten folgen. Für die Kandidatur und den nicht ständigen Sitz im Sicherheitsrat seien zwischen 2020 und 2025 insgesamt 24,5 Millionen Franken vorgesehen, zitiert die Westschweizer Sonntagszeitung "Matin Dimanche, einen Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Zum Vergleich: die Weltausstellung 2015 in Mailand hatte sich die Eidgenossenschaft 23 Millionen Franken kosten lassen. Insgesamt schafft das EDA für das Uno-Mandat 25 neue Stellen. Die Investitionen finden in der Politik ein geteiltes Echo. Für die SVP ist es viel Geld für wenig Ertrag. Die SP hingegen hält die Investition von 24,5 Millionen Franken für gerechtfertigt.