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"Schweizer Weltatlas" erscheint als überarbeitete Neuauflage

Zürich, 16.06.2017

 

Die Schweizer Schülerinnen und Schüler bekommen einen neuen "Schweizer Weltatlas". Das Lehrmittel wurde vollständig überarbeitet, durch eine Website ergänzt und ist auf die sprachregionalen Lehrpläne abgestimmt.

Der "Schweizer Weltatlas" begleitet seit 1910 Generationen von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe durch den Geografieunterricht. Dabei vermittelt er nicht nur ein umfassendes Bild der Erde, sondern zeigt auch die spezifische Geografie der Schweiz.

Nun ist das Lehrmittel in einer vollständig überarbeiteten Neuauflage erschienen. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) als Herausgeberin hat die Neuauflage am Freitag in Zürich erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

"Der neue 'Schweizer Weltatlas' ist ein Symbol für die kulturelle Vielfalt in der Schweiz", sagte die EDK-Präsidentin und Zürcher Regierungsrätin Silvia Steiner (CVP). Sie bezeichnete das Buch, das in den Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch erscheint, als "verbindendes Element der Landesteile".

Im Dialog entstanden

Die neu überarbeitete Ausgabe ist als eines der ersten Geografielehrmittel auf die Lernziele für die Sekundarstufe I in den sprachregionalen Lehrplänen abgestimmt und mit den beiden Rahmenlehrplänen für Maturitätsschulen und Fachmittelschulen der EDK kompatibel.

Die Arbeiten am neuen Lehrmittel dauerten über fünf Jahre, wie Beat Schaller, Verlagsleiter "Schweizer Weltatlas", sagte. Dabei wurden Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufen aus allen Landesteilen miteinbezogen und diskutierten sämtliche Karten. "Der neue Atlas entstand im Dialog."

Neue Karten und eine Weltneuheit

Im Atlas finden sich einige neue Arten von Karten. So haben Lorenz Hurni, Professor am Institut für Kartografie und Geoinformation der ETH Zürich und Chefredaktor des "Schweizer Weltatlas", und sein Team beispielsweise weltweit die Wirtschaftskraft von städtischen Zentren berechnet. Diese wird in neu gestalteten Wirtschaftskarten dargestellt.

Dazu kommen neue Karten zu aktuellen Themen wie Umwelt, Energie, Naturgefahren, Migrationsströme oder Konflikten. Gar eine Weltneuheit ist die Karte des Mount-Everest-Gebiets: Sie enthält eine aus einem digitalen Geländemodell vollkommen automatisch erzeugte Felsdarstellung im Stil der Schweizer Landeskarten.

Wichtig war ihnen dabei die hohe grafische Qualität, wie Hurni, der erst vierte Chefredaktor in der Geschichte des Atlas, sagte. Das zeige sich beispielsweise in der Präzision und den Farben. Für ihn ist das Buch als Basisprodukt zudem noch immer das übersichtlichste Format. Unter anderem deshalb wird auch die achte Ausgabe des "Schweizer Weltatlas" weiterhin gedruckt.

Er wird allerdings durch eine Website mit zusätzlichen Materialien, Kartenkommentaren und neuartigen interaktiven Tools komplementiert. Diese erlauben teilweise sogar den dreidimensionalen Zugang zu spezifischen Themen wie beispielsweise die Form der Erde.