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Schlammlawinen in Kalifornien: Helfer suchen weiter nach Vermissten

Zürich, 11.01.2018

 

Hunderte Häuser sind bei den Schlammlawinen in Kalifornien zerstört worden. Mehr als ein Dutzend Menschen wird noch immer vermisst. Rettungskräfte fürchten weitere Tote.

Nach den schweren Schlammlawinen in Kalifornien mit mehreren Toten dauern die Rettungsarbeiten in den überfluteten Gebieten an. Hunderte Helfer suchten auch am Donnerstag noch nach Überlebenden. Bislang sind mindestens 17 Personen bei den Schlammlawinen ums Leben gekommen.

rei Menschen seien am Mittwoch aus den Wasser- und Geröllmassen gerettet worden, weitere zwei Opfer konnten nur tot geborgen werden, sagte der Sheriff von Santa Barbara, Bill Brown, bei einer Medienkonferenz.

Die meisten der Toten wurden bereits am Dienstag in Montecito gefunden. Der Ort liegt rund 150 Kilometer nordwestlich von Los Angeles entfernt. Dutzende Gebäude wurden dort von Wasser und Geröll mitgerissen. Mehr als 300 Menschen, die von den Fluten eingeschlossen waren, mussten teilweise aus der Luft gerettet werden.

500 Helfer im Einsatz

Wie die Behörden im Bezirk Santa Barbara bekanntgaben, waren am Mittwoch (Ortszeit) mehr als 500 Helfer in den überfluteten Gebieten im Einsatz. Feuerwehrleute kämpften sich durch mit Geröll übersäte Wohngegenden und suchten in den Trümmern nach Überlebenden.

Gelbe Bulldozer befreiten die Strassen in Montecito und andernorts von Tonnen an zähem braunen Matsch. Arbeiter der Versorgungsbetriebe waren im Einsatz, um umgeknickte Strommasten wieder zum Laufen zu bringen. Die Küstenwache veröffentlichte ein Video von einem Paar mit zwei kleinen Kindern und zwei Hunden, die von einem Dach gerettet und per Korb zu einem Helikopter hochgezogen wurden.

Betroffen von der Schlammlawine waren auch Prominente. US-Moderatorin und Schauspielerin Oprah Winfrey veröffentlichte im Onlinedienst Instagram ein Video ihres Gartens in Montecito, der voller Schlamm und Trümmer war.

Moderatorin Ellen DeGenere meldete sich im Kurzbotschaftendienst Twitter zu Wort. "Ich weiss noch nicht, was mit unserem Haus ist", schrieb sie. "Ich bin untröstlich für unsere Gemeinde Montecito." Sie veröffentlichte dazu ein Foto von sich selbst im Schlamm neben einem umgestürzten Baum in der Nähe ihres Hauses.

Waldbrand zerstörte schützende Bäume

In der Region um die Stadt Montecito im Süden des Staates waren am Dienstag mehrere Schlammlawinen niedergegangen. Dort hatten bis zur vergangenen Woche noch grossflächige Wald- und Buschbrände gewütet. Heftige Regenfälle weichten die von den Flammen teils kahlgefressenen Gebiete auf, was zu zahlreichen Erdrutschen führte.

Durch den vom "Thomas"-Feuer verursachten Kahlschlag hatte der Boden die Wassermassen nicht mehr aufnehmen können. "Hätten wir noch all die Vegetation auf den Hügeln gehabt, wäre das jetzt nicht so ein Problem gewesen", sagte ein Bewohner des Ortes Carpinteria, Richard Targonia.

Geröll- und Schlammmassen durchbrachen Zäune und schoben sich in Gärten und Häuser. Mehrere Hundert Häuser wurden laut Medienberichten beschädigt. Das ganze Ausmass der Verwüstung wurde erst nach und nach sichtbar. Auf Luftaufnahmen von Montecito waren ganze Strassenzüge wegen der braunen Schlammmasse nicht mehr zu erkennen.