Gazenergie

Preisüberwacher setzt neue Netztarife für Erdgas-Hochdrucknetz

Zürich, 10.11.2020

 

Der Preisüberwacher hat mit den Betreibern von Erdgas-Hochdrucknetzen eine neue Einigung für die Netztarife getroffen. Diese sieht eine Senkung des gewichteten Kapitalkostensatzes (WACC) vor. Mit diesem werden die Netzbetreiber für das eingesetzte Eigen- und Fremdkapital entschädigt.

Gemäss Mitteilung des Preisüberwachers vom Dienstag wird dadurch der überregionale und regionale Transport von Erdgas durch die Betreiber Swiss-Gas, Gaznat, Erdgas Zentralschweiz, Gasverbund Mittelland und Erdgas Ostschweiz künftig günstiger sein.

Die Ansätze für den WACC werden jährlich reduziert. Seit diesem Oktober bis Ende September 2021 gilt ein Prozentsatz von 4,2 Prozent. Bis Ende September 2024 wird dieser auf 3,8 Prozent reduziert. Zu diesem Zeitpunkt läuft dann die neue Regelung aus.

Die Tarife für Hochdrucknetze sind gemäss Preisüberwacher ein wichtiges Element, damit der Gasmarkt erfolgreich geöffnet werden kann. Für diese Liberalisierung setzte die Wettbewerbskommission (Weko) im Juni ein Zeichen: Sie hat entschieden, dass Gasversorger ihre Monopolnetze öffnen und die Durchleitung von Gas durch ihre Netze auf Anfrage von Drittlieferanten gewähren müssen.

Hintergrund war ein Sanktionsverfahren der Weko gegen die Gasversorger Erdgas Zentralschweiz (EGZ) und Energie Wasser Luzern (EWL). Diese hätten bisher ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht. Sie wurden mit 2,6 Millionen Franken gebüsst.

Mit diesem Entscheid ist der Schweizer Gasmarkt liberalisiert. Gemäss Preisüberwacher gibt es erste positive Zeichen, dass sich ein funktionierender Wettbewerb einstellen wird. Es werde aber weitere Feinjustierungen brauchen, um das Spiel des Wettbewerbs in Gang zu bringen.