Gazenergie

Pariser Gipfel drängt Wirtschaft zum Klimaschutz

Zürich, 12.12.2017

 

Zahlreiche Staaten und Unternehmen haben beim Pariser Klimagipfel mehr Engagement für den Klimaschutz zugesagt. Damit setzte das Spitzentreffen mit mehr als 50 Staats- und Regierungschefs am Dienstag auch ein Zeichen, den Kampf gegen dem Klimawandel von der ablehnenden Haltung von US-Präsident Donald Trump nicht schwächen zu lassen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief die Welt eindringlich dazu auf, sich mehr anzustrengen: "Wir sind dabei, die Schlacht zu verlieren", warnte er vor Vertretern von fast 130 Ländern.

Macron wollte mit dem "One Planet Summit" die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaabkommens voranbringen, das genau zwei Jahre zuvor beschlossen worden war. Anders als bei klassischen Uno-Klimaverhandlungen standen Unternehmen und Investoren im Fokus, die stärker auf den Klimaschutz achten sollen.

Bundespräsidentin Doris Leuthard lobte in Paris diesen Ansatz: "Es ist sehr positiv, Politiker mit Wissenschaftler und Unternehmen zusammenzubringen." Der Gipfel sei in diesem Aspekt konkreter als die Klimakonferenzen der Uno, sagte sie vor den Medien. Die Schweiz engagiere sich aktiv für eine grüne Finanzwirtschaft und wolle ihr Wissen in diesem Bereich weitergeben.

Anreize schaffen

Es seien genug Mittel für den Klimaschutz da, meinte Fidschis Regierungschef Frank Bainimarama. "Was uns fehlt, sind die richtigen Anreize, die richtigen Regeln und das Investitionsumfeld."

Viele der Ankündigungen auf dem Gipfel drehen sich darum, das zu ändern. So kündigte die Weltbank an, nach 2019 die Erschliessung und Förderung von Öl und Gas nicht mehr zu finanzieren. Die Politik der internationalen Entwicklungsbank werde sich dramatisch ändern, versprach Weltbank-Präsident Jim Yong Kim.

Der Versicherungskonzern Axa will künftig keine Neubauten von Kohlekraftwerken mehr versichern und bis 2020 zwölf Milliarden Euro in "grüne Investitionsprojekte" stecken - viermal so viel wie bisher geplant.

"Das Ende für die Öl- und Gas-Industrie rückt eindeutig näher", kommentierte Gyorgy Dallos von Greenpeace. Grosse Investoren fordern, dass Unternehmen mehr für den Klimaschutz tun.

Die Klimaschützer des Climate Action Networks bezeichneten den Pariser Gipfel als "Schritt in die richtige Richtung" und lobten viele positive Initiativen. Die Zusagen seien aber nicht genug, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen und vom Klimawandel besonders bedrohten Ländern zu helfen.

Prominente Amerikaner für Abkommen

Die Welt hatte sich im Pariser Klimaabkommen verpflichtet, den durch Treibhausgase verursachten Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Mit den bisherigen Klimaschutzzielen steuert die Welt aber auf eine Erhöhung von um die drei Grad zu. "Wir sind nicht schnell genug", warnte Macron.

Ein Weckruf seien die Ausstiegspläne der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, sagte Macron. Trump hatte im Sommer den Ausstieg seines Landes aus dem 2015 erzielten Klimaabkommen angekündigt. Er begründet das Vorhaben mit Zweifeln daran, dass der Klimawandel hauptsächlich auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückgeht und damit von Menschen verursacht wird.

Offiziell waren die USA beim Treffen in Paris nur auf Botschaftsebene in Paris vertreten. Doch ungeachtet dessen setzten sich Vertreter der Westküsten-Bundesstaaten Kalifornien und Washington für mehr Klimaschutz ein. Zahlreiche prominente US-Amerikaner waren zudem nach Paris gereist und beteuerten, dass die USA auch nach der Ankündigung Trumps auf Klimaschutzkurs bleiben.

"Donald Trump hat die USA nicht aus dem dem Pariser Abkommen gekegelt", sagte Arnold Schwarzenegger "Donald Trump hat Donald Trump aus dem Pariser Abkommen gekegelt."

Auch der frühere US-Aussenminister John Kerry verwies auf das Engagement zahlreicher US-Bundesstaaten und Unternehmen und zeigte sich überzeugt, dass die USA ihre bisherigen Klimaziele erfüllen könnten. "Es wird härter sein (...), aber das heisst nicht, dass man es nicht schaffen kann", sagte der US-Demokrat.