Gazenergie

Palästinenserbehörde zahlt wieder für Strom im Gazastreifen

Zürich, 03.01.2018

 

Die Palästinensische Autonomiebehörde übernimmt nach monatelanger Unterbrechung wieder die Kosten für die Stromversorgung im Gazastreifen. Die israelischen Behörden, die den Strom liefern, seien über die Entscheidung unterrichtet worden, hiess es am Mittwoch in der Mitteilung der Autonomiebehörde. Ziel sei es, die Not der Bevölkerung im Gazastreifen zu lindern.

Die Autonomiebehörde hatte die Zahlungen an Israel im Juni eingestellt, um Druck auf die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas aufzubauen. Daraufhin reduzierte Israel die Stromlieferungen an den Gazastreifen um rund 50 Megawatt.

Seither erhalten viele Bewohner der Enklave nur noch vier Stunden täglich Strom. Zuvor waren es acht Stunden. Händler und Bewohner, die es sich leisten können, nutzen Generatoren, um sich selbst mit Elektrizität zu versorgen.

Die israelische Regierung kommentierte die Entscheidung der Autonomiebehörde nicht. Zudem blieb zunächst unklar, wann die Energielieferungen wieder aufgenommen werden.

Der Uno-Gesandte für den Nahost-Friedensprozess, Nickolay Mladenov, nannte die Entscheidung der Autonomiebehörde "eine positive Entwicklung, die die humanitäre Situation im Gazastreifen verbessern und die Chancen steigern sollte, dass er unter die Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde zurückkehrt."

Die israelische Nichtregierungsorganisation Gisha, die die humanitäre Lage in Gaza beobachtet, begrüsste die Entscheidung ebenfalls. Allerdings sei noch vieles zu tun, um den tatsächlichen Strombedarf zu decken. Israel müsse an der Behebung der anhaltenden Energiekrise im Gazastreifen mitarbeiten.