Gazenergie

"One Direction"-Star Harry Styles musste für "Dunkirk" vorsprechen

Zürich, 23.07.2017

 

Mit der Boygroup "One Direction" stürmte Harry Styles weltweit die Hitparaden und eroberte Teenager-Herzen, bevor er seine Solokarriere begann. Jetzt gibt der britische Sänger im Kriegsdrama "Dunkirk" von Starregisseur Christopher Nolan sein Schauspieldebüt.

Styles spielt den britischen Soldaten Alex, der im Zweiten Weltkrieg am Strand von Dünkirchen auf seine Evakuierung hofft, während die deutsche Wehrmacht näher rückt. Im Interview erzählt der 23-Jährige, wie er die Rolle bekam, wie anstrengend die Dreharbeiten mit Regisseur Christopher Nolan waren und er verrät, ob er seine Zukunft im Tonstudio oder auf der Leinwand sieht. "Dunkirk" kommt nächsten Donnerstag in die Kinos.

Deutsche Presse-Agentur: Wollen Sie in Zukunft mehr als Schauspieler arbeiten? Oder hat die Musik für Sie weiter Priorität?

Harry Styles: "Um ehrlich zu sein, hab ich da noch gar nicht viel drüber nachgedacht. Diese Erfahrung war toll für mich und ich bin unglaublich froh, dass ich hier dabei sein durfte. Ich hatte immer schon Glück, dass ich beruflich das machen konnte, was ich liebe, da bin ich wirklich sehr dankbar für. Ich hab das genossen."

Gab es schon länger den Wunsch, Schauspieler zu werden?

"Ich bin ein riesiger Filmfan und schaue mir viele Filme an. Ich bin auch ein grosser Fan von Chris Nolan und seiner Arbeit. Als ich davon gehört hab, dass er diesen Film machen wird, hat das mein Interesse geweckt. Da wollte ich einfach dabei sein."

Was macht Christopher Nolan aus Ihrer Sicht zu einem besonderen Regisseur?

"Dass er so ungemein engagiert und zielstrebig ist. Er würde keinen Film machen, wenn er nicht überzeugt davon wäre, dass er das absolut Bestmögliche rausgeholt hätte. Allein die Recherchen und die ganze Vorbereitung! Deshalb macht er ja auch nicht jedes Jahr einen Film, sondern nimmt sich Zeit. An meinem ersten Tag am Set hat er mir gesagt, dass meine Schnürsenkel falsch gebunden sind, dass die Briten sie damals anders gebunden hätten. Er weiss bei jedem noch so kleinen Detail genau, was er will. (...) Er macht wirklich intelligente Filme. Ich bin ein riesiger Fan von 'Memento'."

Keine Energie übrig, um um die Häuser zu ziehen

Mussten Sie bei ihm vorsprechen, oder haben Sie die Rolle direkt angeboten bekommen?

"Nein, ich habe ganz normal vorgesprochen wie alle anderen. Ich habe ein Band hingeschickt und wurde dann zum Vorsprechen nach London eingeladen."

Die Dreharbeiten in Dünkirchen sollen sehr intensiv und körperlich anstrengend gewesen sein. Hatten Sie abends noch Energie, um mit der Crew und den 13'000 Komparsen ein bisschen Freizeit zu haben?

"Wir haben richtig auf den Putz gehauen! Wir haben eine grosse Polonaise durch die Strassen gemacht. (lacht) Nein, im Ernst. Man musste erstmal runterkommen. Klar, etwas essen, vielleicht einen Drink nehmen, das haben wir gemacht. Aber eigentlich waren wir alle immer so erschöpft, dass die meisten ins Bett gegangen sind."

Ist das anstrengender als Ihr Job als Musiker?

"Es war eine sehr viel konzentrierte Anstrengung. Aber wenn das anders gewesen wäre, hätten wir die Geschichte wahrscheinlich nicht so gut rüberbringen können. Jeder von uns wollte das auch so. Denn man versucht ja, sich in die Lage der Charaktere zu versetzen. Uns erschöpft zu machen, war sicher der beste Weg dafür."

Nächste Rolle "Legally Blonde"?

Wie ist das, wenn es auf einmal nicht nur um Sie geht?

"Ich fand es toll. Es war schön, ein Teil dieser grossen Crew zu sein und zu helfen, diese Geschichte zu erzählen. Und ich glaube, alle am Set hatten dasselbe im Sinn. Das Wichtigste war immer die Geschichte, deshalb hab ich nicht so viel über mich nachgedacht."

Sie spielen in "Dunkirk" neben einigen grossen Darstellern, darunter Kenneth Branagh und Mark Rylance. Hat Sie das als Debütant unter Druck gesetzt?

"Nein. Wenn man mit Leuten arbeiten kann, von denen man ein Fan ist, dann versucht man einfach, in ihrer Nähe so viel wie möglich aufzunehmen und von ihnen zu lernen. Das ist fantastisch. Ich empfinde es als absolutes Privileg. Das war schön."

Gibt es schon weitere Rollenangebote für Sie?

"Nein. Zurzeit nicht."

Irgendwelche Rollen, die Sie gern spielen würden?

"Da hab ich ehrlich gesagt auch noch nicht drüber nachgedacht. Ich hab mich so auf diesen Film gefreut und bin so begeistert. Ich fühle mich echt geehrt, dass ich daran mitwirken durfte. Mmmh, aber vielleicht 'Einfach blond 3'. (lacht) Da würde ich gern den Assistenten von Reese Witherspoon spielen.

Zur Person

Harry Styles wurde 1994 in Redditch, Worcestershire geboren. 2010 nahm er an der Casting-Show "X-Factor" teil. In der Solokategorie schied Styles aus, wurde dann aber für die Boyband "One Direction" gecastet, mit der er fünf Studioalben aufnahm und weltweit Erfolge feierte. Im Mai 2017 veröffentlichte er sein erstes Soloalbum.

Verfasser: Philip Dethlefs, dpa