Gazenergie

Hohes Potenzial für Flüssig-Erdgas im Transportsektor

Zürich, 20.02.2019

Verflüssigtes Erdgas (LNG) hat grosses Potential, die Treibhausgase bei Schiffen und schweren Lastwagen zu senken. Das zeigt eine Studie des Energiekonzerns Shell, die er in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Technischen Universität Hamburg erstellt hat. 

Unter Annahme, dass es bis 2040 weltweit 6000 grosse LNG-Schiffe und in der EU 480'000 LNG-Lastwagen gibt, könnten sich die Treibhausgase in der Schifffahrt um 132 Millionen Tonnen und bei schweren Lastwagen um bis zu 4,7 Millionen Tonnen reduzieren, so das Fazit der Studie mit dem Titel «Verflüssigtes Erdgas – Neue Energie für Schiff und Lkw? Fakten, Trends und Perspektiven». Bei einem Anteil von 30 Prozent Bio-LNG wäre eine zusätzliche Reduktion bei Lastwagen um rund 20 Prozent möglich. Aktuell sind in der EU rund 4000 LNG-Lastwagen unterwegs.

Die Studienverfasser sehen in der Seeschifffahrt das grösste Potential für LNG. Dies gilt im Besonderen für Containerschiffe, die aufgrund ihres hohen Leistungsbedarfs einen entsprechenden Treibstoffverbrauch haben. Wenn LNG Schweröl ersetzt, können die Emissionen markant gesenkt werden. Im Strassengüterverkehr eignet sich LNG laut Studie insbesondere für schwere Lastwagen als Alternative für Diesel. 

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass der globale Erdgashandel bis 2040 um rund zwei Drittel wächst und über 80 Prozent dieses Zuwachses durch LNG abgedeckt werden. Während heute rund 8 bis 9 Prozent des konsumierten Erdgases LNG ist, werden es dann rund 14 Prozent sein.

Schiffe verursachen hohe Luftschadstoffemissionen. Zudem verursacht der internationale Seeverkehr rund 3 Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses. LNG ist derzeit die einzige ernsthaft diskutierte und marktreife Alternative zu ölbasierten Schiffstreibstoffen. Entsprechend geht die Studie davon aus, dass der Bestand an LNG-Seeschiffen bis 2040 rasch wachsen wird, vor allem bei Containerschiffen, Kreuzfahrtschiffen und Fähren.  

www.shell.de