Gazenergie

Neue Thunersee-Werft der BLS ist eingeweiht

Zürich, 11.01.2018

 

Die neue Werft der BLS am Thuner Lachenkanal ist betriebsbereit: Das Unternehmen hat am Donnerstag im Beisein von viel Prominenz die 87,4 Meter lange Halle offiziell eingeweiht. Das neue Gebäude sichert der BLS die Schifffahrt auf den Oberländer Seen.

Der Neubau ersetzt ein Werftgebäude, das Anfang des letzten Jahrhunderts gebaut worden war und jeweils bei starken Winden geschlossen werden musste - es bestand Einsturzgefahr.

"Den Sturm Burglind hätte es wohl nicht mehr überstanden", sagte die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer anlässlich des Einweihungsakts. Der Neubau sei auch deshalb notwendig, weil sonst die BLS bestimmte gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitskontrollen nicht mehr hätte durchführen können, sagte Egger weiter.

Die neue Halle erleichtert der BLS nach eigenen Angaben die Unterhaltsarbeiten wesentlich. Die Schiffe müssen neu nicht mehr mit einer Aufzuganlage aus dem Wasser in die Halle gezogen werden. Neu können sie auf dem Wasser schwimmend hereingezogen werden. Dann wird das Wasser abgepumpt, bis die Unterseite des Schiffs frei liegt.

12,8 Mio. Franken genehmigte der bernische Grosse Rat Anfang 2015 für den Bau der Halle mit Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die BLS steuert eine Mio. Franken zur Sanierung der angrenzenden Werkstätten bei.

Eröffnungsakt nicht nach Drehbuch

Im November 2016 hatten mit dem Abbruch der alten Halle die Bauarbeiten an der neuen BLS-Werft begonnen. Im Dezember des vergangenen Jahres führte die BLS erste Tests durch und hat nun mit Unterhaltsarbeiten am Motorschiff "Berner Oberland" begonnen.

Auf diesem Schiff stehend, nahm die Berner Regierungsrätin Egger am Donnerstagmorgen als Patin der neuen BLS-Werft den symbolischen Eröffnungsakt vor. Wie bei einer Schiffstaufe durchschnitt sie ein rotes Band, worauf sich eine an einem Seil aufgehängte Sektflasche in Bewegung setzte.

Diese Flasche prallte an die Betonwand des Trockendocks, doch zerbrach sie nicht. Die Zeremonie musste deshalb wiederholt werden. Barbara Egger nahm nun die Flasche in die Hand, gab ihr den nötigen Schwung, und diesmal zerbarst die Flasche wie gemäss Drehbuch geplant.

Zuvor hatte BLS-Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli in einer kurzen Ansprache dem bernischen Grossen Rat für dessen Ja zum Investitionskredit gedankt. Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz sagte, ohne Schifffahrt wären Thun und der See "kaum denkbar".

Am 24. und 25. März wird die BLS die Bevölkerung zu zwei Tagen der offenen Werft einladen. Auch bietet das Unternehmen BLS Interessierten ab April kostenpflichtige Führungen in der Werft an.

Alte Halle war erhaltenswert

Die alte Werft war von der Denkmalpflege als erhaltenswert eingestuft worden, wie der Leiter Hochbau der BLS, Ueli Rüegsegger, am Rand der Eröffnung sagte. Abgebrochen werden durfte sie gemäss seinen Angaben einerseits, weil die Bausubstanz so schlecht war. Rüegsegger spricht von einem "Totalschaden".

Anderseits sei es der BLS gelungen nachzuweisen, dass die Ersatzhalle am gleichen Ort am Thuner Lachenkanal gebaut werden müsse. Damit sei das Kriterium "Standortgebundenheit" erfüllt gewesen.

Wie der Leiter BLS-Schifffahrt, Claude Merlach, sagte, wird das Unternehmen in der neuen Werft pro Jahr zwei bis drei Schiffe für den Unterhalt "aufstapeln", wie es in der Fachsprache heisst.