Gazenergie

Nächste Klimakonferenz auf Gelände ehemaliger Kohlemine in Katowice

Zürich, 17.11.2017

 

Die nächste Klimakonferenz wird im südpolnischen Katowice ausgetragen. Es ist das dritte Mal, dass Polen Gastgeber einer Klimakonferenz ist, aber wohl das erste Mal überhaupt, dass eine Klimakonferenz auf dem Gelände einer früheren Kohlemine stattfindet.

Katowice mit seinen rund 300'000 Einwohnern wird die 24. Klimakonferenz in seinem neuen Kongresszentrum empfangen. Auf dem Areal, wo bis 1999 die Kohlegrube Katowice gewesen war, entstand eine grosse Überbauung, zu der auch ein Konzerthaus für das nationale Radio-Symphonie-Orchester und ein Museum zum Bergbau gehören.

Die Unterbringung der Konferenzteilnehmer - in Bonn waren es rund 25'000 und in Paris gegen 40'000 - sollte machbar sein, sagt Kamila Czaplinska von Katowices Touristen-Information in Bonn gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Katowice und Agglomeration hätten rund 20'000 Unterkunftsplätze. In der weiteren Umgebung, bis in das rund eine Stunde Fahrzeit entfernte Krakau, kommen dann nochmals etwa 14'000 Plätze hinzu. Und es könne bereits jetzt gebucht werden, ergänzt sie.

Alles auf Polnisch

Die Tourismusverantwortliche aus Katowice war in Bonn informativer als Polens Umweltminister Jan Szyszko. Dieser hielt am Donnerstag an der Klimakonferenz in Bonn eine Medienkonferenz ab, allerdings nur auf Polnisch. Übersetzt wurde nicht. Entsprechend niedrig war die Zahl der Interessierten.

Polens Klimabilanz interessierte aber sehr wohl und war auch in Bonn ein Thema. So gab es beim Länderranking von Germanwatch für Polen einen tiefen 40. Platz von insgesamt 56 untersuchten Ländern.

Das Land sei stark auf Kohle ausgerichtet und auf EU-Ebene blockiere es eine ausreichende Klimagesetzgebung. Für 2030 habe Polen keine ausreichenden Ziele, hiess es in dem Ländervergleich.

Polen müsse als erstes den Energiesektor anpacken, um Treibhausgase zu senken, ergänzte die Polin Urszula Stefanowicz von der Umweltorganisation Friends of the Earth. Mit der dritten Klimakonferenz in Polen innert zehn Jahren - nach Posen 2008 und Warschau 2013 - trage das Land eine sehr grosse Verantwortung, sagte sie am Freitag in Bonn.