Gazenergie

Media Service: EU verschärft Spielregeln für Schweizer Stromkonzerne und Netzbetreiber

Zürich, 10.01.2018

 

Die Europäische Union (EU) koppelt die Schweiz zunehmend vom europäischen Strommarkt ab. Derzeit sind mehrere Regulierungen in der Schlussphase, die strenge Regeln für die Schweiz vorsehen. Das «Clean Energy Package» etwa enthält eine Drittstaatenregelung, die von Ländern wie der Schweiz Dinge verlangt, die über das hinaus gehen, was bisher im Rahmen eines Stromabkommens ausgehandelt worden wäre. So müsste die Schweiz etwa die Euratom-Regeln für die AKW-Stilllegung übernehmen, damit ihre Akteure noch an gewissen Stromgeschäften teilnehmen könnten.

Es zeichne sich ab, dass die Schweiz wegen des fehlenden Stromabkommens international immer mehr abseits stehe, sagt Irene Fischbach, Sprecherin der Netzgesellschaft Swissgrid gegenüber der «Handelszeitung». Explizit an die Schweiz richtet sich ein Teil einer Ende 2017 verabschiedeten Guideline für die Netzregelung. Die Zusammenarbeit der Schweiz mit benachbarten Übertragungsnetz-Betreibern setzt demnach entweder einen Staatsvertrag mit der EU oder eine akute Krisenlage voraus. Die Folge: Schweizer Kraftwerke werden teilweise von interessanten Stromgeschäften ausgeschlossen.

Die Axpo spürt das ganz konkret: Ihr Wasserkraftwerk Linth-Limmern kann voraussichtlich nicht an der Ausschreibung für Aufträge aus Süddeutschland teilnehmen. Der dortige Netzbetreiber sucht Kraftwerke, die nach dem baldigen Abschalten von Atomkraftwerken bei Mangellagen kurzfristig einspringen könnten. Mit Linth-Limmern hätte man mit einer grossen Offerte an einer entsprechenden Auktion teilnehmen wollen, sagt ein Axpo-Sprecher. Aufgrund des Status der Schweiz als Drittstaat ist das voraussichtlich aber nicht möglich.

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(SDA-ATS-OTS Ada100811046)