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Märkte reagieren verhalten auf Scheitern der Jamaika-Verhandlungen

Zürich, 20.11.2017

 

Das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen hat die Finanzmärkte am Montag nur begrenzt beeindruckt. In ersten Reaktionen erkannten Bankökonomen in dem Aus für ein schwarz-gelb-grünes Regierungsbündnis auch keine ernste Gefahr für den Aufschwung.

Unmittelbar nach dem Ausstieg der FDP aus den Gesprächen war der Euro in der Nacht noch um ein halbes Prozent abgerutscht. Zeitweise fiel der Kurs bis auf 1,1722 US-Dollar.

Die Gemeinschaftswährung erholte sich dann aber schnell und wurde am Vormittag kaum verändert an der Marke von 1,18 Dollar gehandelt. Auch gegenüber dem Franken erholte sich der Euro im Verlauf des Vormittags. am Mittag kostete ein Euro 1,1665 Franken.

Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank bezeichnete die erste Kursbewegung des Euro als "signifikant, aber nicht dramatisch". Eine ähnliche Reaktion zeigte sich beim Handel mit Bundesanleihen. Die am Markt als sicherer Anlagehafen geschätzten Papiere konnten zum Handelsauftakt nur vergleichsweise leicht profitieren. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag am Morgen bei 0,36 Prozent.

Auch der Dax erholte sich am Vormittag ein Stück weit von frühen Verlusten. Der deutsche Leitindex hatte den Handel mit einem Minus von 0,51 Prozent auf 12'927,74 Punkte eröffnet. Im Vormittagshandel ging es aber nur noch um 0,13 Prozent auf 12 977,39 Punkte nach unten. Zu den Gewinnern unter den deutschen Standardwerten zählten Papiere der grossen Stromversorger.

"Die Wirtschaft ist mit 2,5 Prozent Wachstum, starkem Unternehmensvertrauen, Vollbeschäftigung und einem Haushaltsüberschuss in so guter Verfassung, dass vorerst nur wenige wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen", kommentierte ChefökonomHolger Schmieding von der Berenberg-Bank.