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López-Anwalt warnt vor US-Sanktionen gegen Venezuela

Zürich, 25.07.2017

 

Ein Anwalt des venezolanischen Oppositionsführers Leopoldo López hat vor möglichen US-Sanktionen gegen das südamerikanische Land gewarnt. Solche Massnahmen könnten der Regierung von Präsident Nicolás Maduro als Ausrede für die Probleme Venezuelas dienen, sagte der Spanier Javier Cremades in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

"Der Chavismus hat den Anti-Amerikanismus und den Anti-Imperialismus sehr geschürt. Sanktionen würden zu diesem Zeitpunkt eine Ausrede für das Regime liefen, dass die Probleme der venezolanischen Bevölkerung auf eine Einmischung von aussen zurückzuführen sind, wie es auch mit Kuba passiert ist", so Cremadas. Daher müsse man mögliche Schritte gut überlegen.

US-Präsident Donald Trump hatte vor kurzem mit schwerwiegenden Wirtschaftssanktionen gedroht, sollte Maduro an seiner geplanten Verfassungsreform festhalten. Unter anderem könnten die USA die Einfuhr von Erdöl aus Venezuela stoppen. Oppositionelle fürchten, Maduro könne in seinem Land eine Diktatur errichten.

Nach den Strassenprotesten mit rund 100 Toten in Venezuela betonte López die Notwendigkeit, den internationalen Druck auf die Regierung des Landes zu erhöhen und für die Freilassung inhaftierter Oppositioneller einzustehen.

López war am 8. Juli nach mehr als drei Jahren Haft überraschend aus dem Militärgefängnis Ramo Verde in der Hauptstadt Caracas entlassen worden. Ihm wird vorgeworfen, 2014 die Proteste gegen die Maduro-Regierung angezettelt zu haben. Er befindet sich derzeit unter Hausarrest.