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Keystone-SDA - Morgenlage - 8. November 2020

Zürich, 08.11.2020

 

Guten Morgen. Keystone-SDA wünscht einen guten Start in den Tag. Verantwortlicher Redaktor: Rico Kutscher (Telefon 058 909 50 50)

Schlagzeilen der Nacht

US-Wahlen: Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner zu einem Neubeginn ermuntert. "Lasst uns diese düstere Ära der Dämonisierung hier und jetzt zu Ende gehen lassen." Dies sagte Biden am Samstagabend (Ortszeit) in seiner Siegesrede in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. Er rief zu überparteilicher Zusammenarbeit auf. Die Wähler verlangten, dass Republikaner und Demokraten in ihrem Interesse kooperierten, sagte Biden. "Wir haben die Chance, die Verzweiflung zu besiegen, eine Nation des Wohlstands und Ziele aufzubauen. Wir können das schaffen", sagte Biden etwas später in seiner Rede. Die Amerikaner hätten ihm das Mandat gegeben, den Kampf gegen das Coronavirus zu führen, für Gerechtigkeit zu sorgen und strukturellen Rassismus auszurotten. "Der Kampf, den Anstand wieder herzustellen, die Demokratie zu verteidigen und jedem in diesem Land eine faire Chance zu geben." Nach seinem Sieg bei der Wahl in den USA rief Biden die Nation zur Einheit auf. "Ich verspreche, ein Präsident zu sein, der danach strebt, nicht zu spalten, sondern zu einen", sagte Biden in seinem Wohnort Wilmington im Bundesstaat Delaware weiter. Biden betonte, die Amerikaner hätten ihm mit ihrem Votum "einen grossen Sieg" beschert. Das sei die Ehre seines Lebens. Seine Regierung werde die "Seele Amerikas" und den Respekt für die USA auf der Welt wieder herstellen.

US-Wahlen II: Die amerikanischen Wähler haben nach Ansicht der gewählten US-Vizepräsidentin Kamala Harris eine Wende in den Vereinigten Staaten eingeleitet. "Als unsere Demokratie selbst auf dem Wahlzettel stand, die Seele Amerikas auf dem Spiel stand und die Welt zuschaute, habt ihr einen neuen Tag für Amerika eingeläutet", sagte Harris bei ihrer Siegesrede in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. Die Amerikaner hätten sich mit ihrer Wahl für Joe Biden für Hoffnung, Einheit, Wissenschaft und Wahrheit entschieden, sagte Harris. Der gewählte Präsident sei ein "Heiler", jemand, der Amerika einen könne. Die 56-jährige Harris würde die erste Frau und schwarze Amerikanerin im Vizepräsidentenamt. Harris sagte dazu: "Auch wenn ich die erste Frau in diesem Amt sein mag, werde ich nicht die letzte sein. Denn jedes kleine Mädchen, das heute Nacht zuschaut, sieht, dass dies ein Land der Möglichkeiten ist."

US-Wahlen III: Nach der Bekanntgabe von Joe Bidens Wahlsieg hat sich der amtierende US-Präsident Donald Trump wieder bei Twitter zu Wort gemeldet - und von Wahlbetrug gesprochen. Bei der Auszählung der Stimmen seien "schlimme Dinge" passiert, schrieb Trump am Samstag in Grossbuchstaben. Die Wahlbeobachter der Republikaner seien gezielt ausgeschlossen worden, behauptete er weiter. "Das ist nie zuvor passiert", schrieb er. Twitter verpasste Trumps Nachricht umgehend einen Warnhinweis: "Die Behauptung des Wahlbetrugs ist umstritten", hiess es. Trump behauptet, dass es bei der Wahl am Dienstag massiven Wahlbetrug gegeben habe. Der Republikaner weigert sich, den Sieg Bidens anzuerkennen und will vor Gericht dagegen vorgehen. Wahlbetrug ist in den USA laut Experten und Studien extrem selten.

Schweiz - USA: Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat dem neu gewählten US-Präsidenten Joe Biden und dessen Vizepräsidentin Kamala Harris auf Twitter gratuliert. Die Wahl sei ein starkes Signal. Die Schweiz sei überzeugt, dass sie mit der neuen Administration die "ausgezeichneten" Beziehungen zu den USA weiterführen und ausbauen könne, twitterte Sommaruga. Ihr Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) teilte zudem mit, dass Sommaruga Joe Biden einen Gratulations-Brief geschickt habe

Coronavirus - Frankreich: In Frankreich sind mittlerweile mehr als 40'000 Menschen infolge der Coronavirus-Pandemie gestorben. Mindestens 40'169 Menschen seien seit Beginn der Epidemie in Frankreich ums Leben gekommen, teilten die französischen Gesundheitsbehörden am Samstagabend mit. In den vergangenen 24 Stunden seien in den Krankenhäusern mehr als 300 Coronavirus-Tote gezählt worden. Frankreichs Parlament stimmte endgültig der Verlängerung des Gesundheitsnotstands im Zuge der Coronavirus-Krise zu. Die Abgeordneten der Nationalversammlung votierten mehrheitlich für eine Verlängerung bis zum 16. Februar. Die Opposition will den Gesetzesentwurf allerdings dem Verfassungsrat zur Prüfung vorlegen. Der Gesundheitsnotstand schafft den gesetzlichen Rahmen, um Einschränkungen per Verordnung durchzusetzen. Der Gesundheitsnotstand war bereits Ende März für das ganze Land ausgerufen worden. Er wurde Anfang Mai bis zum 10. Juli verlängert und war dann ausgelaufen.

Israel: Ein Vierteljahrhundert nach dem Mord an Izchak Rabin haben Israelis in Tel Aviv des früheren Ministerpräsidenten gedacht. Auf dem nach ihm benannten Platz im Zentrum der Küstenstadt versammelten sich hunderte Menschen. Dort hatte ein jüdischer Fanatiker Rabin am 4. November 1995 erschossen, um territoriale Zugeständnisse an die Palästinenser zu verhindern. Die Veranstaltung war für Mittwochabend geplant gewesen, wurde wegen schlechten Wetters aber auf Samstagabend verschoben. Gegner von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu protestierten derweil erneut an vielen Orten des Landes. Tausende versammelten sich Medienberichten zufolge entlang grosser Strassen, an Kreuzungen oder auf Brücken.

Coronavirus - Schweiz: Mehrere Hundert Menschen haben in Basel gegen die Coronavirus-Massnahmen der Behörden demonstriert. Unsere Gesellschaft verkomme zu einer Gesundheitsdiktatur, hiess es unter anderem an der friedlichen Kundgebung auf dem Messeplatz. In diversen Voten wurden die von den Behörden gegen die Ausbreitung des Coronavirus verordneten Massnahmen angeprangert. Insbesondere die Maskentragpflicht wurde immer wieder scharf kritisiert. Obwohl diese die einzige Auflage des Bundesrats für politische Kundgebungen ist, trug die Mehrheit der rund 500 Protestierenden keinen Mundschutz. 81 von ihnen wurden einer Personenkontrolle unterzogen. Von den 81 kontrollierten Personen hätten 52 ein Zeugnis vorgelegt, dass sie von der Maskentragepflicht entbindet, teilte das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt mit.

Südkaukasus: Der französische Präsident Emmanuel Macron und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin haben sich bei einem Telefonat besorgt über die anhaltenden Kämpfe um die Südkaukasusregion Berg-Karabach gezeigt. Es würden "immer aktiver" Extremisten aus Syrien und Libyen für die Kämpfe hinzugezogen, hiess es in einer Mitteilung des Kreml. Putin erörterte nach Kremlangaben auch mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan die Lage. Ziel sei es, die Kampfhandlungen zu beenden und zu einer politisch-diplomatischen Lösung des Konflikts zurückzukehren, hiess es in Moskau weiter.

Coronavirus - Portugal: Zur Eindämmung des Coronavirus verhängt Portugal örtlich begrenzte nächtliche Ausgangssperren. Betroffen seien 121 der 308 Kommunen, darunter auch die Hauptstadt Lissabon sowie Porto, kündigte Ministerpräsident Antonio Costa an. Die Ausgangssperre gelte mit Inkrafttreten des 15-tägigen Ausnahmezustands am Montag von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr. Zudem dürften die Menschen an den nächsten beiden Wochenenden zwischen 13.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens ihre Häuser nicht verlassen.

Coronavirus - Litauen: In Litauen hat die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen am am ersten Tag des Teil-Lockdowns einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsbehörde in Vilnius vermeldete 1972 positive Tests innerhalb von 24 Stunden in dem baltischen EU-Land. Bisher lag der Rekord bei 1656 neuen Fällen, verzeichnet Vortag. Angesichts der rasant steigenden Zahlen hat die litauische Regierung in Vilnius das gesamte Land seit Samstag für zunächst drei Wochen in einen Teil-Lockdown geschickt.

Coronavirus - Deutschland: Das deutsche Gesundheitsministerium hat die deutsche Bundeswehr einem Zeitungsbericht zufolge um Amtshilfe zur Lagerung eines Coronavirus-Impfstoffes gebeten. Wenn dieser vorliege, solle er in mehreren Kasernen zwischengelagert und von dort an die landesweit 60 Impfzentren geliefert werden, berichtete die "Bild am Sonntag". Dazu sollten an den Standorten entsprechende Kühlcontainer angemietet werden, hiess es weiter. Das deutsche Verteidigungsministerium habe zudem erklärt, sich im Abstimmungsprozess mit dem Gesundheitsministerium zu befinden.

Opec: Der Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentenwahl könnte nach Angaben aus Opec-Kreisen erhebliche Folgen für die Organisation Erdöl-exportierender Staaten sowie ihrer Vereinbarung mit Russland (Opec+) haben. Der Demokrat dürfte die vom jetzigen Amtsinhaber Donald Trump im Alleingang eingeführten Sanktionen gegen den Iran in Frage stellen. Dies sagte ein Opec-Vertreter vor der Ausrufung von Bidens Sieg durch die US-Medien. "Dann kehrt der Iran an den Markt zurück, damit gibt es wieder ein Überangebot und das gegenwärtige Abkommen wäre in Gefahr." Biden hatte im Wahlkampf angekündigt, die USA könnten zum internationalen Atomabkommen zurückkehren, falls der Iran seine Verpflichtungen wieder einhalte. Biden hatte zudem erklärt, er wolle die Beziehungen der USA zu Saudi-Arabien prüfen, die unter Trump enger geworden waren. Obendrein hatte Biden Russland als grösste Bedrohung für die USA bezeichnet. Der Insider verwies aber darauf, dass Trump die Opec+ genannte Vereinbarung zwischen der (Opec) und Russland erst möglich gemacht habe.

Thema des Tages

US-Wahlen: Die ganze Welt hat auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen gewartet - nun steht mit Joe Biden der Sieger fest. Der Einzug ins Weisse Haus dürfte sich allerdings nicht problemlos gestalten, denn Amtsinhaber Donald Trump will den Sieg Bidens nicht so einfach anerkennen. Am heutigen Sonntag stehen daher seine Reaktionen und Aktionen im Mittelpunkt des Geschehens. Auch von Anhängern Trumps könnten Unruhen ausgehen.

Weitere wichtige Themen

Coronavirus - Schweiz: Die Ausbreitung des Coronavirus und das Ringen um die adäquaten Coronavirus-Schutzmassnahmen halten die Schweiz auch am heutigen Sonntag auf Trab. Aus der Schweiz und Liechtenstein waren zuletzt dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innerhalb 24 Stunden 9409 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Am Donnerstag waren es noch rekordhohe 10'128 Fälle gewesen. Das BAG hatte zudem am Freitag mitgeteilt, dass die Armee bereits im Kanton Genf zum Einsatz komme, weil Intensivbetten knapp und das medizinische Personal am Limit seien. Am heutigen Sonntag findet etwa in Moudon im Kanton Waadt der Dienstantritt von Militärangehörigen statt, die in der Westschweiz die Spitäler unterstützen sollen.

Kantonale Wahlen - JU: Im Kanton Jura findet am heutigen Sonntag ab 12.00 Uhr der zweite Wahlgang der Regierungsratswahlen statt. Der erste Wahlgang war am 18. Oktober ohne definitiv Gewählte ausgegangen. Die Stimmbeteiligung hatte 47,5 Prozent betragen. Im zweiten Wahlgang kann sich die CVP Chancen ausrechnen, den Bisherigen David Eray von der christlichsozialen PCSI zu verdrängen und ihren im März verlorenen zweiten Sitz in der Exekutive zurück zu erobern.

Auszeichnungen: Das Literaturfestival BuchBasel vergibt am heutigen Sonntag gegen 11.00 Uhr den Schweizer Buchpreis. Nominiert sind zwei Autorinnen und drei Autoren: Anna Stern mit "das alles hier, jetzt" und Dorothee Elmiger mit "Aus der Zuckerfabrik" sowie Karl Rühmann mit "Der Held", Charles Lewinsky mit "Der Halbbart" und Tom Kummer mit "Von schlechten Eltern". Nominiert sind somit zwei Romane, die das Verhältnis von realen Begebenheiten zu den jeweiligen Geschichten thematisieren, die darüber erzählt werden; zwei weitere Romane, die von individuellen Erfahrungen mit Trauer um nahe Angehörige erzählen; sowie ein literarisches Experiment, das collagenartig scheinbar Unzusammenhängendes zu einem eigenwilligen Netz verknüpft.

Myanmar: Rund 37 Millionen Menschen sind am heutigen Sonntag in Myanmar aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Nach jahrelanger Militärherrschaft sind es erst die zweiten Wahlen in dem südostasiatischen Land. Es wird erwartet, dass die Nationale Liga für Demokratie (NLD) der inzwischen sehr umstrittenen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die Macht im Parlament behält. Weil Myanmar eines der am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder Südostasiens ist, hatte es Forderungen nach einer Verschiebung der Wahl gegeben. Dies lehnte die Regierung aber ab. Die Reputation der De-facto-Regierungschefin Suu Kyi hat international stark wegen der Rohingya-Krise gelitten; hunderttausende Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit sind vor Verfolgung und Gewalt aus dem Land geflüchtet. In Myanmar sehen viele in der früheren Demokratie-Ikone aber noch immer eine Heldin. Praktisch alle 600'000 im Land verbliebenen Rohingya haben keine Staatsbürgerschaft und dürfen daher nicht wählen.

Deutschland: Die deutsche Regierung veranstaltet am heutigen Sonntag ab 08.00 Uhr zum 22. Mal einen "Tag der offenen Tür", bei dem sich Bürgerinnen und Bürger einen Einblick in die Arbeit der Regierung verschaffen können. Wegen der Coronavirus-Pandemie finden die Veranstaltungen aber in diesem Jahr rein digital statt: Geplant sind diverse Live-Formate mit Ministerinnen und Ministern sowie Videos zur Arbeit der deutschen Regierung. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wird in einem Video Fragen von Bürgerinnen und Bürgern beantworten, die diese ihr zuvor in den Online-Netzwerken gestellt haben. Regierungssprecher Steffen Seibert will sich auf einer digitalen Pressekonferenz den Fragen von Kindern und Jugendlichen stellen.

Weissrussland: Drei Monate nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Belarus (Weissrussland) wollen am heutigen Sonntag in Minsk erneut Gegner und Unterstützer von Machthaber Alexander Lukaschenko demonstrieren. Erlaubt haben die Behörden nur eine Autokorso-Aktion mit den rot-grünen Staatsflaggen zur Unterstützung Lukaschenkos in der Hauptstadt Minsk. Die Demokratiebewegung hingegen wird wie jeden Sonntag trotz angedrohter Polizeigewalt in Minsk und anderen Städten gegen "Europas letzten Diktator" demonstrieren. Geplant ist ein "Marsch der Volksmacht" mit den historischen weiss-rot-weissen Flaggen. Die Proteste der Demokratiebewegung dauern seit drei Monaten an. Die Bewegung fordert Lukaschenkos Rücktritt, ein Ende der Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten, die Freilassung aller politischen Gefangenen und Neuwahlen. Der 66-jährige Lukaschenko hatte dagegen stets betont, die Macht unter keinen Umständen hergeben zu wollen.

Ägypten: In Ägypten ist am Samstag die zweite Runde der Parlamentswahl angelaufen. In dem von Präsident Abdel Fattah al-Sisi autoritär regierten Land sind knapp 30 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, bis zum heutigen Sonntagabend über die künftige Zusammensetzung der Volksvertretung zu entscheiden. Echter Widerstand gegen die Unterstützer von al-Sisi, der 2013 nach einem Militärputsch an die Macht gekommen war und 2014 als Präsident vereidigt wurde, wird nicht erwartet. In Sozialen Medien wird berichtet, dass Bürger, die ein Foto ihres Stimmzettels für al-Sisi vorweisen könnten, Lebensmittelgeschenke erhalten hätten. Das endgültige Wahlergebnis soll erst Mitte Dezember bekanntgegeben werden.

Coronavirus - Deutschland: Reisende, die nach Deutschland einreisen wollen und sich in den vergangenen zehn Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen ab dem heutigen Sonntag eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Die Informationen gehen an die Gesundheitsämter am Zielort des Reisenden. So sollen sie kontrollieren können, ob jemand die Quarantänepflicht einhält. "Die Digitalisierung der Einreiseanmeldungen entlastet die Gesundheitsämter", hatte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn bezüglich der Massnahme gesagt.

Religionen: Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) startet am heutigen Sonntag ab 9.30 Uhr ihre Synodentagung, bei der es um die Zukunft der Kirche auch im digitalen Zeitalter geht. Angesichts der Coronavirus-Pandemie ist das ursprünglich in Berlin geplante Treffen des Kirchenparlaments auf eine zweitägige Online-Veranstaltung reduziert worden. Nach einem Eröffnungsgottesdienst, den das ZDF aus der Johanneskirche in Eltville-Erbach im Rheingau überträgt, wird eine Grundsatzrede des EKD-Ratsvorsitzenden und Münchner Bischofs Heinrich Bedford-Strohm erwartet.

Deutschland: In Stuttgart findet am heutigen Sonntag ab 8.00 Uhr die Oberbürgermeister-Wahl statt. Insgesamt 14 Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge des derzeitigen Amtsinhabers Fritz Kuhn (Grüne). Der Grünen-Politiker hatte nach acht Jahren im Amt im Januar überraschend angekündigt, nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Es wird ein spannendes Rennen um seine Nachfolge erwartet. Eine Stichwahl am 29. November gilt als wahrscheinlich. Gute Chancen werden unter anderem dem CDU-Kandidaten, dem Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper, sowie der Stuttgarter Grünen-Kommunalpolitikern Veronika Kienzle eingeräumt. Der Ausgang der OB-Wahl in der Landeshauptstadt wird auch vor dem Hintergrund der Landtagswahl in Baden-Württemberg im kommenden Frühjahr mit Spannung erwartet. Aufgrund der räumlichen Nähe zur Schweiz sowie wegen der engen wirtschaftlichen Verbindungen zur Schweiz gilt den Wahlen in diesem deutschen Bundesland hierzulande stets ein besonderes Augenmerk.

Luftverkehr: Der Berliner Flughafen Tegel stellt am heutigen Sonntag endgültig seinen Betrieb ein. Ein letzter Flug der französischen Fluggesellschaft Air France startet um 15.00 Uhr in Richtung des Paris Flughafens Charles de Gaulle. Tegel hätte eigentlich schon im Jahr 2012 schliessen sollen, das Datum verzögerte sich aber aufgrund der langen Baudauer des neuen Hauptstadtflughafens BER. Der für sein hexagonales Terminal bekannte Flughafen war über 60 Jahre lang in Betrieb. Gebaut wurde der Flughafen Tegel 1948 in nur 90 Tagen, mit der Hilfe von rund 19'000 Bürgern, die die Alliierten bei den Bauarbeiten unterstützten. Das erste Flugzeug, das während der Berliner Luftbrücke am 5. November 1948 landete, hatte acht Tonnen Käse geladen. Das Gelände des Flughafens soll in eine Wohngegend mit Läden, Schulen und Wohnungen für mehr als 10'000 Menschen umgestaltet werden.

Fussball: Im Spitzenspiel der 7. Runde in der Fussball Super League zwischen den dominierenden Teams der letzten Saison empfängt Meister Young Boys am heutigen Sonntag den letztjährigen Zweiten St. Gallen. Die Berner streben im vierten Heimspiel den vierten Sieg an und wollen dergestalt an die Spitze der Rangliste zurück. Den 1. Platz mussten sie am Samstag an Lugano abtreten, das auswärts gegen Aufsteiger Lausanne-Sport 1:0 gewann. Die St. Galler haben zuletzt zwei Mal in Folge verloren, doch auch sie könnten mit einem Sieg im Spitzenspiel auf die Leaderposition vorrücken. Die beiden weiteren für den heutigen Sonntag angesetzten Partien zwischen Aufsteiger Vaduz und Servette sowie zwischen Basel und Sion wurden wegen Coronavirus-Fällen in den Teams von Servette und Sion verschoben.

Radsport: Mit einer Flachetappe nach Madrid endet am heutigen Sonntagnachmittag die 75. Ausgabe der Spanien-Rundfahrt und gleichzeitig auch die wegen der Coronavirus-Pandemie stark komprimierte Radsport-Saison. Als letzter Sieger des Jahres fährt der Slowene Primoz Roglic in die spanische Hauptstadt ein. Der Gesamtzweite der Tour de France verteidigte das Leadertrikot gegen den Ecuadorianer Richard Carapaz am Samstag in der letzten Bergetappe mit Erfolg. Auf dem letzten Teilstück der knapp dreiwöchigen Rundfahrt durch Spanien wird der Gesamtführende traditionsgemäss nicht mehr angegriffen.

Jahrestage und Jubiläen

Vor 50 Jahren (1970) ... wurde der US-Unternehmer Thomas Anderson geboren. Er gründete 2003 als Angestellter von Intermix Media My Space. Zwei Jahre später kaufte Rupert Murdoch Intermix samt myspace.com für 580 Millionen Dollar. Auf seinem MySpace-Profil machte sich Anderson um fünf Jahre jünger, damit er zum Zeitpunkt der MySpace-Gründung zielgruppenfreundlich unter 30 gewesen wäre.

... wurde die jamaikanische Sängerin Diana King geboren. Sie wuchs in der Nachbarschaft von Bob Marleys Haus auf und ging dort von Kindsbeinen an ein und aus. Bekannt wurde sie mit der Coverversion von "I Say a Little Prayer" im Soundtrack zum Film "My Best Friend’s Wedding". 2012 outete sie sich als lesbisch und wurde damit zur bisher einzigen prominenten Person Jamaikas, die öffentlich zu ihrer Homosexualität steht.

Vor 60 Jahren (1960) ... wurde John F. Kennedy zum 35. amerikanischen Präsidenten gewählt. Er war der jüngste Amtsinhaber in der Geschichte der USA. Sein Kontrahent, der Republikaner Richard M. Nixon, unterlag dem Spitzenkandidaten der Demokraten bei der Wahl eher knapp mit 219 zu 300 Stimmen. Der irischstämmige Millionärssohn Kennedy war seit 1952 Senator des US-Bundesstaats Massachusetts. In seine Amtszeit als Präsident fielen der Bau der Berliner Mauer und die Kuba-Krise. Am 22. November 1963 wurde er in Dallas ermordet.

... wurde der schwedische Schauspieler Mikael Nyqvist geboren (†27.6.2017). Er wurde bekannt als Darsteller des Journalisten Mikael Blomkvist in den Verfilmungen der Bücher von Stieg Larsson, "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung". Er starb 57-jährig an Lungenkrebs.

Vor 75 Jahren (1945) ... wurde der regelmässige Flugverkehrs zwischen London und New York eingerichtet.

Vor 85 Jahren (1935) ... wurde der französische Filmschauspieler Alain Delon geboren ("Nur die Sonne war Zeuge").

Vor 120 Jahren (1900) ... wurde die Pulitzer-Preisträgerin Margaret Mitchell geboren (†16.8.1949). Sie begann "Gone with the Wind" zu schreiben, als sie wegen einer Verletzung und Arthritis mit 26 bettlägerig wurde. Ihr Mann kaufte ihr eine gebrauchte Remington-Reiseschreibmaschine, auf der sie innerhalb der folgenden zehn Jahre das mehr als 1000 Seiten umfassende Buch fertigstellte. Es erschien am 30. Juni 1936. Im selben Jahr verkaufte sie die Filmrechte an ihrem Buch für 50’000 US-Dollar an den Produzenten David O. Selznick. 1937 wurde sie für "Vom Winde verweht" mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Danach war Mitchell nur noch karitativ tätig. 1949 wurde sie von einem betrunkenen Autofahrer angefahren und fiel ins Koma, aus dem sie nicht mehr erwachte.

Vor 125 Jahren (1895) ... entdeckte der Würzburger Physikprofessor Wilhelm Conrad Röntgen bei Experimenten mit einer Kathodenstrahlröhre die sogenannten "X-Strahlen" (später auch "Röntgenstrahlen" genannt). Er leitet damit die Atomphysik sowie die medizinische Strahlendiagnostik ein. Seine "Mitteilung über eine neue Art von Strahlen" übergab er am 28.12.1895 dem Vorsitzenden der Physikalisch-Medizinischen Gesellschaft in Würzburg, die erste Demonstration seiner Entdeckung folgte am 23.1.1896 in Würzburg (am 13.1.1896 Vortrag vor Kaiser Wilhelm II.). Für diese Entdeckung, die er patentfrei der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte, erhielt er 1901 den ersten Physiknobelpreis.