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Keystone-SDA - Morgenlage - 31. Oktober 2020

Zürich, 31.10.2020

 

Guten Morgen! Das Keystone-SDA-Newsdesk wünscht einen guten Start in den Tag. Verantwortlicher Redaktor: Winfried Kösters (Telefon 058 909 50 50)

Schlagzeilen der Nacht

Coronavirus - WHO: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor Spätfolgen von Coronavirus-Infektionen gewarnt. Berichte über anhaltende Komplikationen nach Covid-19 gebe es von Spitalpatienten ebenso wie von daheim behandelten, jungen sowie alten Menschen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitagabend in Genf. Besonders besorgniserregend sei die grosse Bandbreite an Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verändern könnten. Betroffene berichteten etwa von monatelang andauernden Problemen wie starker Erschöpfung, Atemproblemen, Herzrasen oder Gedächtnisschwierigkeiten, die eine Rückkehr in den Beruf oder Alltag teils unmöglich machten.

Coronavirus - Belgien: In Belgien müssen die meisten Geschäfte ab Montag wegen der Corona-Pandemie wieder schliessen. Ausnahmen gebe es für Supermärkte, sagte Regierungschef Alexander De Croo am Freitag nach einer Krisensitzung in Brüssel. Die nächtlichen Ausgangssperren bleiben bestehen. Kneipen, Restaurants und Cafés, Kultur- und Sportstätten sind ohnehin bereits geschlossen. "Das sind die Massnahmen der letzten Chance." Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Belgien nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur derzeit die meisten Corona-Infektionen in der Europäischen Union.

Prix Courage - Schweiz: Das Ehepaar Nadya und Candid Pfister aus Spreitenbach AG hat am Freitagabend in Zürich den Prix Courage der Zeitschrift "Beobachter" entgegen genommen. Seit dem Suizid ihrer 13-jährigen Tochter Céline engagieren sie sich gegen Cybermobbing. "Beobachter"-Chefredaktor Andres Büchi überreichte den mit 15'000 Franken dotierten Preis während einer Übertragung auf Blick TV, wie der Verlag Ringier Axel Springer mitteilte. Die einzige Tochter des Paars hatte im August 2017 nach Mobbing auf der App Snapchat Suizid begangen. Zwei Jugendliche hatten sie mit einem Intimbild gemobbt. Sie kamen mit einigen Tagen gemeinnütziger Arbeit davon.

Eishockey - Schweiz: Nach drei Niederlagen kehren die ZSC Lions zum Siegen zurück. Die Zürcher bezwingen den HC Davos 6:3. Es war für den ZSC der fünfte Sieg in Folge gegen die Davoser, die lange Zeit nicht kaschieren konnten, dass es für sie erst das fünfte Meisterschaftsspiel in dieser Saison war, das vierte auswärts. Den bislang einzigen Sieg feierten sie zu Hause. Die Partie im Hallenstadion war die einzige am Freitag, nachdem sich zuvor auch die Mannschaften des EV Zug, der SCL Tigers und von Genève-Servette in die Quarantäne hatten begeben müssen.

Sport - Tennis: Sensation am ATP-Tennisturnier von Wien: Der 25-jährige Italiener Lorenzo Sonego (ATP 42) deklassierte den Weltranglistenersten Novak Djokovic mit 6:2, 6:1. Djokovics Niederlage gegen Sonego ist eine der grössten Tennis-Sensationen der letzten Jahre. Der 33-jährige Serbe verlor in diesem Jahr zuvor erst eine reguläre (und zu Ende gespielte) Partie - den French-Open-Final gegen Rafael Nadal mit 0:6, 2:6, 5:7. Und erst einmal verlor Djokovic noch deutlicher als gegen Lorenzo Sonego: Am Australian Open 2005 gewann er in der Startrunde gegen den späteren Turniersieger Marat Safin ebenfalls nur drei Games, aber in drei Sätzen. Damals war Djokovic 17 Jahre jung.

Thema des Tages

Delegiertenversammlung - FDP: Die FDP Schweiz fasst heute die Parolen zu drei Abstimmungsgeschäften. Das aktuellste davon ist die Konzernverantwortungsinitiative, die am 29. November an die Urne kommt. Die weiteren zwei Vorlagen sind der digitale Pass (E-ID) und das CO2-Gesetz. Gegen diese Vorlagen ist das Referendum ergriffen worden. Wegen des Coronavirus treffen sich die Delegierten im virtuellen Raum. Die FDP-Bundesratsmitglieder Karin Keller-Sutter und Ignazio Cassis werden sich per Videobotschaft an die Delegierten wenden.

Weitere wichtige Themen

Gesundheitspersonal- Aktionswoche: Mit einer Kundgebung auf dem Bundesplatz in Bern schliessen die Beschäftigten im Gesundheitswesen heute Nachmittag ihre Protestwoche ab. Mit öffentlichen Aktionen in verschiedenen Städten der Schweiz haben sie seit Montag auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht: bessere Arbeitsbedingungen, eine Corona-Prämie und höhere Löhne. Das Bündnis Gesundheit kritisiert die mangelnde Wertschätzung gegenüber den Frauen und Männern, die an der vordersten Front gegen die Pandemie ankämpfen. Dem Bündnis Gesundheit gehören rund ein Dutzend Verbände und Gewerkschaften an.

Coronavirus - Österreich: Österreichs Regierung will am Samstag neue Massnahmen zur Eindämmung der stark steigenden Coronavirus-Infektionszahlen im Land vorstellen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will die Öffentlichkeit an einer Pressekonferenz (16.30 Uhr) in Wien informieren. Zuvor trifft er sich mit den Chefs der Bundesländer sowie der Opposition und dem Bundespräsidenten. Welche Massnahmen geplant sind und ab wann sie gelten, blieb zunächst offen. Viele Medien spekulieren über einen Teil-Lockdown in etwa analog zu Frankreich und Deutschland.

Flughafen - Berlin: Mit neun Jahren Verspätung eröffnet am Samstag (14.00 Uhr) mit den ersten beiden Landungen der neue Hauptstadtflughafen BER. Eine Easyjet-Maschine vom Flughafen Tegel sowie ein Lufthansa-Flug aus München sollen zeitgleich auf den beiden Start- und Landebahnen des bisherigen Flughafens Schönefeld sowie des BER aufsetzen. Der neue Flughafen gilt damit als eröffnet. Eine offizielle Feier wird es angesichts der mehrfachen Verschiebungen, verdreifachten Baukosten und jahrelangen Verzögerungen nicht geben.

Wahlen - Georgien: In der Schwarzmeerrepublik Georgien sind am Samstag (ab 5.00 Uhr MEZ) mehr als 3,5 Millionen Menschen zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. 48 Parteien und 2 Wahlblöcke kämpfen um die 150 Sitze in der Volksvertretung. In den Umfragen liegt die Regierungspartei Georgischer Traum des Multimilliardärs Bidsina Iwanischwili vorn. Dahinter kommt die Oppositionspartei Vereinte Nationale Bewegung. Die Wahllokale schliessen um 17.00 Uhr MEZ. Danach wird mit ersten Prognosen gerechnet.

Wahlen - Elfenbeinküste: Bei der Wahl in der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste bewirbt sich Präsident Alassane Ouattara am Samstag um eine dritte Amtsperiode. Der 78-Jährige hatte im März zwar den Verzicht auf eine erneute Kandidatur verkündet, war dann nach dem überraschenden Tod seines designierten Nachfolgers aber doch erneut angetreten. Beobachter wie die International Crisis Group räumen der weitgehend zersplitterten Opposition und ihren Kandidaten kaum Chancen ein. Vor der Wahl wurden Menschenrechtlern zufolge mehr als 20 Menschen infolge politischer Gewalt getötet.

Jahrestage und Jubiläen

- Vor 5 Jahren (2015) ...stürzte ein russisches Verkehrsflugzeug auf der Sinai-Halbinsel ab. 224 Menschen starben, unter ihnen 17 Kinder. Über die Ursache des Unglücks wird gerätselt. In Betracht kommen ein Attentat oder ein technischer Defekt. Der "Islamische Staat" hatte schnell die Verantwortung für den Absturz übernommen, doch ebenso schnell kamen Zweifel daran auf. Der ägyptischen Behörden liessen im Dezember 2015 verlauten, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Absturz durch einen Terroranschlag verursacht worden sei. Russland behauptete seinerseits das Gegenteil. Russische Geheimdienste seien zum Schluss gekommen, dass es sich um einen Anschlag gehandelt habe.

- Vor 50 Jahren (1970) ...wurde das deutsche Frauenfussball-Verbot aufgehoben. Der Deutsche Fussball-Bund (DFB) beschloss mit zwei Gegenstimmen, den am 30. Juli 1955 gefassten Beschluss, Spiele von Damenfussball nicht zu gestatten, wieder aufzuheben. Gegen eine vollkommene Gleichberechtigung auf dem Platz setzten die Verbandsfunktionäre zunächst jedoch ein besonderes Regelwerk: Die Frauen mussten mit einem Jugendball spielen, Stollenschuhe waren verboten und die Spielzeit wurde auf 2 x 30 Minuten begrenzt.

- Vor 70 Jahren (1950) ...wurde der kanadische Komiker und Schauspieler John Candy ("Blues Brothers", "Cool Runnings") geboren. Am 4. März 1994 starb Candy im Alter von 43 Jahren bei Dreharbeiten zu dem Film "Wagons East!" in Mexiko an einem Herzinfarkt. 1955 war bereits sein Vater mit 35 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Der stark übergewichtige Schauspieler hatte sich trotz der Warnungen seiner Ärzte stets geweigert abzunehmen, da er seinen Erfolg vor allem auf sein äusseres Erscheinungsbild zurückführte. Ausserdem war Candy starker Raucher. Seine Beerdigung wurde live im kanadischen Fernsehen übertragen.