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Italienisch-Schweizerisches Konsortium auf dem Lago Maggiore

Zürich, 21.12.2017

 

Die beiden Schifffahrtsgesellschaften NLM (I) und SNL (CH) haben den Grundsatzentscheid zur Bildung eines Konsortiums gefällt. Damit kann die SNL ab 2018 die Schifffahrt auf dme Schweizer Teil des Langensees durchführen.

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und das italienische Verkehrsministerium begrüssen den Entscheid, wie sie am Donnerstag in einer Medienmitteilung bekanntgaben.

Die italienische Gestione Governativa Navigazione Laghi (GGNL), zu der die Navigazione Lago Maggiore (NLM) gehört, und die schweizerische Società Navigazione del Lago di Lugano (SNL) wollen das Konsortium bis spätestens 28. Februar 2018 gründen.

Nach Lösung der technischen Aspekte und Erhalt der notwendigen Bewilligungen darf damit die SNL unter anderem die Linienschifffahrt auf dem Schweizer Teil des Langensees unter der Konzession der NLM betreiben.

Die Arbeitsgruppe unter der Führung des italienischen Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti (MIT) und des Bundesamtes für Verkehr (BAV) war im Anschluss an die von Verkehrsministerin Doris Leuthard und dem italienischen Verkehrsminister Graziano Delrio 2016 erfolgte Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Förderung der Schifffahrt auf dem Luganersee und dem Langensee eingesetzt worden.

Sie bezweckt die Förderung der Schifffahrt und des Tourismus auf den beiden Seen. Beide Seiten sind überzeugt, dass die mit der Gründung des Konsortiums gefundene Lösung der Schifffahrt auf den beiden Seen dient.

20-tägiger Streik

Die Angestellten der Fährschifffahrtsgesellschaft Lago Maggiore NLM waren im Sommer dieses Jahres in einen 20-tägigen Ausstand getreten, nachdem ihnen auf das Jahresende die Kündigung ausgesprochen worden war. Nach einer Einigung zwischen dem Kanton, der Stadt Locarno und den Gewerkschaften waren sie wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt.

Der Kanton Tessin und die Stadt Locarno waren bereit, eine einmalige Lohngarantie von 200'000 Franken für die 34 entlassenen NLM-Angestellten zu zahlen, um Zeit zu gewinnen und die Übergangszeit bis zur Bildung eines Konsortiums für die Angestellten erträglicher zu machen.

Der Streik mitten in der Hochsaison sorgte für Einschränkungen, da im Schweizer Becken des Lago Maggiore keine Fährverbindungen angeboten werden konnten. Die Einmalzahlung hatte jedoch zur Bedingung, dass ein Konsortium gebildet würde.

Neue Konzession sorgte für Veränderung

Der Grund für den angekündigten Stellenabbau lag auf der italienischen Seite: Ende Dezember 2016 hatten die Schweiz und Italien die Konzessionen für die beiden Schifffahrtsunternehmen auf dem Lago Maggiore und Lago di Lugano für die nächsten zehn Jahre erneuert.

In diesem Zusammenhang wurde zwar garantiert, dass beim bisherigen Fahrplanangebot und Personal keine Änderungen vorgenommen würden - allerdings nur bis Ende Dezember 2017. Als Grund für die Entlassungen wurden von verschiedenen Seiten die Verluste genannt, welche der Fährbetrieb im Schweizer Becken einfahre. Das Konsortium soll diese nun verhindern.

Die Tessiner Gewerkschaften UNIA, OCST und SEV haben bereits Widerstand gegen die späte Bildung des Konsortiums angekündigt. Da bisher nur ein Grundsatzentscheid gefällt worden sei und das eigentliche Konsortium erst Ende Februar gebildet werden solle, bleibe dieses eine Schimäre, teilten die Gewerkschaften am Donnerstagabend mit. Die ehemaligen Angestellten müssten nun doch in die Arbeitslosigkeit und ob das Konsortium bis am 28. Februar zu Stande komme, sei unsicher.