Gazenergie

Internationale Allianz für Kohleausstieg gebildet

Zürich, 16.11.2017

 

Grossbritannien und Kanada haben bei der UNO-Klimakonferenz in Bonn eine globale Allianz für den Kohleausstieg vorgestellt. 23 Partner schlossen sich der Initiative an.

Die Abkehr von der Kohle-Energie sei der richtige Schritt, sagte Kanadas Umweltministerin Catherine McKenna am Donnerstag. "Wir schulden es unseren Kindern", betonte sie.

Neben Grossbritannien und Kanada gehören der "Powering Past Coal Alliance" 23 weitere Mitglieder an, darunter Frankreich, Italien, Österreich, Finnland, Mexiko, Portugal, Costa Rica und die Marshallinseln, aber auch einzelne Provinzen wie das kanadische British Columbia oder der US-Bundesstaat Washington.

Die Unterzeichner der Initiative verpflichten sich zu einem möglichst raschem Ausstieg aus der Kohle. Einen konkreten Zeitplan gibt es aber nicht. Zur Verwirklichung der Klimaziele solle aber die Kohlephase in der EU und der OECD im Jahr 2030 und weltweit 2050 enden. Derzeit betrage der Anteil der Kohle an der weltweiten Energiegewinnung noch fast 40 Prozent, erklärte das Bündnis.

Einzelne Regierungen hatten bereits ihren Ausstiegszeitpunkt bekanntgegeben: Österreich 2020, Frankreich 2021, Grossbritannien 2025 und Kanada 2030.

Kreis erweitern

Deutschland, Gastgeber der Klimakonferenz, gehört dem Bündnis nicht an. Das Land ist noch führend im Verbrennen von Braunkohle, dem fürs Klima schädlichsten Energieträger. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist einer der strittigen Punkte bei den Koalitionsverhandlungen.

Die "Powering Past Coal Alliance" hat angekündigt, die Zahl der Teilnehmer bis zur nächsten Klimakonferenz 2018 in Polen auf 50 Mitglieder erhöhen zu wollen.

Es gebe einen "unglaublichen Schwung" für den Kohleausstieg, sagte die britische Energie-Staatsministerin Claire Perry. Ihr Land habe den Anteil der Kohle an der Stromerzeugung in den vergangenen fünf Jahren von 40 Prozent auf zwei Prozent zurückgefahren. Dabei habe Grossbritannien "kein Wachstum geopfert".