Gazenergie

Haarföhn-Unfall von Kehrsatz bleibt ohne strafrechtlichen Folgen

Zürich, 13.12.2017

 

Der tödliche Unfall zweier badender Kinder mit einem Haarföhn im Februar dieses Jahres in Kehrsatz hat keine strafrechtlichen Folgen. Die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland hat nach der Untersuchung des Vorfalls das Verfahren eingestellt.

Wie sie und die Berner Kantonspolizei am Mittwoch mitteilten, ging es um die Frage, ob Sicherheitsvorschriften in Bezug auf den Föhn und die elektrischen Installationen eingehalten wurden. Polizei und Staatsanwaltschaft kamen zum Schluss, dass dies der Fall war.

Christof Scheurer, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft, sagte dazu auf Anfrage, im fraglichen Haus habe es keine sogenannten FI-Schutzschalter gegeben. Solche Schalter verhindern tödliche Stromschläge. Das Haus sei 1973 gebaut worden. Die Pflicht, solche Schalter einzubauen, sei erst 1987 eingeführt worden.

Eine Nachrüstpflicht bestehe nur, wenn bestehende Stromleiter geändert oder ergänzt worden seien, was bei diesem Haus nicht der Fall gewesen sei. Die Liegenschaftsbesitzer hätten sich deshalb nichts zuschulden kommen lassen.

Zwei Knaben im Alter von sechs und sieben Jahren aus Somalia waren in der Kehrsatzer Wohnung ums Leben gekommen. Sie nahmen einen ans Stromnetz angeschlossenen Haarföhn mit ins Bad. Dabei kam es zum tödlichen Stromschlag.

Auch Eltern bleiben unbehelligt

Laut Scheurer wäre es bei einem solchen Fall möglich, eine Sorgfaltspflichtverletzung der Eltern zu untersuchen. Doch gingen die Ermittler nicht von einem vorsätzlichen, sondern von einem fahrlässigen Verhalten der Eltern der beiden Buben aus.

In diesem Fall komme Artikel 54 des Schweizerischen Strafgesetzbuches zur Anwendung, sagte Scheurer weiter. Gemäss diesem Artikel wird keine Strafverfolgung eingeleitet, wenn ein Täter von den Folgen einer Tat so schwer betroffen ist, dass eine Strafe unangemessen wäre.