Gazenergie

GF dank starker Nachfrage aus China und den USA im Aufwind

Zürich, 19.07.2017

 

Beim Industriekonzern Georg Fischer zahlt sich die Konzentration auf margenstarke Produkte aus. Der Industriekonzern konnte im ersten Halbjahr sowohl den Umsatz wie den Gewinn steigern. Deutlich angezogen hat die Nachfrage vor allem in China und den USA.

Georg Fischer profitiert in diesen zwei Ländern von Investitionen in die Infrastruktur und in den Maschinenpark der Luftfahrt- und Mikroelektronikindustrie. So stelle der Industriekonzern in China und den USA ein neu erwachtes Interesse an der umweltfreundlicheren Energieform Gas fest, sagte GF-Chef Yves Serra in einer Telefonkonferenz am Mittwoch. Entsprechend angestiegen sei die Nachfrage nach Gasrohrleitungen von GF.

Auch die Luftfahrt- und Elektronikindustrien in China und den USA bestellten im ersten Halbjahr beim Schaffhauser Industriekonzern fleissig Hochpräzisionsmaschinen zur Metallbearbeitung. In dieser Sparte hat Georg Fischer in die Innovation investiert, was sich gemäss Serra auszahlt. So finde zum Beispiel die neue Senkerosionsmaschine, mit der sich komplexe Metallteile herstellen lassen, reissenden Absatz.

Neuen Schwung verschafft Georg Fischer auch der technologische Wandel im Autobau. So verzeichnete die Sparte Autokomponenten einen deutlichen Anstieg neuer Aufträge für Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge. Diese Aufträge haben im ersten Halbjahr bereits 25 Prozent des gesamten Bestellvolumens ausgemacht nach lediglich 10 Prozent im Vorjahr.

Trend zu leichten Autos

Als Produzent von Leichtmetall-Komponenten profitiert GF in diesem Bereich vom Bemühen um leichte Fahrzeuge. Um die Reichweite zu verbessern, wollen Autoproduzenten das Gewicht ihrer E-Fahrzeuge möglichst gering halten.

All diese Faktoren haben dazu geführt, dass sich bei Georg Fischer im ersten Halbjahr der Umsatz um 7 Prozent auf 1,99 Milliarden Franken erhöht hat. Zu dieser Steigerung haben alle Divisionen beigetragen. Mit einem Plus von 10 Prozent hat jedoch vor allem die grösste Division, die Sparte Rohrleitungen, zum Umsatzsprung geführt.

Die höhere Nachfrage nach Asien und Amerika hat auch entsprechende Verschiebungen bei der geografischen Verteilung des Umsatzes geführt. GF hat prozentual im ersten Halbjahr in Asien mehr, in Europa dagegen weniger abgesetzt. Mit einem Anteil von 48 Prozent (Vorjahr 31 Prozent) bleibt Europa jedoch nach wie vor der wichtigste Markt.

Profitables Wachstum

GF hat jedoch nicht nur die Quantität, sondern dank der Konzentration auf margenstarke Produkte auch die Profitabilität gesteigert. So erhöhte sich der Betriebsgewinn (EBIT) um 12 Prozent auf 168 Millionen Franken, womit er stärker als der Umsatz wuchs. Zu dieser Steigerung geführt haben Profitabilitätssteigerungen in den Sparten Rohrleitungen und Hochpräzisionsmaschinen. Mit je 17 Prozent haben sie ihren Betriebsgewinn gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhen können.

Die Sparte Autokomponenten dagegen meldet einen tieferen Betriebsgewinn und dementsprechend auch eine tiefere Marge als in der Vorjahresperiode. Serra begründete diesen Rückgang einerseits mit höheren Rohstoffpreisen, die GF erst mit einer Verzögerung von zwei bis drei Monaten an die Kunden weitergeben konnte. Andererseits hat die Profitabilität auch unter den Anlaufkosten im neuen Leichtmetall-Druckgusswerk in den USA und bei der neuen Fertigungslinie im deutschen Singen gelitten.

Optimistischer Ausblick

Diese Zusatzkosten laufen jedoch aus. Weil GF zudem im ersten Halbjahr den Auftragseingang deutlich steigern konnte, zeigt sich Georg Fischer für das Gesamtjahr optimistisch. Unter der Voraussetzung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld nicht verschlechtere, erwarte GF ein über den Zielen liegendes Umsatzwachstum sowie eine klare Steigerung der Profitabilität, sagte Serra.

Im Rahmen der Strategie 2020 hat sich Georg Fischer vorgenommen, die Verkäufe jährlich um 3 bis 5 Prozent zu steigern. Für die Profitabilität gilt das Ziel einer Betriebsgewinnmarge (EBIT-Marge) zwischen 8 bis 9 Prozent. Mit 8,4 Prozent hat GF auch dieses Ziel im ersten Halbjahr erreicht.