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Fast 3000 Festnahmen seit Beginn der Unruhen in Venezuela

Zürich, 31.05.2017

 

Seit Beginn der Unruhen in Venezuela vor zwei Monaten sind nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation fast 3000 Menschen festgenommen worden. Davon seien rund 1350 immer noch in Gewahrsam, teilte die NGO Foro Penal am Dienstag mit.

197 von ihnen wurden demnach von Militärgerichten zu Haftstrafen verurteilt. Ein Anwalt, der für die Organisation tätig ist, verglich die Lage mit der "unter diktatorischen Regimes".

Seit dem 1. April gibt es nahezu täglich Strassenschlachten zwischen Sicherheitskräften und oppositionellen Demonstranten. Dabei wurden bereits 60 Menschen getötet. Gegner und Anhänger der Regierung geben sich gegenseitig die Schuld für die Gewalt.

Auch am Dienstag gab es erneut Proteste gegen Maduro. Rund 2000 Demonstranten gingen in der Hauptstadt Caracas auf die Strasse. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge auseinanderzutreiben.

Die meisten Menschen flohen vor dem Gas, einige wenige Demonstranten, die mit Helmen geschützt waren, lieferten sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften auf Motorrädern. Diese wurden mit Steinen und Molotowcocktails beworfen.

Amtsenthebung

Die Opposition kämpft seit Monaten für eine Amtsenthebung des linksnationalistischen Staatschefs Nicolás Maduro. Die Maduro-Gegner machen ihn für die schwere Wirtschaftskrise in dem südamerikanischen Land verantwortlich, die zu dramatischen Versorgungsengpässen geführt hat.

Der Protest richtet sich auch gegen eine geplante Verfassungsänderung. Die Opposition wirft dem Präsidenten vor, damit seinen Machtanspruch festigen zu wollen.