Gazenergie

Ex-Chef staatlicher Ölfirma in Venezuela unter Korruptionsverdacht

Zürich, 12.12.2017

 

Die venezolanische Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption gegen den ehemaligen Chef des staatlichen Ölkonzerns PDVSA, Rafael Ramírez, eingeleitet. Die Entscheidung sei nach der "Beschlagnahmung zahlreicher Dokumente" gefallen, sagte Staatsanwalt Tarek William Saab am Dienstag im Staatsfernsehen.

Ramírez hatte vergangene Woche bereits seinen Posten als Uno-Botschafter abgegeben - nach eigenen Angaben auf Druck von Präsident Nicolas Maduro.

Diego Salazar, ein Cousin von Ramírez, der vor zwei Wochen wegen des Verdachts auf Veruntreuung öffentlicher Gelder festgenommen worden war, belaste Ramírez "als seinen direkten Partner" bei unlauteren Ölgeschäften, sagte Staatsanwalt Saab weiter.

In den vergangenen Monaten hatten die venezolanischen Behörden eine grossangelegte Operation gegen die Korruption innerhalb des Staatskonzerns gestartet. Dabei wurden bereits Ex-Ölminister Eulogio Del Pino und Ex-PDVSA-Chef Nelson Martínez festgenommen.

Ramírez ist seit seinem Rücktritt als Uno-Botschafter untergetaucht. Auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter hatte er vergangene Woche mitgeteilt, die Vorwürfe gegen ihn seien politisch motiviert.

Venezuela befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer Wirtschaftskrise. Die Regierung vermutet, die staatliche Ölproduktion werde sabotiert. Die Opposition macht Maduro für die Misere verantwortlich. Bei Massenprotesten wurden zwischen April und Juli 125 Menschen getötet.