Gazenergie

EU-Ratschef: Türkei hat bislang nicht positiven Weg gewählt

Zürich, 29.10.2020

 

Das jüngste Vorgehen der Türkei im östlichen Mittelmeer weist nach Ansicht von EU-Ratschef Charles Michel in die falsche Richtung. Der EU-Gipfel Anfang Oktober habe Ankara einen klaren Weg für eine positive Agenda angeboten. "Bislang hat die Türkei diesen Weg nicht gewählt", sagte Michel am Donnerstag nach einem Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs. "Wir verurteilen die jüngsten einseitigen Handlungen im östlichen Mittelmeer, Provokationen und Rhetorik, die völlig inakzeptabel sind." Die Staats- und Regierungschefs wollten im Dezember auf das Thema zurückkommen.

Vor vier Wochen hatten die 27 Staaten beschlossen, dass spätestens beim Dezember-Gipfel erneut über die Lage im östlichen Mittelmeer gesprochen und entschieden werden solle, wie es weiter geht. Bis dahin hält die EU ihre Sanktionsdrohung gegen Ankara aufrecht.

Hintergrund ist der Erdgas-Streit zwischen der Türkei sowie den EU-Ländern Griechenland und Zypern im östlichen Mittelmeer. Die Spannung hatten zuletzt wieder deutlich zugenommen.

Griechenland und Zypern werfen der Türkei vor, in Meeresgebieten nach Erdgas zu suchen, die nach dem internationalen Seerecht nur von ihnen ausgebeutet werden dürfen. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer zum türkischen Festlandsockel gehören. Zuletzt hatte die Türkei den umstrittenen Einsatz ihres Gas-Forschungsschiffs "Oruc Reis" südlich der griechischen Insel Rhodos bis zum 4. November verlängert.