Gazenergie

Deutschland und Indien vereinbaren engere Zusammenarbeit

Zürich, 30.05.2017

 

Mit Investitionen in Milliardenhöhe wollen Deutschland und Indien ihre Zusammenarbeit stärken. Im Beisein der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und Indiens Premierminister Narendra Modi wurde am Dienstag in Berlin ein Entwicklungsetat vereinbart.

"Wir geben in jedem Jahr eine Milliarde Euro", sagte Merkel nach deutsch-indischen Regierungskonsultationen. Dabei gehe es um Themen wie Smart Cities, erneuerbare Energien und Solarindustrie.

Merkel betonte zugleich, dass Deutschland Indien bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens unterstützen wolle. "Indien setzt das Abkommen intensiv um", sagte Merkel.

Das Land mit mehr als einer Milliarde Einwohner befinde sich aber in einer anderen Entwicklungsphase als Deutschland. "Indien ist eine Demokratie und Indien setzt darauf, dass die Welt nicht nur vernetzt ist, sondern vernünftig gestaltet wird."

Kooperation von "überragender Bedeutung"

Nach der Kritik am fehlenden Bekenntnis der USA zum Pariser Klimaschutzabkommen erklärte Merkel, dass die Zusammenarbeit mit asiatischen Partnern wie Indien oder China nicht gegen die USA gerichtet seien. Aber die Kooperation mit dem Milliardenvolk Indien sei von "überragender Bedeutung".

Modi gab keine klare Antwort auf die Frage, ob Indien auch am Pariser Abkommen festhalten werde, wenn die USA austreten sollten. Er betonte allerdings die überragende Bedeutung des Umweltschutzes für sein Land und die Anstrengungen beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Aufruf zu gemeinsamem Handeln

Zudem rief Modi die Welt zum gemeinsamen Handeln auf. "Wir sind alle miteinander verbunden", sagte er. "Demokratie und Vielfalt - das sind die Pfeiler, auf denen eine regelbasierte Weltordnung wirklich beruht. (...) Es ist wichtig, dass wir diese Regeln auch wirklich einhalten. Nur dann kann die Welt wirklich in die Zukunft schreiten."

Auf dem G7-Gipfel in Sizilien hatte es jüngst grössere Unstimmigkeiten zwischen den USA unter Präsident Donald Trump und den anderen Nationen gegeben. Indien ist kein Mitglied der G7.

Modi betonte, Indien wolle sich "gemäss globaler Standards" weiter entwickeln. Im Mittelpunkt steht die Zukunft von 800 Millionen Jugendlichen auf dem Subkontinent. "Wir brauchen Berufsbildung für diese Jugendlichen." Modi sagte: "Die ganze Welt ist abhängig von Innovation, ohne Innovation kein Fortschritt."

Als besondere Herausforderung nannte Modi unter anderem die Cybersicherheit. "Man muss da in Echtzeit reagieren können." Von Deutschland erhoffe sich Indien zudem Unterstützung bei der Entwicklung der zivilen Luftfahrt. Die deutsch-indischen Regierungskonsultationen sollten auch den G20-Gipfel in Hamburg im Juli vorbereiten.