Gazenergie

Chinesische Luftwaffe fängt über Südchinesischem Meer US-Jet ab

Zürich, 28.05.2017

 

Ein Abfangmanöver über dem Südchinesischen Meer sorgt für neue Spannungen zwischen China und den USA. Chinesische Kampfflugzeuge hatten über den umstrittenen Gewässern bereits am Mittwoch ein US-Spionageflugzeug abgefangen, wie das US-Verteidigungsministerium am Freitag bekanntgab.

Es kritisierte das Manöver als "nicht sicher und unprofessionell". Peking wies den Vorwurf am Sonntag zurück.

Nach einem Bericht des US-Senders CNN waren die chinesischen Kampfflugzeuge vom Typ J-10 zu nah an den US-Aufklärer herangekommen. Wie ein Pentagonsprecher sagte, war die Maschine der US-Marine im internationalen Luftraum unterwegs. Er kündigte eine Beschwerde bei der chinesischen Regierung an.

Das chinesische Verteidigungsministerium erklärte am Sonntag, die Darstellung des Vorfalls durch das Pentagon entspreche nicht den Tatsachen. Das chinesische Militär habe sich bei der "Identifizierung" des Flugzeugs ordnungsgemäss verhalten. Der Einsatz sei "professionell und sicher" gewesen.

Nach Angaben des Pentagon war es der bereits zweite solche Vorfall innerhalb von zehn Tagen. China beansprucht weite Teile des Südchinesischen Meers, in dem grosse Öl- und Gasvorräte vermutet werden. Andere Staaten wie Vietnam, Malaysia, Brunei und die Philippinen reklamieren Teile der Gewässer ebenfalls für sich. Washington wies Pekings Gebietsansprüche wiederholt zurück.

US-Kriegsschiff entsandt

Am Donnerstag hatten die Vereinigten Staaten erstmals seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump ein Kriegsschiff in die Region entsandt. Die USA sprachen von einer Demonstration zur "Freiheit der Schifffahrt". Peking protestierte gegen die Verletzung seiner Souveränität.

Am Sonntag kritisierte das chinesische Verteidigungsministerium erneut, dass der Zerstörer "USS Dewey" sehr nah an einem zu den umstrittenen Spratly-Inseln gehörenden Riff vorbeigefahren sei. Damit hätten die USA Chinas "Souveränität und Sicherheit" verletzt und Soldaten beider Länder in Gefahr gebracht.

Dieses Verhalten sei die "eigentliche Ursache für die militärischen Sicherheitsprobleme im See- und Luftraum zwischen den USA und China", erklärte Peking. Das chinesische Militär werde weiterhin "entschlossen" seine Pflicht erfüllen und die Souveränität und Sicherheit der Volksrepublik "entschieden" verteidigen.

Im Gebiet der von mehreren asiatischen Ländern beanspruchten Spratly-Inseln lässt Peking schon seit längerem künstliche Inseln aufschütten, um Hafenanlagen und Flugplätze zu bauen.

Die USA werfen Peking vor, auf den auf Korallenriffen entstehenden Inseln vor allem militärisch nutzbare Einrichtungen wie Landepisten, Radartürme, Bunker und Geschützstellungen anzulegen. Die US-Regierung sieht darin eine Gefahr für die freie Schifffahrt in der Region, durch die ein Drittel der weltweiten Erdöltransporte verlaufen.