Gazenergie

Chemie- und Pharmaindustrie entschleunigt Exporte

Zürich, 21.11.2017

 

Das Schweizer Exportwachstum hat sich im Oktober gegenüber den Vormonaten verlangsamt. Während die Nachfrage aus den USA deutlich zulegte, ging sie in den wichtigen Abnehmermärkten Deutschland und China zurück. Zudem schwächelte das bewährte Zugpferd Pharmaindustrie.

Stiegen die Exporte im ersten Halbjahr 2017 noch auf ein neues Rekordhoch, haben sie seither Monat für Monat nachgelassen. Verglichen mit September gingen die Ausfuhren im Oktober um 2,0 Prozent zurück, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte.

Besser steht die Exportentwicklung im Vergleich zum letzten Jahr da. Gegenüber dem Vorjahresmonat wuchsen die Exporte letzten Monat um 5,0 Prozent (nominal und arbeitstagbereinigt). Überdurchschnittlich zugelegt mit Wachstumsraten zwischen 15,5 bis 19,4 Prozent haben die Sparten Fahrzeuge, Metallindustrie, Textilien und Bijouterie-Produkte.

Erholung in der Uhrenbranche

Die Uhrenbranche erholt sich nach schwierigen Jahren weiter, die Exporte in diesem Bereich legten um 9,3 Prozent zu - vor allem in Hongkong, China und Japan zog die Nachfrage deutlich an. Das deutliche Wachstum im Oktober ist unter anderem auch mit der sehr tiefen Vorjahresbasis zu erklären.

Enttäuschend entwickelte sich die Chemie- und Pharma-Branche, die fast die Hälfte zum Exporterfolg der Schweiz beiträgt und als konjunkturunabhängiges Zugpferd gilt. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Exporte um 1 Prozent.

Die Zollverwaltung begründet dies mit rückläufigen Medikamentenlieferungen um 413 Millionen Franken (-11 Prozent). Gemäss dem Branchenverband sind grosse Schwankungen normal, da Medikamente nicht laufend, sondern in Chargen produziert werden.

Deutschland abgeschwächt

Ungewohntes zeigte sich auch in den Exportdestinationen. Die Ausfuhren ins wichtigste Exportland Deutschland und nach China gaben (nominal und arbeitstagbereinigt) 4,7 respektive 4,3 Prozent nach im Jahresvergleich. Ein Plus resultierte dagegen in Nordamerika (11 Prozent), Lateinamerika (26,1 Prozent), Europa (2,5 Prozent) sowie Japan (25,9 Prozent).

Weiter dynamisch lief es bei den Importen mit einem Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Allerdings fiel die Hälfte der Importzunahme von 564 Millionen Franken auf Bijouterie und Juwelierwaren. Bei dieser Sparte schenkten laut Zollverwaltung aber vor allem Rücksendungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten von 408 Millionen Franken ein.

Weniger Importe aus den USA

Um je ein Fünftel erhöhten sich die Einfuhren von Energieträgern und Metallen. Die Importe von Chemie- und Pharmaprodukten gaben 4 Prozent nach. Die halbierte Nachfrage nach pharmazeutischen Wirkstoffen habe das Spartenergebnis belastet, schreibt die EZV weiter.

Die Mehreinfuhren stammten vor allem aus Asien und Europa, während die Importe aus Nordamerika 4 Prozent nachgaben. Unter dem Strich resultierte ein Handelsüberschuss von 2,4 Milliarden Franken.