Gazenergie

Chefs von Tesla und Disney verlassen Trumps Beratergremien

Zürich, 02.06.2017

 

Führende US-Unternehmen haben die Ankündigung von Präsident Donald Trump für einen Ausstieg aus dem Weltklimavertrag scharf kritisiert.Der Chef des Elektro-Autobauers Tesla, Elon Musk, und Disney-Boss Robert Iger kündigten aus Protest ihre Beraterfunktionen beim Präsidenten.

"Die Entscheidung, sich aus dem Pariser Abkommen zurückzuziehen, war falsch für unseren Planeten", twitterte Apple-Chef Tim Cook. Der iPhone-Hersteller werde am Kampf gegen den Klimawandel festhalten und nicht zaudern. Facebook-Chef Mark Zuckerberg schrieb in seinem Online-Netzwerk, der Beschluss sei "schlecht für die Umwelt, schlecht für die Wirtschaft und gefährdet die Zukunft unserer Kinder".

Auch aus der Finanzbranche und der Industrie hagelte es unmittelbar nach Trumps Erklärung Kritik. "Die Entscheidung ist ein Rückschlag für die Umwelt und für die US-Führungsposition in der Welt", erklärte der Chef der führenden US-Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, in seinem ersten Kommentar auf Twitter überhaupt.

Die Bankenbranche gilt eigentlich als einer der grossen Profiteure von Trumps Wahlsieg. Denn der Präsident hat angekündigt, die unter seinem Vorgänger Barack Obama als Lehre aus der globalen Finanzkrise verschärfte Regulierung wieder zu lockern.

Der Chef des Industriekonzerns General Electric, Jeff Immelt, twitterte, er sei enttäuscht. Die Industrie müsse nun unabhängig von der Regierung eine Führungsrolle übernehmen. "Der Klimawandel ist real." Auch andere Grosskonzerne wie Ford und Microsoft kritisierten Trump.

Gemischte Gefühle

Zurückhaltender fiel das Echo in der Kohle- und Öl-Branche aus. Der Präsident des Weltkohleverbands WCA, Benjamin Sporton, sagte zu Reuters, er habe gemischte Gefühle. Er wünsche sich, dass sich die USA für eine neue Vereinbarung und eine Energiepolitik einsetzten, in der auch die Kohle ihren Platz habe.

Der grösste US-Verband der Öl- und Gasbranche, das American Petroleum Institute, teilte knapp mit, nie eine offizielle Position zu dem Abkommen eingenommen zu haben. Allerdings hatten zuvor schon führende Mitglieder wie der Ölmulti Exxon Mobil erklärt, zum Kampf gegen den Klimawandel sei ein Rahmen wie der Pariser Vertrag nötig.

Der Industrieverband NAM betonte, er unterstütze zwar den Geist des Pariser Weltklimavertrags, einige Teile des Abkommens seien aber ungerecht für die USA. Trump hatte erklärt, sein Land wolle aus dem Klimavertrag aussteigen, weil dieser für die USA unfair sei. Zudem zweifelt er den Klimawandel an. Im Wahlkampf hatte er ihn als eine Erfindung der Chinesen bezeichnet, um der US-Wirtschaft zu schaden.

Beraterfunktionen gekündigt

Tesla-Chef Elon Musk und Disney-Chef Robert Iger kündigten aus Protest über den Austritt der USA aus dem Weltklimavertrag ihre Beraterfunktionen bei US-Präsident Donald Trump. "Der Klimawechsel ist real. Das Pariser Abkommen zu verlassen, ist weder gut für Amerika noch für die Welt", teilte Musk über Twitter mit.

Er habe alles getan, um Trump davon zu überzeugen, an dem Pariser Klimaschutzabkommen festzuhalten, sagte Musk bereits am Mittwoch.

Disney-Chef Iger kündigte an, aus Prinzip müsse er das Beratergremium verlassen. General Motors erklärte dagegen, dass Chefin Mary Barra weiterhin an den Beratungen mit Trump teilnehmen werde.

Auf den Rückzug von Tesla-Chef Musk angesprochen, sagte Handelsminister Wilbur Ross bei "Fox News", es gehe weniger um Klima als um US-Gelder, die an andere Länder fliessen und das Klimaproblem nicht lösten.

Trump hatte am Donnerstag den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 angekündigt. Der Vertrag unterwandere die US-Wirtschaft, koste das Land Jobs und sei unfair gegenüber den USA. Er strebe neue Verhandlungen an. International stiess seine Entscheidung auf Kritik.