Gazenergie

Die Energiezukunft fängt im Alltag an: Zum Beispiel mit einem Apfel

Biogas ist eine erneuerbare Energie: Aus organischen Abfällen der Grünabfuhr wird in über 35 Anlagen in der ganzen Schweiz Biogas gewonnen und direkt ins Gasnetz eingespeist. Damit heizen, kochen oder tanken Sie klimaschonend.

Wie unterscheidet sich Biogas von Erdgas?

Erdgas und das ins Netz eingespeiste Biogas sind eigentlich identisch in der Zusammensetzung und bestehen grösstenteils aus Methan (CH4). Der grosse Unterschied liegt in der Gewinnung bzw. der Produktion des Gases: Erdgas ist ein natürlich vorkommendes Gas, welches aus dem Erdinneren gefördert wird. Biogas entsteht durch die Vergärung von organischen Abfallstoffen wie Grüngut oder Klärschlamm – und ist somit eine erneuerbare Energie.

Damit Biogas ins Netz eingespeist werden kann, muss es zuerst auf Erdgas-Qualität aufbereitet werden. Schweizer Gasversorger zählen hier zu den Pionieren: Ihnen gelang es weltweit erstmals vor über 20 Jahren, Biogas ins Erdgas-Netz einzuspeisen. Heute vermischen sich Biogas und Erdgas im Gasnetz fast schon selbstverständlich. Ob nun zu Hause Biogas oder Erdgas aus der Gasleitung fliesst, spielt für Konsumenten keine Rolle: In der Schweiz überwacht eine Clearingstelle, die der Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG im Auftrag der Oberzolldirektion betreibt, die eingespeisten und verkauften Biogas-Mengen. Auf diese Weise haben die Konsumenten immer die Sicherheit, dass das von ihnen bezahlte Biogas auch tatsächlich eingespeist worden ist. Wer also 20 Prozent Biogas bestellt und bezahlt, erhält so indirekt garantiert auch 20 Prozent Biogas, die für ihn ins allgemeine Netz eingespeist wurden.

Erdgas kombiniert mit Biogas wird immer beliebter

Die Schweizer Gaswirtschaft fördert mit einem speziellen Programm die Produktion und Einspeisung von Biogas ins Gasnetz mit jährlich rund CHF 3 Mio. Gefördert wird nur Biogas, das die hohen Qualitätsanforderungen des Bundes und der Gasbranche erfüllt – also nur ökologisch und ethisch einwandfreies Biogas aus Abfällen und Reststoffen, nicht aber aus Nahrungsmitteln oder speziell angebauten Energiepflanzen. Die Schweizer Gaswirtschaft hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Anteil der erneuerbaren Gase im gasversorgten Wärmemarkt auf 30 Prozent zu steigern.

Biogas: Umweltschonend und steuerfrei

Biogas kann als Brennstoff zum Heizen oder als Treibstoff sowohl zum Privatgebrauch als auch in der Industrie eingesetzt werden. Im Treibstoff, der an den Schweizer Gastankstellen bezogen werden kann, liegt der Biogas-Anteil bei mindestens 10 Prozent. An einigen Gastankstellen entscheiden Sie selbst, ob Sie bis zu 100 Prozent Biogas tanken möchten. Wenn Sie ein zu 100 Prozent mit Biogas betriebenes Auto nutzen, fahren Sie mit geringen CO2-Emissionen und produzieren wie mit allen Erdgas-Fahrzeugen kaum Feinstaub oder Stickoxide.

Zudem ist Biogas als Treibstoff von der Mineralölsteuer befreit, was sich positiv auf die Gesamtkosten auswirkt.

Biogas-Anlagen in der ganzen Schweiz

In der Schweiz gibt es über 35 Anlagen, in denen Biogas produziert und ins Erdgas-Netz eingespeist wird. Neben diesen grossen Anlagen gibt es Hunderte kleinere Biogas-Anlagen, welche das produzierte Biogas direkt vor Ort verwenden.

So entstehen erneuerbare Gase

Erneuerbare Gase werden aus organischen Abfallstoffen produziert oder mittels ungenutztem Strom mit der Power-to-Gas-Technik.

Erneuerbare Gase: Wie funktioniert das?

Was gehört alles in die Grünabfuhr?

Bioabfall ist eine wichtige und vielfältige Ressource. So kann daraus beispielsweise nicht nur frische Pflanzenerde, sondern auch klimaschonendes Biogas produziert werden. Umso wichtiger also, dass nur die Dinge in den Bioabfall kommen, die den Umwandlungsprozess fördern und nicht behindern.

Bioabfall kann in drei Kategorien unterteilt werden:

Gartenabfall:

Rasen- und Baumschnitt, Kleinpflanzen ohne Topf oder Stützdraht, Blumen- und Gemüsestauden, Erde, Laub, Unkraut und Fallobst sowie Balkon- und Topfpflanzen.

Küchenabfall:

Rüstabfälle von Obst samt Schale und Kernen, Früchte, Salat, Gemüse, Fruchtstein, Kaffeesatz und Teesatz, Eierschalen, Eierkartons, Mehl, Gewürze sowie Kleintiermist.

Speisereste:

Teigwaren roh oder gekocht, Brot, Toast und Zopf, Gebäck und Süssspeisen wie Schokolade, Kuchen, Torten, Honig, Konfitüre, Wurst, Fleisch und Fisch (auch Knochen und Gräten), Getreideprodukte, Reis, Kartoffelprodukte, Hülsenfrüchte, Kochfett, Eier und alle Arten von Saucen, Milchprodukte wie Käse, Rahm, Quark, Joghurt, Pudding und Butter.

Zu Bioabfälle gehören auch Produkte mit der Aufschrift «biologisch abbaubar», «kompostierbar» oder «vergärbar».

Und was gehört auf keinen Fall in den Bioabfall?

Neben Dingen wie Plastikabfallsäcken, Kunststoffen, Papier, Karton, Textilien, Mineralölen, Batterien, Metall und Aluminium, Verpackungen von Lebensmitteln und verpackten Lebensmitteln, Glas, Steinen, Kies oder Sand sind auch Holz und Altholz, Zigarettenstummel und Asche, Tee und Kaffeekapseln, PET, Staubsaugerbeutel, Katzenstreu, Medikamente, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Farben und Lacke sowie Lösungsmittel und jegliche Arten von infektiösem Abfall wie Verbandsmaterial und Windeln nicht für den Bioabfall geeignet.

Die Energiezukunft fängt im Alltag an: Unser TV-Spot zum Thema Biogas

So werden Sie Teil der Energiezukunft

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